| Vita Cola präsentiert - Sommer, Sonne, Satte
Sounds |
Der BLITZ!-Wegweiser zu den Konzert- und
Party-Highlights der Saison
16.06. • Bad Köstritz • Schlosspark
17.06. • Leipzig • Völkerschlachtdenkmal
21.06. • Erfurt • Messe
Rosenstolz
Der Stolz der Rose startet den zweite Teil der Tournee zum Album “Das große
Leben”.
Seit
kurzem ist auch bekannt, dass die Platte voll und ganz an die früheren Erfolge
anknüpfen konnte: Sie erhielt dreifach Platin. Die Single “Ich bin ich (Wir sind
wir)” heimste Gold ein. Seit Wochen schon proben AnNa und Peter intensiv für die
Open-Air-Shows und finden parallel dazu Zeit, im Studio bereits an neuen
Aufnahmen zu werkeln. Den Support für ihre Konzerte wird die freche junge Band
Panda aus Berlin geben. Die sind wild und ungestüm, die Musik ist geradeaus und
provokant - AnNa und Peter haben sich bereits offen als Fans geoutet. Und es
wird noch eine zweite Vorband geben: Michme heißt das Soloprojekt des
Scycs-Frontmanns Stephan Michme aus Magdeburg. Vielen dürfte der als Moderator
bei MTV oder Radio Fritz bekannt sein. Es lohnt sch also, pünktlich bei den
Konzerten zu sein!
23.06. • Kranichfeld (bei Erfurt) • Niederburg
06.07. • Leipzig • Parkbühne
07.07. • Dresden • Tante Ju
25 Jahre Keimzeit & Gäste
Tatsächlich, sie sind schon ein Vierteljahrhundert alt! Anfang der 80er begann
eine sehr musikalische Familie aus Lütte bei Potsdam, gemeinsam Musik zu machen.
Die
drei Brüder nebst Schwester Marion nannten sich erst Jogger, ab 1982 dann
Keimzeit. Das gilt offiziell als Gründungsjahr. Erst 1984 kam mit Gitarrist Ulle
Sende (der die Band 2003 wieder verließ) das erste Nichtfamilienmitglied zu den
Leisegangs. Im Jahr darauf musste Schwester Marion ausscheiden, sie bekam
Nachwuchs. Die Keimzeit-Muggen, bei denen sich allmählich immer mehr eigenes
Material unter die Covernummern mischte, wurden schnell Legende ob ihrer
überbordenden Spielfreude und -dauer. Noch vor der Wende kamen sie ins
DDR-Fernsehen, 1990 erschien die erste Platte bei der BMG. Keimzeit waren im
eigentliche Sinne nie eine Ostrock-Band, trotzdem beschränkte sich ihre rasch
steigende Popularität vor allem auf die fünf neuen Länder. Besonders nach dem
zweiten Album “Bunte Scherben”, auf dem sich ihr großer Hit “Kling Klang”
befand, kannte ihre Beliebtheit kaum Grenzen, ihre Love-&-Peace-Freundlichkeit
und Norbert Leisegangs charismatisches Grinsen füllte die Säle vom Fichtelberg
bis Kap Arkona. Im Westen tat man sich immer schwer mit diesen Liedern, die es
wagen, einfach uncool zu sein, ein Lebensrecht auch für Verlierer einfordern und
sich jeder Einordnung in irgendwelche Trends standhaft entziehen.
Jetzt sind sie also 25. Zu den Jubiläumskonzerten werden alle alten
Bandmitglieder auf der Bühne stehen, neben Schwester Marion auch der erwähnte
Gitrarrist Ulle Sende sowie Keyboarder Matthias Opitz. Die ganze
Keimzeit-Geschichte mit allen Hits. Das wird ein Fest!
23.06. • Neukirchen (bei Borna) • Harthsee
Love Music Beach
Diesmal starten sie richtig durch! Bei der zweiten Auflage des Love Music Beachs
wird es gleich sieben Zelte geben, in denen alle Spielarten von Techno-, House-,
Minimal-, Electro- und Black Sounds zu ertanzen sein werden.
