Die Partymacher

Halles kreative Köpfe

Wie wären die Nächte in Halle ohne die Partymacher? Wahrscheinlich zu dunkel, zu kurz und zu leise. Wir reden nicht von den Chefs der Diskotheken nebst angestellten Angestellten. Die wahre Kreativität lungert in Köpfen freier Menschen, in jenen, die den Erfolg ihrer Eigenmotivationen suchen, sei es, um damit Geld zu verdienen, um der Stadt eine Party zu schenken, die es noch nicht gab oder um ihren eigenen Geschmack öffentlich mit vielen Gleichgesinnten auszuleben. Wir haben diese Partymacher gesucht und gefunden.



Ussel und Andy
Darkness-Party


Ussel und AndyEigentlich heißen die beiden Marius Böse und Andreas Krüger, sind 26 bzw. 27 Jahre jung und leben und schaffen genauso lange in Halle. Sie veranstalten einmal im Monat die Dark-ness-Party im Turm. Arbeiter der ersten Stunde ist dabei Andy, der auf eine DJ-Suche des Traditionsclubs im Jahre 2003 reagierte, und den man samt Kumpel für eine regelmäßige Party mit Musik der 80er Jahre und Independent-Mugge verpflichtete. Es war Schicksal, dass zur ersten Party dermaßen schwarzes Grufti-Volk den Weg in den Turm fand, dass sein Kumpel ausstieg und Ussel gesucht und gefunden wurde. Da nun soviel lichtscheue Tänzer auch regelmäßig kamen, wollte man die musikalisch kompromisslos bewirten, und da auch Ussel und Andy der Musik mehr als zugetan waren, feierte man fortan erfolgreiche Darkness-Parties mit bis zu 700 Gästen. Damit verantworten die Jungs eine der größten Independent-Party-Reihen der Region.
Ussel ist gelernter Bankkaufmann und studiert derzeit BWL. Sein Studium finanziert er sich unter anderem als Alkoholtester. Er testet keinen Alkohol im üblichen Sinne, vielmehr lässt er am Wochenende als uniformierter Alkoholpolizist auf seinem Streifzug durch die Gastronomie unserer Stadt all jene ran, die freiwillig überprüfen wollen, ob sie noch fahren dürfen oder aber einen amtlichen Beweis darüber brauchen, wie viel sie sich heute wieder in die Rübe geschüttet haben. Andy ist Tischler, der gerade seinen Meister macht, allerdings seinen täglichen Dienst als Gruppenleiter in einer Behinderteneinrichtung antritt.
Die Darkness-Party jeden ersten Freitag im Monat ist Ausgleich, Hobby und Leidenschaft. Musik für Gruftis und alle, die es werden wollen, gibt es auf drei Floors im Turm. Elektro und EBM im Oberstübchen, die Wein-Lounge bietet Metall, und unten spielt man elektrofreie Musik jenseits von schwarzem House und Techno, von den Hits der 80er mal abgesehen. Seit über zwei Jahren veranstalten sie die Partys komplett alleine, doch im Gegensatz zu anderen Veranstaltern ziehen Ussel und Andy nicht nur Fäden im Hintergrund, sondern drehen auch an den Reglern als DJs der Nacht. Nicht gänzlich alleine, was auf drei Tanzetagen kompliziert wäre ...
Im Dezember gibt es wieder die reißerische Wahl zum Supergrufti. Lud man zu jenem Contest im letzten Jahr noch unter dem Namen "Halle sucht den Supergrufti", fühlte sich RTL dermaßen auf den Schlips getreten, dass ein Verbot in einem seitenlangem Pamphlet die Umbenennung in Supergruftiwahl erzwang. Die beiden sehen es als Kompliment und mit einem Zwinkern in den Augen.


