| Subine TV |
Der
Subkultur auf der Spur
Subine ist ein experimentelles Internetprojekt der Bauhaus-Universität
Weimar. Über einen Livestream könnt Ihr auf
www.subineTV.com
verschiedene Aspekte hiesiger Subkultur kennenlernen ...
Wenn ich in Erfurt ,Weimar oder Jena unterwegs bin, beobachte ich manchmal die
Touristen und versuche mir vorzustellen, wie sie diese Städte wahrnehmen, die
mir vertraut sind. Ich habe innerhalb der Mainstream-Kultur andere Kulturen
entdeckt: Kreative Menschen, die Musik machen, Theater spielen, Texte schreiben
- und mit ihrer Kunst nicht in Reiseführern zu finden sind. Ich finde es schade,
dass viele - Touristen und Einheimische - diese Seite unseres Landes nicht
kennen und freue mich, dass es seit Dezember im Internet möglich ist, einen
Eindruck von Thüringens Subkultur(en) zu bekommen: Subine heißt das Projekt
einiger Mediengestaltungsstudenten der Bauhaus-Uni Weimar. Mit zwei von ihnen,
Anna Pfannstiel und Johannes Heinke, treffe ich mich im Residenzcafé der
Klassikerstadt und lasse mir erzählen, wie alles begann.
Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Londoner Professor Ben Sassen die Idee
zu einem Projekt über Thüringen und Kultur. Die Studenten machten daraus
Subkultur, auch wenn der Begriff nicht immer zutrifft. "Wir wollen über Menschen
berichten, die wir spannend finden, unbekannten Leuten eine Plattform bieten.
Aber wir sind auch offen für Tradition - alles ist interessant, solange es auf
ungewöhnliche Weise umgesetzt wird", sagen Anna und Johannes.
Subkultur ist laut Lexikon eine Kultur innerhalb einer größeren, sie umfassenden
Kultur, eine Kultur, die eigene Verhaltensnormen entwickelt. So gesehen ist der
Gothaer Slang auf jeden Fall Subkultur, meinen die Subine-Macher. Und so erfuhr
man in der ersten Sendung, neben einer Einführung in diese "Stammessprache",
dass Gotha mehr bietet, als es die triste Fassade vermuten lässt, zum Beispiel
die Hortkindermafia, die Elektro-Parties veranstaltet.
Die Themen für die Sendungen kommen über persönliche Verbindungen und
Internetrecherche. Nach der ersten Sendung kamen auch Anfragen von Künstlern.
Jeder könne Ideen einbringen, feste Aufgaben gibt es nicht. Jeder durchläuft
einmal alles. Obwohl das Projekt sehr viel Zeit in Anspruch nehme und es oft
stressig und chaotisch zugehe, ist Spaß ein Wort, das in unserem Gespräch oft
fällt. Subine ist ein Projekt von Leuten, die Spaß haben an dem, was sie tun,
weil sie in der Welt leben, über die sie berichten.
Johannes ist durch sein Interesse am Filmen zum Studium gekommen. Da er aus
Leipzig stammt und Anna in Eisenach aufgewachsen ist, aber lange in Dresden
gelebt hat, interessiert es mich, welchen Eindruck die beiden von den Städten
haben, um die es in den ersten Sendungen ging. Positiv überrascht sind sie von
der offenen, individuellen, von Studenten geprägten Atmosphäre in Jena, die sie
nach einem Blick auf die Plattenbauten so nicht erwartet hatten, und von den
alternativen Kinos in Weimar, vor allem dem Lichthaus. "Vieles ist ähnlich wie
in Leipzig und Dresden, nur kleiner."
Weitere Folgen sind geplant: Erfurt, Gera, Apolda und Suhl sollen noch erforscht
werden. Die Möglichkeit, die Sendungen im Internet zu sehen, besteht auch nach
dem Ende des Projektes. Aber vielleicht habt Ihr auch Lust, mehr über die
Subkultur zu erfahren, auf Parties, Konzerte, Ausstellungen etc. zu gehen und
Thüringen neu zu entdecken. Oder Ihr lernt erstmal den Gotha-Slang!
www.subineTV.com
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| Wort: Ulrike Melzer / Bild: Nora Ströbel |
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