Da
gibt es einen House- und einen straighten Techno-Floor. Erster wird von der
jungen Booking-Agentur Dusted Deck gehostet, letzterer von Strezz & Dust, die
sich durch ihre Events in den Sandsteinhöhlen zu Halberstadt einen Namen gemacht
haben. Es wird ein Electro-und-Deep-House-Zelt geben, das von einer bekannten
Posse aus Dessau betrieben wird (u.a. “Tanz der Maschinen”), und auch eine
Spielwiese für die Minimalisten, auf welcher sich drei mitteldeutsche Labels
vereinen: Eine Kraftachse Dresden - Chemnitz - Erfurt. Im Zelt des Event-Guides
Vibe wird ein verrücktes Crossover aus House, Minimal & Techno geboten. Und wo
Bounce 87 draufsteht, das wissen ja inzwischen alle, da ist phatter HipHop drin.
Die Homies aus Leipzigs angesagtestem Club in dieser Richtung werden ordentlich
einheizen. Zelt Nummer 7 ist die Chiller-Lounge. Hier erwartet die Shine Bar die
ermatteten Tänzer. Auf flauschigen Sitzmöbeln unter Palmen kann die riesige
Cocktailkarte studiert und neue Power getankt werden. Betrieben wird das Ganze
von der Crew des Döbelner Rohtabaks - die wissen, wie’s geht. Und wem es nach
einer langen Tanznacht noch immer nicht reicht: Ab 5 Uhr wird allen schlaflosen
Morgenschwärmern zur After Hour der Millenium-Club im Cult geöffnet, um
gemeinsam mit Parker Johnson und Rob Ventura die Party um ein paar Stündchen zu
verlängern.
24.06. • Dresden • Alter Schlachthof
Patti Smith
Die Grand Dame des Indie! Eigentlich ist sie ja eher unter der Rubrik Singer/Songwriter
einzuordnen. 1975 veröffentlichte sie ihr heute legendäres Debütalbum “Horses”.
“Drei
Akkorde und die Kraft des Wortes” haben ihr gereicht, die Welt zu erobern. Wobei
es zu ihrer Spezialität wurde, Hits anderer in ihrer eigenen spröden Art zu ganz
neuen Perlen zu formen. Patti galt als Vorläuferin der Punk- und Wave-Bewegung,
nebenbei wurde sie noch zur Feministinnen-Ikone. 1977 hatte sie mit “Because The
Night”, entstanden in Zusammenarbeit mit Bruce Springsteen, ihren einzigen
echten Hit. Kurz danach brach sie die musikalischen Brücken erst einmal hinter
sich ab, heiratete und widmete sich der Familie. Erst nach dem Tod ihres Mannes
ging sie wieder in die Öffentlichkeit. Seit 1996 produziert sie regelmäßig
Alben. Das jüngste heißt “Twelve” und enthält ausschließlich Coverversionen,
unter anderen Nirvanas “Smells Like Teen Spirit”. Diese Ausnahmefrau sollte man
sich keinesfalls entgehen lassen!
25.06. • Dresden • Junge Garde
Peter Gabriel
Nach dem enormen Run auf die beiden ursprünglich geplanten Deutschland-Konzerte
hielten es die Veranstalter für geraten, noch zwei Daten nachzuschieben:
Eines
davon ist der 25. Juni in Dresden. Peter Gabriel gehörte 1967 zu den
Gründungsmitgliedern von Genesis, deren Erfolg mit bombastischen Kunstrockalben
zu nicht geringen Teilen auf seine Kappe ging. Im Jahr 1975, nach der Tour zum
bis dahin wohl komplexesten Werk “The Lamb Lies Down On Broadway” verließ
Gabriel Genesis; seitdem veröffentlichte er elf Soloalben und eine Vielzahl
diverser Soundtracks. Gleich die erste Platte enthielt mit “Solsbury Hill”
seinen bis heute größten Hit, er schien sich auf eingängigere Popmelodien
verlegt zu haben, wie es seine ehemaligen Bandkollegen mit Schlagzeuger Collins
an der Spitze dann Jahre später mit großen Erfolg auch taten. Gabriel jedoch
wandte sich mehr und mehr der Weltmusik zu, er ist überhaupt ein freudiger
Experimentierer: Sein aufwändiges Video zu dem Stück “Sledgehammer” brachte ihm
1987 ein Fülle von Preisen. Für den Soundtrack zu Martin Scorseses “Letzte
Versuchung Christi” heimste er zwei Jahre später einen Oscar ein. Gabriel ist
immer vorn dabei, wenn es um innovative technische Neuerungen geht - sein On
Demand Distribution war eines der weltweit ersten Download-Portale. Er engagiert
sich in allen möglichen sozialen Projekten; einem solchen Anlass war auch der
bis dato einzige gemeinsame Genesis-Auftritt nach der Trennung geschuldet - das
war 1982. Einer der ganz Großen kommt nach Dresden, das sollte man sich ansehen!
