| Marten Ernst, Thomas Kaufmann und Manuela Pelz |
Agenten
im Auftrag der Unterhaltung
Die Hexe Baba Jaga, Die Weihnachtsgans Auguste, Gretchen 89 ff., das 1.
Dresdner A-Capella-Festival im Großen Garten - das sind nur einige
Produktionen
bei denen Marten Ernst, Thomas Kaufmann und Manuela Pelz ihre Hände im Spiel
haben. Zusammen sind die drei die Agentur "taf", die in der Dresdner
Kulturlandschaft seit 1999 einiges bewegt.
Angefangen hat alles jedoch schon sechs Jahre zuvor. Die beiden Herren der
Schöpfung treffen sich bei der "Rocky Horror Show" im Kuppeltheater. Und das
nicht nur einmal. Als echte Fans des transsexuellen Transsylvaniers besucht
jeder an die 30 Vorstellungen, immer mit einem Pulk Freunden im Gefolge.
Offenbar hat man also Freude an den gleichen Dingen, eine "Nase für die Kultur"
sowieso. Martens Vater war Sänger und Gitarrist, Thomas' Erzeuger spielte Horn
in der Philharmonie, seine Mutter betreibt eine Konzertagentur. Bevor die beiden
aber ihr eigenes "Geschäft" auf die Beine stellen, erproben sie sich mit einem
eigenen Kinder- und Schülertheater im Brennhaus und im theater50. Als eine der
ersten Arbeiten übernimmt Marten die Regie für ein Weihnachtsmärchen.
Ihre Fähigkeiten erwerben sich die taf-Jungs mittels "learning by doing". "Es
ist immer etwas peinlich", erzählt Marten und kann sich dabei ein Grinsen kaum
verkneifen. "Wir haben nichts gelernt." Er und Thomas brachen aus
unterschiedlichen Gründen ihre Ausbildung vor dem Abitur ab. Keine leichte
Entscheidung in einem Land, in dem man erst durch ein Papier etwas wird. "Mir
fehlte nur noch eine Prüfung. Aber ich habe andere Prioritäten gesetzt und das
bis heute nicht bereut", erklärt Thomas, der kreative Kopf bei taf. Richtig los
ging es mit der Agentur, als sich ein Teil der Mädchentruppe Nonets entschied,
das Singen zum Beruf zu machen. Um im professionellen Geschäft bestehen zu
können, brauchen Künstler nicht nur Talent, sondern jemanden, der sich intensiv
um Booking, Tourmanagement, Verträge etc. kümmert. Eine Aufgabe, die Marten
übernahm und für die jetzt Manuela verantwortlich zeichnet.
Neben der Künstlervermittlung organisiert das Team, zu dem auch drei freie
Spezialisten gehören, Events und Feste aller Art und Produktionen fürs Theater.
Was auf den ersten Blick wie ein Traumjob aussieht, ist "viehische Arbeit", bei
der man vor allem die Nerven und den Überblick bewahren muss: "Man sitzt
zwischen allen Stühlen, vermittelt zwischen den verschiedenen Interessen, ist
Blitzableiter für manchen Frust", erklärt Marten. Zudem kommt bei
Eigenproduktionen immer noch das wirtschaftliche Risiko. Ein Stück wie "Die Hexe
Baba Jaga", das derzeit zum letzten Mal in der Komödie Dresden aufgeführt wird
und ab Oktober mit dem zweiten Teil Premiere feiert, verlangt monatelange
Vorbereitungen, Absprachen mit den Betreibern des Hauses, Castings, Requisiten,
Abklärung der Rechte, Verträge und so weiter und so fort. Wird das Ganze vom
Publikum nicht angenommen, bleibt man auf den Kosten sitzen.
"Zum Glück waren wir bisher immer erfolgreich", freut sich Thomas. "Scheinbar
haben wir ein Händchen dafür, den Geschmack der Dresdner zu treffen." So
mobilisierte taf zum vierten Taschenlampenkonzert im Juli 3.500 Besucher. Bevor
das dynamische Trio die Sache in die Hand nahm, waren es deutlich weniger. Dass
die Konzepte der Agentur so gut aufgehen, dürfte auch daran liegen, dass die
drei nichts nach Standard machen und immer ihre ganz eigenen Ideen einbringen.
Derzeit bereiten Marten, Thomas und Manuela die Aufführung des Musicals
"Elixier" aus der Feder von "Prinz" Tobias Künzel vor. Austragungsort ist wieder
die Komödie, mit der taf seit einiger Zeit gut zusammenarbeitet. "Für eine
einzelne Show würde sich der Aufwand nicht lohnen", erklärt Kreativkopf Thomas.
"Die Komödie schaufelt für uns genügend Termine frei, dass wir so ein Vorhaben
überhaupt umsetzen können." Dass das nicht so einfach ist, verwundert kaum. Beim
"Elixier" gilt es, allein zwölf Darsteller zu bezahlen. "Wir passen uns an die
Gegebenheiten hier vor Ort an", berichtet Marten. "Die Szenenbilder werden durch
Videoprojektionen realisiert, auf ein Orchester müssen wir leider verzichten -
aus Platz- und aus finanziellen Gründen. Dafür sind die Preise moderat, von 14
bis 29 Euro. Das ist in Ordnung, wenn man bedenkt, dass man sonst eine
Musical-Karte kaum unter 50 Euro bekommt." Quasi als Mehrwert kann man zudem aus
nächster Nähe einen Blick auf Florence Joy werfen. Der Star aus der RTL-Serie
"Ahornallee" spielt die weibliche Hauptrolle!
www.ta-f.de
www.komoedie-dresden.de
Termine Elixier:
ab 15.02. in der Komödie
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| Wort: Ullrich Bemmann / Bild: P.D. |
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