| IG Nachtflugverbot Leipzig-Halle |
Aktiv gegen Lärm
Der vom Flughafen Leipzig-Halle ausgehende Lärm ist ein Problem. Die einen
spielen es herunter und reden von Arbeitsplätzen, die anderen leiden darunter
und wollen etwas dagegen tun.
Zu letzteren gehören Dr. Anne-Kathrin Richter und Thomas Pohl, die
Pressesprecher der IG Nachtflugverbot Leipzig-Halle e.V.. Seit vier Jahren -
damals wurden erste Pläne zur DHL-Ansiedlung bekannt - sind sie aktiv. Die zu
erwartende (und inzwischen eingetretene) Lärmbelästigung führte zu einer ersten
Klage. Deren Ergebnis, das 2006er Urteil, besagte sinngemäß: Was tagsüber
geflogen werden kann, soll auch tagsüber geflogen werden.
Nun war die genehmigende Behörde, das Leipziger Regierungspräsidium, in der
Pflicht - und veranlasste lediglich, die Passagierflieger tagsüber abheben und
landen zu lassen. "Die lärmintensiven Frachtflüge von DHL, Lufthansa Cargo sowie
die Militärfracht- und Truppentransporte der US-Amerikaner, die nicht im Auftrag
der NATO fliegen, dürfen den Flughafen weiterhin uneingeschränkt nachts nutzen",
weiß Thomas Pohl. Das ist unbefriedigend und Grund einer erneuten Klage der IG.
"Wir wollen eine Trennung von Express- und Normalfracht erreichen und ein Ende
der militärischen Flüge", sagt
Anne-Kathrin Richter. Ginge es nach ihr und ihren
Mitstreitern wären dann nachts nur noch Expressfrachtflüge erlaubt. Alles andere
sollte am Tag geschehen.
Warum? Weil es um die Menschen und deren Gesundheit geht! Dr. Richter wohnt in
Gottscheina und praktiziert als Allgemeinmedizinerin in Seehausen. Sie sagt:
"Lärm an sich ist ein Gesundheitsrisiko." Der Körper habe Stress, das führe zu
Bluthochdruck und dessen Folgen. "Ärzte sind verpflichtet, prophylaktisch zu
wirken!" Thomas Pohl, der in Rackwitz wohnt, wirft ein: "Nicht alles, was
technisch möglich ist, ist auch moralisch verträglich." Müsse denn wirklich
jedes Paket am nächsten Tag beim Empfänger sein? Ein Vorwand für Nachtarbeit und
-lärm.
Was kann man tun? Richter und Pohl: "Geld aufs Spendenkonto des prozessführenden
FLUG e.V. überweisen. Sich direkt beim Flughafen, beim Regierungspräsidium und
dem jeweiligen Bürgermeister beschweren. Und am 16. April, dem Tag gegen Lärm,
zur Demonstration auf dem Leipziger Ring kommen."
Vielleicht werden die, die eigentlich die Interessen der Bürger vertreten
sollten, dann doch aufmerksam. Das Regierungspräsidium, das den nächtlichen Lärm
erlaubt, zum Beispiel oder die Gesellschafter der Mitteldeutschen Flughafen AG,
zwei Länder und drei Städte, u.a. Sachsen und Leipzig - alles öffentliche
Einrichtungen, keine Privatwirtschaftler.
www.nachtflugverbot-leipzig.de
Termin:
16.04. Leipzig, Ring
Spendenkonto:
FLUG e.V., Sparkasse Leipzig
Bankleitzahl 86055592
Konto 1100875774
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| Wort und Bild: Ernie Le Coq |
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