"Death Proof - Todsicher" und "Planet Terror"

Quentin TarantinoGrindiger Doppel-Horrorspaß

Weltweit kommt nun getrennt, was mal als Doppel-Feature von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez gedacht war, aber die beiden Filme wurden zu lang. Und da man uns den ganzen Genuss bieten will und nicht wie in den USA die gekürzten Varianten, kommt nun erst einmal Tarantinos "Death Proof - Todsicher" in die Kinos, ein paar Wochen später folgt Rodriguez' "Planet Terror".


Geht bei beiden bitte mit einem Augenzwinkern ins Kino und nehmt nicht zu ernst, was da an spritzendem Blut und Horrorfiguren über die Leinwände tobt! Auch nicht, was Tarantino seine Figuren von sich geben lässt (das macht er genial, wenngleich die eine oder andere Szene ein wenig zu verquasselt wirkt). Die beiden Regisseure haben sich zusammengetan, um in einem Double-Feature gemeinsam in Nostalgie zu Death Proof - Todsicherschwelgen. Die alten Grindhouse-Schmuddelfilme der 70er Jahre haben es ihnen angetan, und sie verstehen es meisterhaft, sich an ihnen zu orientieren, sie zu imitieren und sie damit in unsere Zeit zu transportieren. Da sind unheimlich viele Details, die aufgegriffen wurden und uns Vergnügen bereiten werden.

Aber erst einmal zum "Action"-Streifen. Die Anführungsstriche stehen da, weil es nicht allein Action ist und weil die Otto-Nomal-Action-Fans es sicher zu langweilig finden werden. Aber für die Tarantino-Freunde und Kenner des Genres (auch von älteren Trash-Streifen) ist es genial. Ihr solltet Euch einfach darauf einlassen und die vielen Spielereien genießen. Dann habt Ihr wirklich viel, viel Spaß, im wahrsten Sinne des Wortes.
Zwei Geschichten erzählt Tarantino uns da in einer. Death Proof - TodsicherDeren Verbindungsglied ist Stuntman Mike (Kurt Russell in absoluter Hochform). Der hat Spaß daran, mit seinem speziell versteiften Stunt-Auto mit Totenkopf auf der Motorhaube junge Frauen umzubringen. Beim ersten Mal gelingt es ihm auch, eine Clique von drei Freundinnen auszulöschen. Er selbst kommt wieder auf die Beine und beobachtet schon die nächsten vier jungen Dinger. Mehr sei nicht verraten ...
Dem Film ist eindeutig anzusehen, dass Tarantino in seinem früheren Leben sein Geld als Videothekar verdient hat - und das als wahrer Filmfreak. Er scheint aber auch jeden Streifen gesehen zu haben, und er schreckt nicht davor zurück, sich selbst zu zitieren.
Der Mann mit dem kometenhaften Aufstieg nach seinem Wechsel ins Regiefach hatte bereits mit seinem ersten Streifen "Reservoir Dogs - Wilde Hunde" (das Drehbuch hat er noch als Videothek-Angestellter verfasst) bewiesen, dass er beachtenswertes Talent besitzt. Inzwischen, sechs Filme später, zählt er zu den talentiertesten Filmemachern der Welt. Das ist er allerdings bereits seit seinem inzwischen zum absoluten Kult aufgestiegenen "Pulp Fiction" aus dem Jahr 1994. Und bis zu "Kill Bill", und nun bei "Death Proof" schwelgt er gekonnt in Filmzitaten, exakter Arbeit und hörenswerten Dialogen. Und der große Meister spielt selbst mit, ist im ersten Teil der Kneiper, bei dem die Mädchen auf Stuntman Mike treffen!
Planet TerrorUnd diesmal hat er sich für ein Doppelwerk mit dem befreundeten Regisseur Robert Rodriguez zusammengetan. Auch wenn das Experiment in den USA gefloppt ist - das hat bekanntlich nichts zu bedeuten -, Talent haben die beiden auch hier bewiesen und für ihre Fans Sehenswertes geschaffen. Und wer bis dato mit Grindhouse nichts anfangen kann, dem sei geholfen: Bis in die 80er Jahre hinein gab es in den Zentren der großen US-amerikanischen Städte Kinos, in denen nonstop B-Movies mit Sex und Gewalt gezeigt wurden, meist von filmisch minderer Qualität.
Den gewalttätigeren und blutigeren Part hat Rodriguez mit "Planet Terror" geliefert, in dem geht es um ein biologisches Experiment, das schief läuft. Zombies treiben fortan ihr Unwesen. Die wiederum werden von einer Gruppe bewaffneter Jungs und Mädels verfolgt. Mit von der Partie ist unter anderem eine einbeinige Schöne mit einer Maschinenpistole Planet Terrorals Prothese. Da fliegen natürlich schon die Gedärme durchs Kino - das gehört zu einem B-Movie schließlich dazu. Ganz viel rabenschwarzer Humor kommt ins Spiel, wenn die Welt vor bösen Zombies bewahrt werden soll.

Zuguterletzt: Achtet auch auf die speziellen Trailer vor und nach dem Film. Die gehören zum Doppelprojekt Tarantinos und Rodriguez' dazu und stammen ebenfalls von horrorerfahrenen Regisseuren wie "Hostel"-Macher Eli Roth.

Den gewalttätigeren und blutigeren Part hat Rodriguez mit "Planet Terror" (Kinostart: 4. Oktober) geliefert, in dem geht es um ein biologisches Experiment ...
 
Wort: Carola Kinzel / Bild: Senator/Central