25.06. • Zwickau • Stadthalle
26.06. • Dresden • Junge Garde
John Fogerty
Ein großes Talent, ein begnadeter Songschreiber - und die Geschichte, wie das
gnadenlose Musik-Biz so ein Talent ausbremsen kann: Zwischen 1968 und 1970
veröffentlichte die Band Creedence Clearwater Revival aus Kalifornien sechs (!)
Alben (allein 1969 waren es drei!),
die
fast ausschließlich aus Single-Hits bestanden: “Suzie Q”,”I Put A Spell On You”,
“Proud Mary”, “Bad Moon Rising”, “Who’ll Stop The Rain”, “Up Around The Bend”,
“Have You Ever Seen The Rain” oder “Hey Tonight”. Die Kette der Evergreens ist
beeindruckend, eine solche Hit-Dichte hatten bis dato nur die Beatles um die
Mitte der 60er vorgelegt. Und CCR verkauften mehr Platten als sie, weil sie auf
dem größeren amerikanischen Markt viel erfolgreicher waren als die Liverpooler!
In Europa waren sie nicht ganz so die Überflieger - in Deutschland z.B. wurde
nur “Hey Tonight” eine Nummer 1. Sänger und Songschreiber aller Hits (bis auf
die Coverversionen) war John Cameron Fogerty, geboren 1945. Nachdem sich die
Band 1972 getrennt hatte, gingen die Streitereien um Anteile, Rechte und so
weiter los. Die Verwertungsrechte an den Hits lagen beim Ex-Manager; als Fogerty
1975 ein Soloalbum rausbrachte (es enthielt u.a. den Song “Rockin’ All Over The
World”, mit dem Status Quo einen Welt-Hit landeten) wurde er von diesem des
Plagiats angeklagt: Fogerty wurde tatsächlich beschuldigt, von sich selbst
abgeschrieben haben ... Es tobte ein erbitterter Krieg durch alle Instanzen, am
Ende war Fogerty mit allen verstritten. Seine Kreativität war über viele Jahre
gelähmt. Erst Mitte der 80er Jahre erschienen wieder Soloalben, bis heute hat er
noch einige veröffentlicht. Unsterblich machen ihn jedoch seine Hits aus den
wilden Jahren zwischen 1968 und 70.
29.06.-01.07. • Roitzschjora • Flugplatz
With Full Force
The Battle Of Metal: Das etablierteste harte Festival des wilden Ostens. Nicht
weit weg von Leipzig, zwischen Bitterfeld und Bad Düben auf dem Flugplatz
Roitzschjora bei dem kleinen Örtchen Löbnitz, geht das 14. With Full Force über
die Bühne.
Wie
immer nach dem bewährten Motto: Große Namen auf die Hauptbühne, die Genres
angenehm durchmischt: Von den Nu-Metal-Göttern Korn über den Brachial-Punk der
Dropkick Murphys, den Old-School-Hardcore der Sick Of It All, die
Skandivavien-Fraktion um die Melodic-Death-Metaller Children of Bodom und die
Viking-Death-Prügler Amon Amarth reicht die Palette bis hin zu den
unangefochtenen Göttern des American Speed ‘n Trash: Slayer. Ein großes Billing,
da ist für jeden was dabei. Daneben ist im Zelt wieder Gelegenheit, neue Band zu
entdecken. Und, was immer wichtig ist beim Full Force: Hier gibt es auch Platz
für den derben metallischen Humor. Sage nämlich keiner, die Metaller hätten
keinen, auch wenn er natürlich oft nicht stubenrein ist. Aber bei Onkel Tom (Angelripper),
den kaputten Comedy-Trashern Manos, der Oi-Schweinigel-Combo Kassierer und den
wirklich schwer witzigen Chaosrockern Knorkator mit dem schönsten Falsetts des
deutschen Rock ‘n Roll kann man sich tatsächlich prima amüsieren! Für die ganz
Harten gibt’s die größte Herausforderung gleich in der allerersten, der
“Knüppelnacht”: Punkt Mitternacht eröffnen Satyricon, dann geht der
Black-Metal-Reigen düster-satanistisch weiter, bis um 4.35 Uhr Mayhem die Bühne
en-tern, die Legende des Genres. Wenn die aufhören, ist es schon wieder hell.