Tristan Preuk
Friggen - Die Frischobstparty, Nachtcafé on Tour


Tristan PreukNeubrandenburg ist und bleibt Geburtsstadt. Tristan, 29, ist und bleibt im Herzen Mecklenburger. Halle ist so etwas wie seine Liebe. Tristan fährt gern in die Heimat und kommt genauso gern zurück.
Seine Veranstalterkarriere begann am Herder-Gymnasium in Halle, als er mit Mitschülern ein Schulhof-Open-Air organisierte. 17 Jahre war er damals alt. Bis heute hat sich nicht viel geändert. Die Welt vergrößerte sich über den Schulhof hinaus, den Direktor ersetzte das Ordnungsamt. Dann kam Friggen - Die Frischobstparty. "Eine unkommerzielle Party, organisiert von einem Konglomerat von Abiturienten verschiedener Gymnasien mit gleichen Interessen, mit der Musik, die wir gerne hörten, und dem Spaß, den wir brauchten."
Damals, noch im Capitol, glichen die Parties einer Klassenfahrt, nur ohne Fahrt, dafür mit Negerkussweitwerfen, Armdrücken, Knutschen und Live-Musik. Heute, elf Jahre später, ist nur noch Tristan übrig geblieben. Er studierte inzwischen Kulturwissenschaften in Leipzig und gründete sein Unternehmen TP Event Consult.
Im Nachtcafé Leipzig gab es inzwischen auch ein eigenes Friggen, jedoch nur vier Nächte lang. Mit jenem Nachtcafé ging Tristan dann aber auf Tour und hat damit allein 40 Veranstaltungen in Frühjahr und Herbst. Seine stolzesten Events waren die Springbreak-Parties am Cospudener See, die über mehrere Tage und Nächte gingen und für deren Organisation er O-Töne beim Original in Daytona Beach eingesammelt hatte. Seine Uni-Parties in Leipzig waren ebenso erfolgreich, wie Friggen in Halles Palette heute noch immer ist. Unnachahmlich.
Inhalt ist das Wichtigste an Tristans Parties. Einen DJ zu buchen, ist nicht schwer, und eine Party zu machen auch nicht, aber eine Party ähnlich einem Dramaturg durchzuprogrammieren, das ist Kunst, die Tristan beschäftigt und die er beherrscht. Das richtige Licht ist genauso bedeutend wie der Saxofonist, der perfekt auf den DJ abgestimmt ist. Und der DJ muss die Technik bekommen, die er für maximale Leistung benötigt. Der Videokünstler harmoniert mit der Musik und ist genauso wichtig wie das Fitzelchen Zitrone, das den Cocktail leckerer schmecken lässt. Sein Nachtcafé on Tour hat erst neulich wieder das Enchilada gefüllt, jetzt bereitet er sich unterstützend auf Umsonst & Überall am 30. Oktober und auf das nächste Beach-Clubbing im Maya-Mare am 8. November vor.


Deniz Berber
Tanz in den Mai, Black Sugar, Praetorian-Club, Midnight Madness, Study Starters und Fauxpas


