DJane Firegyal

DJane FiregyalWärmebringermusik für das Festland

Erst ist da ein Funken. Dann ist da ein Feuer. Und wenn alles läuft, wie es soll, gibt es einen großen Steppenbrand, der Wärme und Licht gibt, für kurze Zeit.


Firegyal ist Jamaican Patois und bedeutet soviel wie Feuermädchen, das anfacht und es knistern lässt. Die Leipziger DJane Firegyal macht genau dieses, auf den Tanzböden des Landes und seit kurzem im Absturz auf dem südvorstädtischen Feinkostgelände. Da heißt es dann "Fireabend" und ist nichts anderes als Wohlfühlen. "Es geht nicht um Bling-Bling oder Performance. Es geht darum, abzuschalten von der Woche. Dazu karibische Klänge. Die Leute sollen ihr inneres Feuer wieder entdecken und sich dabei gehen lassen. Mit verschiedenen Reggaeheadz aus Leipzig und Umgebung, der Bar und der original Feuertonne sorge ich für die entsprechenden heißen Temperaturen", sagt die quirlige, junge Dame und lodert Leidenschaft. Jeden ersten Freitag im Monat geht's nun für Firegyal an die Regler. Bei Radio Blau gibt's auch einmal pro Monat freitags das volle Paket Reggae und Dancehall, Firegyal on Air ab 21 Uhr und sie findet, das sei "eine wunderbare Plattform. Ich spiele die Tunes oft aus und erzähle auch mal das ein oder andere Private." DJane Firegyal
Doch nicht nur mit dem Material anderer Künstler begeistert sie und sprüht Funken. Unter ihrem Klarnamen Manja Kendler gibt's Gefühlsreggae mit deutschen Texten, Wärmebringermusik für das Festland. Damit tourt sie auch und trifft Menschen und verbindet und puzzelt am Spirit. Ihre Platte sucht zwar noch nach einem richtigen Label, aber mit "Es ist die Liebe" huschelte ja schon ein richtiger Manja-Burner über die Flure. Klar hatte das auch etwas mit ihrem Zwischenspiel bei Stefan Raab zu tun. Die sächsischen Medien stürzten sich auf das feuerrotgelockte Ausnahmetalent. Nur gab's halt später, während der normalen Arbeit, kaum noch Unterstützung. Auch der hiesigen Szene, hat sie gelernt, etwas entspannter gegenüberzustehen: "In Sachsen selber habe ich aufgehört, Respekt für meine Aktionen zu erwarten. Ich konzentriere mich da lieber auf mich. Ich höre mir gerne an, was andere sagen, hab ein Auge und Ohr für ihre Sachen - aber ich habe gelernt, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Reden wir von Missgunst. Ich hab mich auch mal gefragt: Warum der, warum die? Aber letztendlich hält das nur auf, und ich habe mir dadurch in Leipzig eine Bescheidenheit angewöhnt, die die Künstlerin in mir manchmal regelrecht ankotzt, nur um niemandem ans Bein zu … Woanders nützt dir das nichts. Passiv zu bleiben, ist das Leipziger Szenegrundproblem!" Zur Zeit verkauft sich "Es gört" (Rufzeichen Records), ein Ladies-Only-Sampler mit ihrer Mitwirkung und der vieler deutscher, österreichischer und schweizer MCs und Sängerinnen im HipHop-und-Reggae-Garten wie geschnitten Brot, die Prophetin eben, die im eigenen Stall nicht gehört wird. Deshalb ist es ja auch so gut, das das Absturz und Robert Linkes Agentur konTRAproduktiv so an ihr kleben, weil's richtig heiß ist, was sie macht. Und weitermacht. Natürlich. Auf Manjas Myspace-Seite sind Stücke zu hören, die Emotionen verteilen, großflächig und sensibel - und Meinung, da dem Reggae jamaikanischer Prägung hier in Deutschlands Diskutierrunden Homophobie und Sexismus nachgesagt wird, gern von hier aus natürlich, mit Kanzlerin und Gleichberechtigungsparagrafen im Rücken. "Da gibt's große kulturelle Unterschiede. Ich denke, es ist wichtig, sich darüber auszutauschen. In Jamaika ist, nach britischem Gesetz, gleichgeschlechtlicher Sex unter Männern immer noch strafbar mit bis zu zehn Jahren. Jüngere Umfragen ergaben jedoch, dass die Mehrheit der Jamaikaner für eine Lockerung dieser Gesetze ist."
Bewusst ist wohl das richtige Wort für Manja/Firegyal, bewusst, differenziert und charmant, aber vor allem professionell. Und lebensweise, wenn sie zum Schluss ihr Credo einstreut. "Auf dem Weg zur Erleuchtung trifft man die Wahrheit ungeschminkt!" Und tanzt dazu!

www.manja.tv
www.manja-musik.de
www.myspace.com/firegyal520


Nächster Fireabend:
04.01. Absturz, Feinkostgelände
 
Wort: Volly Tanner / Bild: Ernie Le Coq