| Laith Al-Deen |
Gefühl
und Meinung
Er ist ein Sohn Mannheims. Zumindest wuchs er dort auf und verdankt diesem
popkulturellen Schmelztiegel hinsichtlich seiner musikalischen Sozialisation
ganz sicher viel.
Zur Truppe um Xavier Naidoo, die in Mannheim gleich das neue Jerusalem entdeckt
haben wollte, gehörte er aber nicht. Er machte stattdessen als Sänger der Band
Swamp Terrorists satten Blues-Rock, gerne auch mal härtere Coverversionen von
Led Zeppelin oder AC/DC. Davon ist bei seiner Solo-Karriere, die er etwa ab 2000
einschlug, nicht mehr viel zu spüren. Laith Al-Deen, Sohn eines Irakers und
einer deutschen Mutter, war zum Zeitpunkt seines ersten Soloalbums immerhin
schon 28, kein blutjunger Teenager mehr, eher ein reifer Frauenversteher.
"Bilder von Dir" wurde sein erster Hit, ein deutsches Remake des Songs "Everlasting
Pictures" der Band B-Zet, der in seiner Originalversion kaum bekannt war. Ganz
anders aber in der Interpretation durch Al-Deens charismatische Stimme: Er ist
einer der wenigen, der tatsächlich Herzen schmelzen lassen kann (vornehmlich
weibliche), ohne deshalb vordergründig kitschig zu wirken. Laith Al-Deens Songs
sind auf vordergründige Effekte gar nicht ausgerichtet, der Mann hat eben
einfach eine Menge Gefühl. Und den richtigen Riecher im Showbiz. Nachdem ihm
schon die allererste Single massiv ins Radio brachte, schaffte er es im Jahr
darauf, 2001, gleichs ins Vorprogramm der schwäbischen Gefühlsrocker Pur, die
damals auf der Höhe des Erfolges und die Konsensrocker schlechthin waren. Für
Laith Al-Deen war dies die entscheidende Initialzündung. "Melomanie", "Für alle"
und "Die Frage wie" hießen die folgenden Alben, eine treue Fangemeinde sorgte
regelmäßig für obere Charts-Positionen. Seine Kritiker werfen ihm vor, er würde
lediglich Schmuse-Pop produzieren. Doch wer richtig hinhört, wird jede Menge
Feeling und Soul in seinen verträumt-melancholischen Liedern entdecken. Um
Anerkennung bei den Kollegen muss er sich jedenfalls nicht sorgen - die
Jazzkantine war sehr froh über seine Zusage zur Zusammenarbeit.
Im vorigen Jahr legte der Künstler erst einmal eine Pause ein, der gnadenlose
Rhythmus von Album und Tour drohte ihn zu verschleißen. Während dieses Urlaubs
vom Biz lernte er die Liebe seines Lebens kennen. Und im Zeichen dieser neuen
Beziehung steht seine aktuelle CD "Die Liebe zum Detail" .
Laith Al-Deen hat, obwohl von seiner Herkunft vielleicht gar nicht prädestiniert
dafür, immer eine Lanze für die Verwendung der deutschen Sprache in der Popmusik
gebrochen. Er lobt die Vielschichtigkeit und den Ausdrucksreichtum des Deutschen
und hat im Jahr 2002 sogar demonstrativ den Comet in der Kategorie HipHop/R&B
abgelehnt, weil er für die Anerkennung der deutschsprachigen Popmusik eintreten
wollte. Der Mann hat eben nicht nur Gefühl, sondern auch eine Meinung!
Termine:
30.10. Leipzig, Haus Auensee
31.10. Dresden, Alter Schlachthof
07.11. Weimar, Weimarhalle
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| Wort: FW / Bild: P.D. |
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