Deniz Berber Ein Braunschweiger Jung geht als BWL-Student mit Hauptfach Marketing in Halle seinen Weg. Seine Leidenschaft für Organisation entdeckte der smarte Jungunternehmer Deniz Berber schon während seiner Abitur- und Zivildienstzeit in der Heimat. Im Nebenjob Barkeeper half er schon früh auf Events von befreundeten Veranstaltern gastronomisch, später auch organisatorisch aus. Außerdem war er bundesweit für verschiedene Marketingagenturen erst als Promoter, später auch als Team- und Projektleiter tätig.
Seitdem weiß er, "Organisation liegt mir, die Zusammenarbeit mit vielen und ständig neuen Leuten ist für mich wahnsinnig reizvoll". Damit war dann auch die Wahl des Studiums klar und die Martin-Luther-Universität bot sich wegen ihres guten Rufes an. Das erste, was Deniz in Halle tat, war, sich an einen Rechner zu setzen und die Szene auszubaldowern. Dabei fiel ihm auf, dass es noch keine Website im Netz gab, welche umfassend über das hallesche Nachtleben aufklärte. In Braunschweig kannte er eine Handvoll solcher Seiten und aus der Idee wurde schnell das erste Szeneportal für Halle und den Saalkreis, www.halle-nightlife.de. Dieses ermöglichte ihm regelmäßigen und guten Kontakt zur Gastronomie-Szene und war die beste Basis für eigene Veranstaltungen - und was Halle anbetraf, sah er in der Stadt sehr viel Potenzial. 2003 war es dann soweit, als Deniz' erste "Tanz in den Mai"-Veranstaltung über die Bühne ging. Damals noch in der Palette, inzwischen im Steintor ist das Event bis heute sein Liebling unter seinen Parties, weil "da so viele Gäste aus den verschiedensten Altersgruppen zusammenkommen und gemeinsam feiern!" Es folgten Halles erste regelmäßige Black-Music-Party, Rufname "Black Sugar", in der Palette und das House-Event "Praetorian-Club" im Enchilada. Später kamen mit dem Trinkspektakel "Midnight Madness", der Ladies-Night "Fauxpax" und der Erstsemesterparty "Study-Starters" weitere Kinder hinzu. Allein "Black Sugar" wurde in seiner Regelmäßigkeit abgesetzt, "zu viele sind auf diesen Black-Music-Zug aufgesprungen, außerdem geht mein Studium dem Ende zu und das benötigt auch seine Zeit", so Deniz erklärend. Das wichtigste bei allen seinen Veranstaltungen ist das runde Konzept, das es umzusetzen gilt, von der effizienten zielgerichteten Werbung Wochen zuvor, über ein interessantes Abendprogramm, bis hin zum freundlichen Personal, welches das tanzwütige Halle noch früh um fünf mit einem Lächeln verabschiedet.
Deniz hat in Halle mit seiner Event-, Promotion- und Bookingagentur einiges erreicht und wird auch in Zukunft alles tun, um das Nachtleben der Saalestadt zu bereichern. Als nächstes stehen ein Relaunch des Szeneportals und die nächsten Parties an.
Freut Euch am 20. Oktober auf "Fauxpas" in der Palette und den jährlichen "Praetorian-Club" am 3. November im Enchilada. Im gleichen Monat steht auch die nächste WiWi-Lounge noch ins Haus, genauer gesagt in den Volkspark.


Mathias Schwarz
System Club, Tanzschule 3000


Mathias SchwarzFamiliäre Gründe brachten den Fan elektronischer Musik mit 24 von Merseburg nach Halle. Nicht nur, dass Mathias Schwarz (heute 29) den Sound aus der Steckdose gern in seine Ohren transportierte, er wollte sein Gespür für exquisiten Stromton auch anderen Lauschern nahebringen. Als DJ fasste er erstmals 2002 im Musicdrome Fuß und überzeugte auf so eindringliche Art und Weise, dass der Turm den vom Erfolg Motivierten verpflichtete, den elektronischen Sektor im alten Gemäuer zu übernehmen. Dies war die Geburtsstunde des System Clubs, den Schwarz mit seinem Freund und musikalischen Gefährten Feliks Thielemann ins Leben rief. Nebenher gründeten sie zeitgleich das DJ- und Produzenten-Team Super Flu. Mit 100 Gästen zur Premiere versprach der System Club, erfolgreich zu werden - und er wurde es. Eine große Zukunft glänzte am Horizont, und auch der Volkspark glänzte. Denn Matze und Feliks packten ihren System Club in die Koffer und im Volkspark wieder aus. Hier ging es erst richtig los. Endlich konnte man mit großen Künstlern wie Chris Liebing oder Johannes Heil weit über 1.000 Gäste anlocken; allerdings gab es den System Club nur noch zwei Mal im Monat. Differenzen mit dem Betreiber des Volksparks zwangen erneut zum Umzug und dem Versuch, die Party wieder im Turm anzusiedeln. "Erstaunlicherweise lief uns das Publikum jedes Mal wie die Lämmer hinterher, was wohl für unsere Musik spricht, die uns aber auch stets das Wichtigste ist", lobt sich Matze ein wenig selbst.
Auch wenn er nun wieder auf weniger Quadtratmetern und nur noch jeden dritten Freitag feierte, ließen er und Feliks es sich nicht nehmen, interessante Gast-DJs zu buchen. Wir erinnern uns gern an Monika Kruse. Leider scheiterte die Neubelebung alter Traditionen schon wieder an zwischenmenschlichen Belangen, und so standen die Umzugskartons erneut abholbereit. Diesmal holte die Palette ab. "Ambiente und Atmosphäre passten hier aber nicht zum System Club und wir konzipierten die Tanzschule 3000". Obwohl auch diese Partyreihe funktionierte, schrie das Volk nach System Club. Am 10. November will man ihm geben, wonach es verlangt und ein System-Club-Special in der Palette zelebrieren. Das soll dann vierteljährlich wiederholt werden.
Super Flu sind gerade auf dem visionären Weg ganz nach oben, legen in London und Wien auf und verkaufen ihren Sound. Obwohl wenig Zeit bleibt, halten Euch Matze und Feliks die Freundschaft, suchen sogar parallel zur Palette nach einem echten System Club, den eigenen Wände für noch mehr System.


