| Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers |
Abenteuer Archäologie
Der Archäologe an sich sitzt in der Regel in seinem Institut und forscht.
Oder er führt durchs Museum. Und selbstverständlich gräbt er auch gern mal nach
verborgenen Schätzen. Das macht er in der näheren Umgebung oder er begibt sich
dazu auf Reisen in ferne Länder. Und ab und zu findet er auch mal was. Selten
Spektakuläres, aber wenn doch, dann berichtet man in aller Welt davon. Nicht
immer ist es eine Himmelsscheibe oder eine goldbestückte Urne, manchmal sind es
einfach nur ein paar alte Scherben. Aber auch darüber freut er sich, schließlich
lernt er was daraus und gibt hernach sein Wissen gern an Studenten und andere
Interessierte weiter.
Der Archäologe im Speziellen jedoch scheint immerzu auf Reisen zu sein. Und
dabei erlebt er die unglaublichsten Abenteuer, ist Flüchen und Verfolgungen
ausgesetzt und riskiert fast ständig sein Leben. Der Archäologe im Speziellen
ist ja schließlich auch ein großer Kinoheld. Er tritt gern ganz in Familie auf,
heißt O'Connell und hat sich bereits vor einigen Jahren unter nicht ganz
ungefährlichen Umständen kennen und lieben gelernt. Das war beim ersten
Kino-Abenteuer der Mumie.
Na gut, das mit dem ersten Abenteuer stimmt nicht so ganz, weil das, was wir
Permanent-Kinogänger inzwischen sicherlich alle schon mal gesehen haben -
Stephen Sommers "The Mummy" aus dem Jahr 1999 - nämlich auch schon das stark
modernisierte Remake eines Horror-Klassikers aus dem Jahr 1932 ist. Regie führte
damals Karl Freund, und der besetzte die Rolle des Untoten mit dem in solcherlei
Angelegenheiten äußerst beliebten Boris Karloff. Der war auch der Darsteller des
Monsters im klassischen "Frankenstein". Das aber nur am Rande.
Kehren wir zurück zur modernen Version der Geschichte und zur Familie O'Connell,
bestehend aus dem eigentlichen Raubein Rick, der einst in der französischen
Fremdenlegion in der Wüste gegen Beduinen kämpfte und eine Art Schatzkarte bei
sich trug, die ihm der Missionar Jonathan Carnahan, Bruder der Bibliothekarin
Evelyn, gestohlen hatte. Auf verschlungenen Wegen kommen dann alle zusammen und
suchen nach dem Schatz auf der Karte. Dabei wird aus Versehen die Mumie des
Imhotep zum Leben erweckt. Die bringt neuen Schwung in die Verfolgungsjagd, aber
am Ende ist alles gut. Evelyn und Rick haben sich, können noch einen Teil des
Schatzes retten und wollen damit ein ruhiges Leben in der europäischen Heimat
beginnen.
Der Film wurde ein weltweiter Erfolg, also gab es auch für die Macher in
Hollywood nur eins: Ein zweiter Teil musste her: 2001 dann "Die Mumie kehrt
zurück" - schließlich hatte sie ja am Ende von sich gegeben: "Der Tod ist erst
der Anfang". Und es waren wieder alle dabei, der amerikanisch-kanadische
Schauspieler Brendan Fraser als Rick, Rachel Weisz inzwischen als seine
Angetraute Evelyn und Mutter des achtjährigen Sohnes Alexander. Auch Evelyns
Bruder, der alte Kartendieb, gespielt von John Hannah, kam erneut zum Einsatz
und Imhotep (Arnold Vosloo) mischte sowieso kräftig mit, als sich alles um den
Skorpionkönig drehte.
Nur dieses Mal, beim dritten Abenteuer, wurde etwas umdisponiert. Brendan Fraser
und John Hannah spielen erneut ihre Rollen, Evelyn aber besetzte man um. Rachel
Weisz, die inzwischen 38jährige, wurde von Maria Bello ersetzt. Die ist 41. Die
drei Jahre können es also nicht gewesen sein, um eine glaubhafte Mutter
eines
inzwischen erwachsenen Sohnes zu geben. Der eigentliche Grund: Rachel Weisz fand
wohl das Drehbuch nicht so prickelnd, als dass sie erneut mitspielen wollte.
Verständlich, man entwickelt sich ja weiter und will nicht die ewige Evelyn
sein. Und dazwischen lag bekanntlich eine solch ernsthafte Aufgabe wie die der
Tessa in "Der ewige Gärtner" des brasilianischen Regisseurs Fernando Meirelles,
für die Weisz einen Oscar als beste Nebendarstellerin bekam.
Soweit ist ihre Nachfolgerin Bello noch nicht gekommen, aber immerhin ist die
1,65-Meter-Frau (und im wahren Leben Mutter eines Siebenjährigen) auch schon
zweimal für einen Golden Globe nominiert gewesen. Darüber, ob sie den nun mit
der "Mumie 3" bekommen wird, wollen wir nicht orakeln. Jedenfalls ist sie jetzt
erst einmal der weibliche Part der heldenhaften Familie O'Connell, die offiziell
als Archäologen-Ehepaar bezeichnet wird. Vielleicht haben sie ja in der
Zwischenzeit studiert …
Kennengelernt hatte sich das Filmpaar ja 1926. 1933 begegneten sie und ihr
achtjähriger Alexander (gut, so genau muss man es ja nicht nehmen, und dass
Evelyn schon vorher schwanger war, wollen wir ihr einfach nicht unterstellen)
dem Skorpionkönig. Und jetzt ist das Ende des Zweiten Weltkrieges gerade zwei
Jahre vorbei. Alex müsste also 22 sein, wenn man ihn nicht wieder schneller hat
altern lassen. Jedenfalls ist der nun auch Archäologe - man studierte damals
wohl ein bisschen flotter - und gräbt in China. Dabei stößt er auf die Terrakotta-Armee eines furchterregenden Kaisers, der angeblich vor 2.000 Jahren
samt seiner Krieger mit einem Fluch belegt wurde. Man ahnt es nun: Ja! China
soll zurückerobert werden, und dazu müssten diese Männer wieder zum Leben
erweckt werden.
Familie O'Connell - Mama und Papa werden zufälligerweise gerade von der
britischen Regierung nach Shanghai geschickt, wo sie mitten in eine politische
Verschwörung geraten - muss nun alles geben, um das zu verhindern. Aber sie
haben ja glücklicherweise auch noch Freund Jonathan an ihrer Seite, um ein neues
Zeitalter des Schreckens zu verhindern.
Action mit Augenzwinkern ist also diesen Sommer wieder in unseren Kinos
angesagt.
Da geht es durch wilde Schluchten im Himalaya, kommen auch schon mal
Lawinen angerollt, gibt es Bruchlandungen genauso wie die üblichen
Verfolgungsjagden. Da werden gigantische Schlachten geschlagen, und weil Jet Li
als Gestaltenwandler mit von der Partie ist, muss es auch Martial-Arts-Zweikämpfe geben. Ach, und dann gibt es auch noch einen
dreiköpfigen Drachen, der sich den Herrschaften in den Weg stellt. Nur, wo
bleibt die Mumie? Die Antwort darauf weiß nicht allein der Wind, die Antwort
darauf gibt Euch ein Kinobesuch.
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| Wort: Carola Kinzel / Bild: UPI |
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