| Max Buskohl mit Empty Trash im Thalia Theater |
Immer
noch besser werden
Max Buskohl (19) ist seit seinem Ausstieg bei "Deutschland sucht den
Superstar" Anfang 2007 in allen Medien. Seine Band Empty Trash kennt man auch.
Am 23. Februar spielen Buskohl und Band im Thalia Theater. Wir sprachen mit dem
Frontmann.
BLITZ!: Wann und wie bist Du zum ersten Mal
mit Musik in Berührung gekommen?
M.B.: Also ich bin auf Lanzarote
aufgewachsen und war deswegen auch fern von der modernen Musik, die in den
Charts lief zu der Zeit - oder überhaupt lief. Alles, was ich kannte, waren die
Bands, die in den Regalen im Haus standen: The Meters, Little Feat, Little
Richard, Rolling Stones, Aerosmith, Eric Clapton und vor allem auch Jimi
Hendrix. Wir hatten früher statt Blockflötenunterricht Gitarrenunterricht in der
Schule. Aber ab der 6. Klasse nicht mehr. Ich habe es eigentlich gehasst, aber
als es dann weg war, hab ich das Spielen vermisst und bin nach der Schule zum
Lehrer hin und hab ihn gebeten, mir ein paar Songs beizubringen. Jimi Hendrix
und die Rolling Stones waren für mich das Geilste. Dann kam ich nach Berlin und
wurde zum ersten Mal mit Sachen wie Metal konfrontiert, Slipknot zum Beispiel,
und bin total drauf abgefahren. Ich gründete kurz danach meine erste richtige
Band und zwar eine Death-Metal-Band! Bald darauf verließ ich Berlin und zog nach
Irland und habe mich da zum ersten Mal mit Singer/Songwriters wie Damien Rice
beschäftigt und war in einem Musical, "Fiddler On The Roof", sehr lustig ...
BLITZ!: Abseits der Bühne, ob mit Band oder
solo - als was für einen Mensch würdest Du Dich selbst bezeichnen?
M.B.: Ich würde mich als schüchterne Person
bezeichnen. Doch sobald ich mich wohl fühle, was schnell geht, bin ich locker
und entspannt. Ich kann mich mit vielen Leuten schnell gut verstehen. Ich denke,
das nimmt man so mit sich, wenn man so oft umzieht oder sich oft in einer neuen
Umgebung befindet.
BLITZ!: Eure Musik klingt ziemlich
ausgereift, wie lange kennt Ihr Euch schon und probt und spielt gemeinsam?
M.B.: Wir kennen uns jetzt seit zweieinhalb
Jahren. Julius konnte zu dem Zeitpunkt noch gar nicht Bass spielen, er hatte
davor noch nie einen in der Hand gehabt. Ein Genie eben. Wir haben uns
erstaunlich schnell als Band entwickelt. Von Anfang an hatten wir ein ganz
klares Ziel, welches wir nie aus den Augen ließen: Besser zu werden, bis wir
nicht mehr besser werden können oder halt bis zur Perfektion, was natürlich
nicht möglich ist. Und vor allem: Uns nie zurückhalten lassen.
BLITZ!: Hat Dir Dein Intermezzo beim Contest
eines großen deutschen TV-Unterhalters einen Schub gegeben? Wenn ja, kannst Du
diesen eher als Erfahrung oder als Karrieresprung einstufen?
M.B.: Eigentlich wäre ich jetzt verpflichtet
zu sagen, dass es mir zu einem Karrieresprung verholfen hat, aber die
Erfahrungen schätze ich dennoch höher. Ich habe viel Musikalisches dazugelernt,
wie zum Beispiel das Atmen oder einen Song zu etwas Eigenem machen. Performance
- wie man das Beste aus einem rausholen kann. All so Sachen, auf die man selber
nie kommen würde; also ich nicht. Doch der Karrieresprung, den kann man
bestreiten - da man jetzt trotz des Ausstieges und zahlreicher Erklärungen, dass
ich dieses Format musikalisch nicht ertragen kann, mit einem fetten DSDS-Sticker
herumläuft. Und viele, die unsere Musik toll fänden, meinen über ihren Schatten
springen zu müssen, um das Album von Empty Trash zu kaufen.
BLITZ!: Offensichtlich tust Du, was Dir am
besten gefällt und liegt. Gehört dieser Rebell in Dir zu Deinem alltäglichen
Leben?
M.B.: Rebell? Mein alltägliches Leben?
Könnte ich jetzt nicht so behaupten. Ich bin zufrieden mit meiner derzeitigen
Lebenssituation und habe keinen Grund zu rebellieren. Aber ich denke, in mir
schlummert schon der Rebell. Ich bin froh, wenn er ruht. Wenn man aber unter
Rebell jemanden versteht, der seinen Müll auf die Strasse schmeißt, auf Pelze
spuckt - obwohl ich das auch mal getan habe -, generell rumrotzt, laut schreit
und total anstößig wird, sobald er etwas getrunken hat - nein!
BLITZ!: Auch Eure Musik geht einen eigenen
Weg. In Zeiten, in denen die Charts selten rock-dominiert sind, ein recht
ehrlicher und konsequenter Weg, den Ihr beschreitet!?
M.B.: Ja schon. Also im Vergleich auf jeden
Fall. Ich träume noch von dem Tag, wo alle wieder anfangen, Vinyls und nur noch
handgemachte Musik kaufen. Ich habe ja viel Respekt vor handgemachtem Pop. Seien
wir mal ganz ehrlich - es gibt auch sehr geilen Pop.
BLITZ!: Der Terminkalender ist gut gefüllt,
fehlt Dir etwas im Leben, verglichen damit, wie es vorher war?
M.B.: Zeit für 'ne Freundin! Nein, die hatte
ich noch nie ...
BLITZ!: Euer Auftritt in Halle, einer
kulturell und musikalisch starken Stadt, findet zur Premiere des Stückes "Ein
Sommernachtstraum" statt. Kennst Du Halle bereits?
M.B.: Leider nicht, da müssen wir leider
passen, aber wir freuen uns darauf.
Termin:
23.02. Großes Thalia Theater
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| Wort: Kai Waldowski / Bild: Olaf Heine |
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