Tobias Glufke
Scheibenfleisch, Poetry-Slam


Tobias GlufkeAuch Tobias Glufke schaut auf 29 Jahre zurück. Als Schauspieler des freien Theaters Apron gelangte sein unterhaltsames Wesen in die Öffentlichkeit. Als das BWL-Studium hinzukam, zog er in des Theaters Hintergrund auch als Produzent und Manager die Fäden. Ende 2005 hatte er die Idee zu Scheibenfleisch beziehungsweise die Idee zu einer Party, mit der er gegen den Trend von zu viel Black Music, Hip-Hop und Elektro feiert und regelmäßig Live-Musik verspricht. Da er dieses Unterfangen nicht auf eigenen Fäusten stemmen, steuerliche Vorteile nutzen und sein Studium nicht vernachlässigen wollte, suchte er Gleichgesinnte, gründete den HALternativ e.V. und stellt selbst den ersten Vorsitzenden. Summiert man Name und Ziel des Vereins, wird offensichtlich, dass Alternativ-Parties veranstaltet werden sollen.
Aber was genau ist alternativ? "Alles was nicht die Spitze der kommerziellen Charts anstrebt, womit sich kein Radiosender profiliert, was sich vom kurzlebigen Mainstream abhebt und vor allem günstig ist", so Tobias Glufke. Ein reißerischer und dennoch unkommerzieller Name musste her. "Was für den Plattenspieler die Scheibe, ist für den Menschen das Fleisch", sinniert der Macher. Auf die Gefahr hin, alle Vegetarier zu vergraulen, gab es im Januar 2007 die Premiere von Scheibenfleisch im Turm. Hinterher wusste niemand, ob der restlos überfüllte Klub nur aus Fleischessern bestand ... Aber mit dieser einen Party war Tobias, nebst Verein, Veranstalter der größten Alternativ-Party der Stadt und ist es bis heute geblieben. "Das Wichtigste ist, dass es dem Publikum Spaß macht. Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler", zitiert er Helmut Thoma. So lebt die Party vom spontanen Witz, Spielen, Luftgitarrenwettbewerben, gewünschter Musik und einem bisschen Dreck. Dreck? "Nicht durchgestylt und überkünstelt, einfach gehalten, den Spaß an der Sache vorgeschoben", verbessert Tobias Glufke sein "bisschen dreckig". Ebensowenig glatt ist die Scheibenfleischmusik, die den Turm jeden dritten Freitag aller zwei Monate beherrscht. Im Kopf des Gebäudes wird man dann zugedröhnt mit hartem Sound von Marilyn Manson bis NIN, von Punk bis Metal. In der Mitte raucht man Shisha zu Chillout-Musik von Moby und Co.. Und unten läuft gängiger Pop. Wie wir hörten, flippen die Weibchen der Nacht bei Mia stets am meisten aus, die Herren bei Franz Ferdinand. Zusätzlich veranstaltet Tobias, zusammen mit seinem und dem Verein sTurmkultur e.V., den größten Poetry-Slam Sachsen-Anhalts, jeden dritten Sonntag im Monat. Ein Literaturwettstreit mit selbst geschriebenen und vorgetragenen Texten. Darüber hinaus ist das der einzige Slam in Deutschland, der eine Sitzmassage und ein Hörspielstudio anbietet; Hartz-IV-Empfänger haben immer freien Eintritt. Der nächste Poetry-Slam findet am 21. Oktober statt. Scheibenfleisch erwartet Euch bereits am 19. Oktober mit Punkrock von den Spanners.


