| Jungunternehmer in Leipzig |
Forschen, Entwickeln und Produzieren
Technologie aus Leipzig
Es gibt immer Probleme und immer auch Problemlösungen. Junge Unternehmen aus
Leipzig arbeiten an neuen Lösungen, neuen Produkten und auf neuen Märkten.
Zwei Chemikerinnen, Mutter und Tochter, entwickeln, produzieren und vertreiben
neuartige umweltfreundliche Polyurethane.
Dr.
Frauke Petry (32) ist zuständig für Geschäftsführung und Vertrieb,
Renate Marquardt mit ihren über 30 Jahren
Erfahrung für die Bereiche Entwicklung und Produktion. Beide sind neu in
Leipzig. Frauke Petry, in Dresden geboren und in Brandenburg aufgewachsen, hat
mehr als die Hälfte ihres Lebens in Westfalen, England und Niedersachsen
verbracht. Zuletzt in Göttingen, dort promovierte die junge Frau, gründete eine
Familie und ein Unternehmen. Auf einer Veranstaltung in Wolfsburg lernte sie den
BIC-Geschäftsführer Stefan Rumsch kennen, der holte sie nach Leipzig. "Es geht
nicht immer ums Geld beim Gründen", erklärt die Unternehmerin, "sondern um die
konstruktive Zusammenarbeit mit den richtigen Leuten". Und in BIC und
Unternehmensgründerbüro ugb sitzen diese richtigen Leute! Im März 2005 startete
Frauke Petry mit einer Limited-Gesellschaft. "Wir hatten in Göttingen ein
Entwicklungslabor." Im März 2007 wurde die GmbH in Leipzig gegründet, die neben
dem Vertrieb der weichen, elastischen und natürlich unbrennbaren Kunststoffe die
Weiterentwicklung des anpassungsfähigen PUR-Werkstoffs vorantreiben will.
HydroPUR besteht zur Hälfte aus Wasser und wird unter anderem zur Füllung von
Baumaschinenreifen als Pannenschutz eingesetzt. "Wir wollten immer mit einem
marktreifen Produkt starten", sagt Frauke Petry, die auf ein gesundes und
organisches Wachstum ihres inhabergeführten Unternehmens setzt. Neben Tochter
und Mutter werden derzeit zwei Mitarbeiter beschäftigt.
PURinvent GmbH, Weißenfelser Straße 67,
www.purinvent.com
Dirk Peters (34) sitzt ebenfalls in der
Weißenfelser Straße 67. Er und seine vier Mitarbeiter beschäftigen sich mit
Assay-Automation. Assay ist ein "Rezept", nach welchem im Labor analysiert oder
produziert wird. Automation wirkt verständlicher und meint die Automatisierung
zuvor manuell ausgeführter Arbeitsschritte. Peters' Unternehmen
AVIOR
systems ist spezialisiert auf die Automatisierung solcher Arbeitsschritte in
Laboren. In denen fallen jede Menge Routineprozesse an, und die können von
Automaten übernommen werden. Peters und seine Leute entwickeln und produzieren
die Automaten, also Maschinen dafür. Der Unternehmer war sieben Jahre lang
Angestellter in diesem Bereich und machte sich im Juli 2005 selbstständig,
zunächst allein. "In den Markt hineinzukommen, ist nicht einfach", sagt er, man
müsse Kontakte aufbauen, Lücken suchen und "gefunden werden", das heißt z.B.
"bei Google möglichst weit oben stehen". Neben der Auffindbarkeit im Internet
ist die Anwesenheit auf Messen von Bedeutung. Mit eigenem Stand auf
Fachveranstaltungen präsent zu sein, wird von der Sächsischen Aufbaubank
gefördert. Mittlerweile arbeiten neben dem Chef zwei Konstrukteure, ein
Software-Entwickler und ein Elektroniker an anspruchsvollen Aufträgen. "Der
Kunde kommt mit seinem Problem zu uns, gemeinsam entwickeln wir eine Lösung und
bauen dann die daraus resultierende Anlage", umreißt der gebürtige Leipziger
die Vorgehensweise. Der Facharbeiter für Maschinen- und Anlagenbau studierte in
Zwickau und darf sich seitdem Dipl.-Ing. (FH) für physikalische Technik nennen.
Finanziell habe er als Angestellter besser dagestanden, das Arbeiten als
Selbstständiger allerdings mache deutlich mehr Spaß.
AVIOR systems GmbH, Weißenfelser Straße 67,
www.avior.de
In einem Call-Center sitzen freundliche Menschen vor Bildschirmen und
Tastaturen, haben Hör- und Sprechgerät am Kopf und rufen an oder nehmen Anrufe
entgegen. Programme sorgen dafür, dass Nummern gewählt, Gespräche aufgezeichnet
und Aktivitäten dokumentiert werden.
"Der
Call-Center-Markt wächst nach wie vor zweistellig", sagt
Klaus Waiblinger (45), Geschäftsführer der ADCOTEL GmbH mit
Schwerpunkt Marketing und Vertrieb. "Es gab - und gibt - gute
Call-Center-Software und Dialing-Technologien", fährt er fort. "Was es nicht
gab, war ein Anbieter, der diese Technologien auf einer On-Demand-Plattform zur
Verfügung stellt." Im November 2004 wurde dieser Anbieter in Leipzig gegründet:
Die ADCOTEL GmbH sitzt von Beginn an im BIC und ist ein Dienstleister für
Call-Center. Klaus Waiblinger nennt die Kernleistungen: "Erstens:
Infrastrukturen zusammenstellen, aufbauen und bereitstellen - unter Verwendung
der vorhandenen Call-Center-Software und Dialing-Technologien. Zweitens:
Transparente Rechnungen erzeugen. Drittens: Die Aktivitäten des Kunden für den
Kunden dokumentieren." Der Vorteil für die Kunden: Sie nutzen neueste
Technologie, ohne sie einkaufen zu müssen, und zahlen auch nur dann, wenn sie
sie ganz konkret nutzen. "Wir sind ein Reseller (Wiederverkäufer - d.Red.), der
Kunde bekommt von uns alles aus einer Hand." Die ADCOTEL ist aber auch Teil
eines Unternehmensverbundes und als solche beteiligt an der Entwicklung neuer
Lösungen im Call-Center-Geschäft. Klaus Waiblinger, der zwischen
Baden-Württemberg und Sachsen pendelt, ist ein Marketing-Mann, der vor Jahren in
die Call-Center-Branche wechselte. "Call-Center-Business hat immer etwas mit
Marketing und Vertrieb zu tun", sagt er, "und ist ein hochspannender
Wachstumsmarkt".
ADCOTEL GmbH, Karl-Heine-Straße 99,
www.adcotel.com
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| Wort und Bild: Ernie Le Coq |
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