Christian stammt wie Karsten und dessen Vorgänger Stefan Czirr (remember "Senfheim") aus Halle, einer Hochburg der Comiczeichner. Denn auch unser Comicrezensent C.S. Linientreu lebt an der Saale und etablierte dort einst das Magazin "tremor" nebst zugehöriger trashiger
Shows. Münchgesang, der Künstlername ist wohlklingender Mädchenname der
Mutter, war trotz seines heute noch jugendlichen Alters schon Ende der 1990er Jahre einer der "tremor"-Macher. "Ich habe für ein 18jährigen-Comic gearbeitet, als ich selbst noch nicht 18 war", sagt der Bursche, der ab Ausgabe
2 zur Mannschaft gehörte.
Angefangen mit Comiczeichnen hat Christian mit elf, zwölf Jahren. "Als ich mein erstes 'Alf'-Comic, ein schlechtes Heft zur Fernsehserie, bekommen hatte." Er lieh sich Comic-Bücher in der Bibliothek und begann kurz darauf, Condor-Taschenbücher zu sammeln, Superhelden-Comics, die seine Bilder
lange Zeit unter Einfluss hielten, "viele Muskeln und Helden". Inzwischen tendiert Münchgesang in die eher realistischere Richtung, die künstlerische, und "will als Comic-Zeichner ernst genommen werden". Comic sei doch mehr als Micky Maus, mehr als nur Spaß...
Seine eigenen Sachen seien stark von Filmen geprägt, von "God's Army" - der Film zerstört den Mythos vom blonden, weißgewandeten, guten Engel -, "Ghost In The Shell" und Tarantino-Streifen. Engel und Samurai haben es ihm angetan. Engel "aus zeichentechnischen Gründen", an den Samurais
fasziniert Münchgesang der Ehrenkodex. Er hat das "Hagakure" gelesen, einen Samurai-Leitfaden, geschrieben von einem zum Mönch gewordenen Samurai, und ein Comic dazu gemalt, erschienen im "tremor". Erschienen bei ihm selbst ist "John Doe", sein Werk. 40 Seiten für vier Euro, zu haben unter
www.knoooten.de. Außerdem gibt es "Turbo", das Heft von Hirntot Comix Halle, dort tuscht der Pick, veredelt sozusagen die ursprünglichen Bleistiftzeichnungen seines Kollegen E.G.O.. Seine Freizeit verbringt Christian (der auch
Deuz genannt wird) mit den in "Donfon" auftauchenden Kumpels Sunny, Maniek und Damien - beim gemeinsamen Playstation-Zocken, im Kino oder mit Musik von Korn, Limp Bizkit oder Linkin Park.
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