Swen Fienhold
Innercity u.a.


Swen Fienhold mit WibkeSeinen eigenen Weg beschreitet der in Aschersleben geborene Swen (35) schon in den frühen 1990er Jahren. Independent und EBM begeistern sein Ohren. Als absoluter Depeche-Mode-Fan organisiert er an seinem 19. Geburtstag seine erste große Party in irgendeiner Werkshalle der Delitzscher Straße. Die nicht unbekannten DJs Andrew und Rick legen dabei Techno auf. "Gäste gab es nicht viele, aber die Party war ein Genuss." Erste Erfolge gelangen Swen dann mit EBM-Parties in Silberhöhes Jugendclub Eule, mit bis zu 400 Gleichgesinnten. "Das waren die ersten EBM-Parties in Halle, eine eigene Szene begann sich zu entwickeln."
Andrew und Rick hatten allerdings einen solch elektronischen Eindruck hinterlassen, dass sich Swens Gehörgänge zunehmend für Acid und Techno öffneten. Er überließ die junge EBM-Szene sich selbst, um fortan mit Techno eine ebenfalls recht junge Szene zu versorgen. Zwölf Jahre ist es her, dass der mittlerweile DJ Finé Genannte, Tausendsassa im Club der Stunde (Flatline, später auch Spacetc und Lanetic) die Menge vom DJ-Pult aus bediente. "Eine grandiose Zeit mit den spektakulärsten Undergroundparties der Stadt", erinnert sich Finé. Er sieht sich auch als einen der ersten, die das Konzept DJ und Klamottenladen verbanden, verdiente sich zehn Jahre lang seine Brötchen als DJ und Verkäufer im Eldorado. In dieser Zeit begann er sich zunehmend für HipHop zu begeistern, fungierte als Berater und Tippgeber der Schorre, war Resident-DJ in der Palette und sah sich selbst als Sprecher einer Szene, die nun im Sprechgesang ihr musikalisches Zuhause fand. Ratze, genannt DJ Big N(o)ise, klopfte an Finés Tür und fragte, ob der sich um HipHop im ehemaligen K1 bemühen wollte. Finé aber wollte mehr als nur auflegen und entwickelte ein Konzept, welches den Club in En Vogue umbenannte und recht schnell als Flaggschiff der Black-Music-Welle erfolgreich werden ließ, bis Differenzen mit den Betreibern die Zusammenarbeit beendeten. Gerade als er die mehr recht als schlecht funktionierende Event- und DJ-Booking-Agentur Black Honey gegründet hatte, kaufte das Tollhaus das En Vogue auf und wollte mit Finé einen neuen Club schaffen. Der Jacky Brown Club war geboren. Auch die Fortführung dieses Projekts scheiterte an Finés Stolz und seinen Vorstellungen von einen Black-, Funk- und HipHop-Club. "Ich fühlte mich als Mittel zum Zweck und hatte keine Lust mehr, ständig die Beine für andere breit zu machen". Das jüngste und diesmal eigene Projekt heißt "Innercity" und will Kunst und Musik in einer 70er-Jahre-Wohn-ambiente-Galerie miteinander verbinden. Zur Seite steht ihm die 20 Jahre junge Modedesignerin Wibke, die alle künstlerischen Fragen beantwortet und in der Galerie eine Nähmaschine stehen hat. Kleidung des mit Finé (der sich nun Jimmy Cut nennt) gegründeten Labels Kellerkinder wird sie nähen. Die multimedialen Ausstellungen wechseln alle zwei Wochen mit tanzbarer Verni- und Finissage. "Ich bin risikobereit, will zeigen, dass auch ohne Geld viel zu erreichen ist und zeige die Stadt, wie sie ist. In der Betrachtung liegt die Kunst", erklärt Swen Fienhold sein Galeriekonzept. Wir sind gespannt, was noch alles kommt.
 
Wort und Bild: Thomas Leibe