Yoli Reeb und der Trialog

Yoli ReebGemeinsamkeiten und Unterschiede

Yoli Reeb wurde vor 34 Jahren in Israel geboren und kam vor sechs Jahren nach Halle.


Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Neben ihrem Studium der Erziehungswissenschaften war sie auch in einige Projekten im interkulturellen Bereich involviert. Am 24. Januar findet in der Heinrich-Franck-Straße 2 eine Veranstaltung statt, an deren Organisation sie beteiligt ist, "Ein interreligiöses Gespräch - Können Abrahams Kinder miteinander reden?" Christen, Juden und Moslems debattieren über Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

BLITZ!: Warum ein solcher Trialog?
Y.R.: Im Rahmen meines Studiums habe ich ein Praktikum im Begegnungszentrum für Ausländer und Deutsche der Jugendwerkstatt Frohe Zukunft absolviert. Die Idee entstand dort nach einer Veranstaltung zum Judentum, die mir deutlich machte, dass viele Menschen sehr wenig Wissen über Religion überhaupt und über die Gemeinsamkeiten der abrahamitischen Religionen im Besonderen besitzen.

BLITZ!: Mit wem arbeitest Du zusammen?
Y.R.: Veranstalter ist das erwähnte Begegnungszentrum für Ausländer und Deutsche. Wir haben eine tolle Moderatorin, Dr. Heidrun Eichner vom Orientalischen Institut der Martin-Luther-Universität, und dazu drei Referenten eingeladen, die jeweils ihre Religion auf ihre eigene Art und Weise repräsentieren: Elija Schwarz, zur Zeit Kantor einer jüdischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, Dr. Johannes Thon, der an der theologischen Fakultät an der MLU arbeitet, und Ahmed Abdelsalam, ein Islamwissenschaftler, der zur Zeit an der Graduate School Asia and Africa in World Reference Systems der MLU promoviert.

BLITZ!: Findest Du, dass Religion nicht allgegenwärtig genug ist?
Y.R.: Wenn damit gemeint ist, dass Religion genug diskutiert wird, ist meine Antwort, dass Gespräche ziemlich selten sind. Und wenn sie schon stattfinden, dann wird sehr politisch diskutiert, insbesondere wenn es um den Islam und das Judentum in Deutschland geht. Dabei werden die Religionen häufig für politische Zwecke instrumentalisiert. Radikale Anhänger der jeweiligen Religion werden dann leider oft als Repräsentanten der Mehrheit verstanden.
Unsere Absicht ist, in erster Linie über die religiösen Inhalte zu sprechen, über Möglichkeiten und Grenzen des Dialogs beziehungsweise Trialogs, die sich aus den religiösen Inhalten ergeben. Sicherlich werden bestimmte politische Fragen nicht zu vermeiden sein, aber die zu diskutieren, ist nicht unser primäres Ziel.
Es gibt viele Gemeinsamkeiten und natürlich auch Unterschiede zwischen den Religionen, und die Frage ist letzten Endes, ob trotz der Unterschiede ein Gespräch möglich ist. Um eine Antwort zu bekommen, musst Du am 24. Januar in die Jugendwerkstatt kommen.

www.jw-frohe-zukunft.de
 
Wort und Bild: Kai Waldowski