Falls der Herr die Sonne nach diesem blasphemischen Spectaculum überhaupt wieder
aufgehen lässt ...
29.06. • Leipzig • Parkbühne
Orchestral Manoeuvres in the Dark
Sie gehören zu den Pionieren des Wave und Synth-Pop vom Beginn der 80er,
besonders in der Gothic-Szene werden sie wie Götter angebetet.
1978
von Andy McCluskey und Paul Humph-reys gegründet, hörte man ihren ersten
Aufnahmen noch deutlich den Einfluss von Kraftwerk an. Ihre erste Tour spielten
sie als Anheizer für Gary Numan. 1981 hatte die Band die ersten Hits: “Souvenir”
und “Maid of Orleans (The Waltz Joan of Arc)”. Letzterer kam im März 1982 auch
in Deutschland auf Nummer 1. 1984 änderten OMD ihre Klangfarbe radikal,
bereicherten ihre Musik um Ethno-Elemente. Das fand jedoch nur mäßigen Anklang
bei den Fans - immerhin hatten sie 1986 mit “If You Leave” auch einen Single-Hit
in den USA. 1988 trennte sich die Band. Andy McCluskey erhielt die Namensrechte
- unter dem Namen OMD hat er seitdem eine Reihe von Alben veröffentlicht und
Tourneen gespielt. 1991 gab es mit dem Album “Sugar Tax” und der Single “Sailing
On The Seven Seas” sogar noch einmal eine richtigen Hit. Sie sind heute ein
Stück Pop-Geschichte. Ein überaus klangschönes Stück!
04.07. • Leipzig • Zentralstadion
Genesis
An dieser Stelle wollten wir Euch eigentlich in aller epischen Breite einen der
Konzerthöhepunkte der diesjährigen Saison schmackhaft machen.
Verspricht
doch die Reunion-Tour von Genesis nicht mehr und nicht weniger als einige der
schönsten Pop-Songs aller Zeiten auf der Live-Bühne in der Besetzung, die diese
Evergreens damals eingespielt hat. Doch das wisst Ihr ja garantiert schon: Das
Konzert ist seit Monaten ausverkauft. Die glücklichen Ticket-Besitzer freuen
sich sicher ohnehin auf das Ereignis - und dem unglücklichen Rest wollen wir
nicht auch noch zusätzlich den Mund wässrig machen: Konzertkarten sind oft
schneller weg, als man denkt. Haltet Euch also mit BLITZ! ständig auf dem
Laufenden und zögert beim nächsten Mal nicht mit dem Kartenkauf in den
einschlägigen Vorverkaufsstellen, wenn Ihr Eure Idole angekündigt seht!
04.07. • Dresden • Pieschener Allee
Red Hot Chili Peppers
Sie sind eine der größten Bands der Welt. Und wie kaum eine andere haben sie
alle Höhen und Tiefen des Biz mit seinem unheimlichen Bermudadreieck aus Sex,
Drugs & Rock ‘n Roll ausgekostet.
In
den 80er Jahren machten sie sich mit einem verrückten Crossover (das Wort wurde
freilich erst später erfunden) aus Funk und Rock einen Namen. Gleichzeitig auch
mit ihren Bühnenshows, die sie oft nur mit einer einzigen Socke bekleidet
bestritten (über der Manneszier) und ihrem immensen Konsum an allen möglichen
Drogen. Vor allem an dem schweren Hammer Heroin hingen fast alle Bandmitglieder
mehr oder minder lange - in erster Linie aus diesem Grund sind die Chili Peppers
von den Superbands zweifellos jene mit der höchsten Musikerfluktuation. Als sie
mit “Blood Sugar Sex Magik” 1991 dank Hitsingles wie “Under The Bridge” oder
“Give It Away” endlich den weltweiten Durchbruch schafften, war
Gründungsgitarrist Michael Slovak schon der Droge erlegen, auch sein Nachfolger
verschwand mehrere Jahre im Milieu. Trotzdem gelang es ihnen, acht Jahre später
mit “Californication” den Erfolg noch zu toppen; dieses Hammeralbum hatte zwar
nicht die ruppige Wucht des berühmten Vorgängers, enthielt aber einige veritable
Hits wie “Otherside”. Im vergangenen Jahr erschien mit “Stadium Arcadium” das
aktuelle Album der kalifornischen Crossover-Pioniere. Es entstand genau dort, wo
sie schon “Blood Sugar Sex Magik” aufnahmen, mit dem selben Rick Rubin an den
Reglern. “Das größte Album des Jahres 2006!” jubelte die einheimische Presse.
