Robert Tippmann

Robert TippmannEigene Sachen machen

Wer sich im Stollberger Raum ausgefallene T-Shirts zulegen möchte, landet seit einem Vierteljahr meist in Robert Tippmanns "Supreme Store".


Genau genommen gibt es den Laden auf der Zwickauer Straße 21 in Stollberg schon seit April 2006, aber damals bot der heute 21jährige Inhaber noch Waren anderer Hersteller an. Seit November vergangenen Jahres steht "El Cantara" für Roberts eigene T-Shirt-Kollektionen. Der junge Mann stammt aus Hohndorf und schloss 2005 eine Lehre als Sozialassistent (Alten- und Kinderpfleger) ab. Da er aber seine Verdienstmöglichkeiten - zumindest ohne weitere Ausbildungen - für zu gering erachtete, kehrte er der Branche den Rücken und landete in der Arbeitslosigkeit.
Während dieser Zeit bestellte er sich eine Hose in den USA. Die sah ein Freund und wollte auch genau diese Hose haben. Er bot Robert das Dreifache des Einkaufspreises. "Das fand ich irgendwie nicht schlecht und hab ihm die Hose überlassen. Allerdings zum normalen Preis! Irgendwie hat es sich schnell herumgesprochen, dass ich in den Staaten starke Klamotten bestellte, und viele Kumpels und Bekannte sprachen mich darauf an und fragten nach."
Da kam Robert die Idee. Kurzentschlossen belegte er ein Existenzgründerseminar, und die Sache kam ins Rollen. Die Familie allerdings meldete Bedenken an, warum sich ein erst 18jähriger schon selbstständig machen müsse. "Ich hab mir gesagt, jetzt zeig ich denen, dass ich es kann! Dies war ein sehr großer Ansporn für mich."
Am 1. April 2006 war es dann sowRobert Tippmanneit, der Mode-Freak eröffnete den "Supreme Store", zunächst mit einem übersichtlichen Sortiment, meist im HipHop-Style gehalten. Bereits zu dieser Zeit keimte in ihm der Gedanke, lieber eigene Sachen anzubieten. "Kreativ war ich schon immer und habe auch viel gezeichnet." Im Sommer stieg ein Versuchsballon. Robert machte einen Entwurf, ein Bekannter fertigte die T-Shirts. Innerhalb von ein paar Tagen waren alle verkauft und die Freude groß. Da sich aber auch eine von ihm gehandelte Marke sehr gut verkaufte, legte er die Idee von der eigenen Kollektion wieder auf Eis. Etwas später gab es Ärger mit einem Hersteller - und so fiel die Entscheidung leicht. "Egal, was die anderen wieder sagen, ich zieh das jetzt mit eigenen Sachen durch."
Robert informierte sich im Internet über Siebdruck und alles, was dazugehört. Es wurde vieles besorgt und ein wenig improvisiert. "So baute ich mit meinem Vater beispielsweise einen Belichter für den Siebdruck selber und sparte sehr viel Geld. Nach anderthalb Monaten ging der erste T-Shirt-Druck über die Bühne, und ich war stolz wie Oskar!" Es folgte die Kleinarbeit. Lieferanten unbedruckter Shirts sowie Schnitte, Farben und Motive mussten gefunden werden. Eigene Label und Warenauszeichnung wurden notwendig, Flyer und eine Internetseite ebenfalls.
"Alles in allem könnte man denken, da stecken fünf bis sechs Leute dahinter, aber die gesamte Marke 'El Cantara' bin ich allein. Der Name ist übrigens reine Fantasie. Ich habe bei dem schönen Klang an etwas Edles wie das bekannte Kunstleder gedacht." In absehbarer Zeit will Robert sein Sortiment um Hemden und Polo-Shirts erweitern. Stolz lächelnd erzählt er: "Letztens habe ich in der Disco einen Wildfremden mit einem T-Shirt von mir gesehen. Das Gefühl war unglaublich! Das macht dich verdammt stolz. Deshalb bin ich mir auch sicher, wenn man eine Idee hat und daran glaubt, sollte man sie schnellstmöglich umsetzen und trotz Höhen und Tiefen zielstrebig sein, um seinen Traum zu verwirklichen."
Mittlerweile gibt es auch von Händlerseite Interesse an Roberts Kollektionen, und so könnt Ihr seine Klamotten ab April auch in Chemnitz und Zwickau erwerben.
www.elcantara.com
 
Wort und Bild: Karsten Spehr