| United Cheer X-plosion |
Die
Stimmungsmacherinnen
Cheerleader hat sicher jeder schon einmal gesehen, meist jedoch nur im Film
oder Fernsehen. Was in den Vereinigten Staaten weitverbreitet ist, scheint
hierzulande eher exotisch. Dabei gibt es vier Vereine in Dresden, in denen vor
allem Mädchen und junge Frauen die Mischung aus Tanz, Turnen und Akrobatik
erlernen und ausüben.
Einer davon ist der United Cheer X-plosion e.V. im Dresdner Osten. "In den USA
treten die Cheerleader oft für ihre Highschool- oder Universitäts-Teams auf, bei
uns ist das eher selten der Fall", erklärt Anja Löhmann, Trainerin der
Jugendgruppe und selbst bei den "Senioren" aktiv. Zu denen gehört man übrigens
schon ab 17!
Zwar sind die Cheerleader ursprünglich zum Anfeuern der Teams entstanden, doch
tut die fehlende Verbindung zum Football dem Spaß am dynamischen Sport keinen
Abbruch. Die 50 Aktiven im Alter von sechs bis 27 sorgen bei Stadtfesten,
Unternehmensfeiern oder Sport-Events für gute Stimmung.
Was viele nicht wissen: Die ersten Cheerleader waren Männer! Der Sport ist um
1890 an den amerikanischen Unis entstanden. Erst später wurden Frauen zum
Studium und zum Cheerleading zugelassen. Dass das Verhältnis heutzutage
zugunsten des weiblichen Geschlechts umgeschlagen ist, lässt sich leicht
erklären: "Frauen sehen einfach besser aus", weiß Anja lachend zu berichten.
Ganz ohne das starke Geschlecht geht es dann nicht, wenn komplizierte
Wurffiguren aufgeführt werden. Für einen zweifachen Salto in der Luft bedarf es
einigen Schwunges. Bei Pyramiden und anderen akrobatischen Höchstleistungen
kommen die Mädchen aber auch so zurecht. Kraft ist jedoch nicht die wichtigste
Voraussetzung, Rhythmusgefühl und Ausdauer sind entscheidend. Eine "Traumfigur"
ist keine Bedingung. Eine kräftige Stimme für die "cheer and chant" genannten
Anfeuerungsrufe ist von Vorteil.
Trainiert wird zweimal die Woche, jeweils zwei bis drei Stunden, vor Wettkämpfen
öfter. Wie bei jedem Sport gilt: Je früher man anfängt, desto besser kann man
werden. Trotzdem können Interessierte jederzeit einsteigen. Beim kostenlosen
Probetraining erfährt man, ob das Cheerleading Spaß macht. Regelmäßige
Leistungsvergleiche bei Meisterschaften gehören zum festen Programm. In der
Gruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen hat es die Cheer-Explosion bereits zum
sächsischen Vizemeister gebracht.
www.cheer-dresden.de
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| Wort: Ullrich Bemmann / Bild: Tobias Kade |
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