Kommando Kochen

Stulle und BulleKühlschrank-Razzia zur Mittagspause

Nichtsahnend machen die Angestellten der "Osteria di Salvatore" Mittagspause, als zwei Herren mit schwarzen Jacken und Schnauzbärten die Szenerie betreten.


Die Blicke der Beiden durchstreifen routiniert das Restaurant. "Polizei", sagt der Eine gut hörbar. "Wir hätten gern mal Ihre Gesundheitszeugnisse und Arbeitserlaubnisse gesehen." Michele, der Chefkoch, ersucht zu besänftigen. "Aber, mein Herr, bei uns ist alles in Ordnung. Sie können sich gerne die Küche anschauen." Dort angekommen, stellen sich die beiden Ordnungshüter als Stulle und Bulle vor und überzeugen sich vom makellosen Zustand. Aus dem Pizzaofen steigt ein betörender Duft. "Jetzt, nachdem alles geklärt ist, wollen wir die Speisen testen", feixen die Bartträger. Stulle und Bulle"Na gut", lässt sich Michele breitschlagen und bietet den Männern eine Pizza Calabrese an.
"Aber zubereiten müsst ihr sie selbst, ich habe schließlich Mittagspause!" Okay. Schon wirbeln Stulle und Bulle mit dem Teig durch die Küche. Pizzabäcker Piero hat ein Einsehen, hilft mit dem Teig und schneidet die Calabrese-Salami. "Habt ihr nicht auch welche mit Bockwurst? Die essen wir sonst immer." Michele und Piero schütteln die Köpfe. "Dann müssen wir die Salami aber erst einmal probieren", entgegnen die Eindringlinge und fallen über die köstliche Calabrese her. Angeleitet vom Chefkoch schnippeln die "Polypen" Knoblauch und Peperoni und braten sie zusammen mit Oliven kurz in der Pfanne an. Der Pizzateig wird mit Tomatensauce bestrichen, mit Mozzarella und dann dem Pfanneninhalt belegt. Stulle und Bulle
"Ich kann übrigens die beste Tiefkühlpizza von ganz Halle backen", verkündet Stulle, wird aber mit Nichtachtung bestraft. Piero schiebt derweil die Pizza in den Ofen. Nach kurzer Zeit ist sie fertig und wird in Sekundenschnelle verdrückt. "Und was essen wir jetzt?" "Damit ihr mal was richtig Gutes bekommt, zeig ich euch, wie ihr Spaghetti all' Anatra kocht. Das ist Pasta mit Entenbrust, Weißwein und weißer Trüffelcreme." Cherrytomaten müssen geviertelt und Knoblauch kleingeschnitten werden. Mit zarten Scheiben Entenbrust werden sie angebraten und mit Weißwein abgelöscht. Michele holt die Trüffelcreme aus dem Versteck, würzt die Sauce mit einem Hauch dieser Delikatesse und fügt noch ein wenig passierte Tomaten, Brühe und Parmesan hinzu. Die fertige Pasta wird abgegossen und in die Stulle und BullePfanne mit der Sauce gegeben. Damit es den Herren auch schmeckt, lässt ihnen Michele ein Glas fruchtigen Rotwein bringen. "Nur so ist das Gericht wirklich perfekt", fügt der Meisterkoch an. Wieder verputzen die beiden in Windeseile die edle Speise. Francesco, der dritte Mann der Küche, ahnt das Kommende und bereitet vorbeugend einen Insalata di Anatra zu. Mit einem Mix aus Fenchel, Gurken, Rucola, Orange und Entenbrust schaffen es die drei Köche der "Osteria di Salvatore" endgültig, Bulle und Stulle zu sättigen. Nun geben sich die Burschen den verdutzten Italienern als Schauspieler zu erkennen. "Wir haben die Polizisten nur gespielt, aber es war ein vorzügliches Mahl", grinsen sie und nehmen die Beine in die Hände. Ratlos steht die Belegschaft im Restaurant und zuckt fragend mit den Schultern. Stulle und BulleNeben den leeren Tellern finden sie einen Zettel: "Vielen Dank für das fantastische Essen. Wir kommen wieder! Wenn Ihr uns einmal live sehen wollt, kommt am 3. Mai zum Soloabend um 22.30 Uhr in den Riff-Club."
Michele schüttelt den Kopf und macht sich wieder an die Arbeit. "Und dafür gibt man sich solche Mühe", murmelt der Meister.


www.myspace.com/stulleundbulle
 
Wort und Bild: Matti Gol