Auf jeden Fall eine geniale Band! Wer vor oder nach dem Konzert nicht ewig im
Stau stehen möchte, kann sich auf
www.aust-konzerte.de über die besten Parkmöglichkeiten informieren.
05.07.-19.08. • Jena • Theatervorplatz
Kulturarena
Eines der ambitioniertesten kulturellen Projekte der Region geht in sein 16.
Jahr. Wie kein anderes Festival verknüpft die Kulturarena einen Sommer lang
unterschiedlichste künstlerische Genres wie Theater, Film und Musik zu einem
hochspannenden Mix.
Die
stilistische Breite in der Musikauswahl nötigt immer wieder Bewunderung ab. Ein
Schwerpunkt der diesjährigen Arena wird der sogenannte Mestizo-Sound sein, Musik
von der sonnigen Seite des Globus, hier dargeboten von Ojos de Brujo (Spanien)
und Babylon Circus (Frankreich). Angereichert werden diese exotischen
Klangfarben noch durch den Tango des Bajofondo Tango Clubs
(Argentinien/Uruguay). Zu den echten Exoten im Festivalprogramm zählen auch
Scala & Kolacny Brothers aus Belgien. Ein 40köpfiger Frauenchor mit
engelsgleichen Stimmen interpetiert harmonisch die heftigen Hits und düsteren
Hymnen der Alternative- und Grunge-Szene. Das macht viel Spaß und berührt auch
ganz eigentümlich, auf jeden Fall ist es furchtbar originell - so etwas hat es
noch nicht gegeben. Außergewöhnlich ebenso ist das Idan Raichel Project, dem es
gelingt, die Kulturen Israels in all ihrer Fülle einzufangen. In jedem Jahr
präsentierte die Kulturarena auch interessante und große Frauenstimmen. Das
werden diesmal die Belgierin An Pierlé, Holly Cole aus Kanada und eine neue
interessante Stimme aus der reichen skandinavischen Jazzwelt, die Schwedin
Fredrika Stahl, sein. Dazu die amerikanische Singer/Songwriter-Ikone Rickie Lee
Jones. Außerdem gibt’s wie üblich eher mehrheitstaugliche Angebote aus dem Rock-
und Pop-Bereich wie Calexico, Willy DeVille und Bela B.. Einen hübschen Cocktail
haben die Veranstalter da gemixt, da dürfte jeder Geschmack bedient werden. Und
allen: Wohl bekomm’s!
05.07. • Leipzig • Parkbühne
Toto
Irgendwann 1977: Ein paar Freunde in Los Angeles haben eben eine Band gegründet.
Doch es fehlt an der zündenden Idee für einen fluffigen Namen.
Okay,
sagten sie, jeder überlegt sich bis zum darauffolgenden Tag etwas. Abends kam
dann “Der Zauberer vom Oz” im Fernsehen. Prompt schlug tags drauf einer den
Namen Toto vor - es ist der Name des niedlichen Hündchens in der Erzählung.
Gleich das erste Album enthielt den Hit, der den Durchbruch bedeutete: Mit “Hold
The Line” erregten Toto weltweit Aufmerksamkeit. Vor allem in Deutschland, wo
die Band alle ihre Alben bedeutend besser platzieren konnte als irgendwo anders
in der Welt. Hier sitzen ihre treuesten Fans. Mit dem Album “Toto IV” konnte
sich die Band im Jahr 1982 endgültig in der Oberliga festsetzen. Es enthielt die
Hits “Africa” und “Rosanna” und sackte sechs Grammys ein. Toto komponierten 1984
die Musik zu den Olympischen Spielen in ihrer Heimatstadt. Seitdem
veröffentlichen sie regelmäßig Alben und kommen auch immer wieder gerne übern
Teich, um die neuen Werke ihrer treuen Fangemeinde live vorzustellen. Toto
spielen eine Mugge, bei der die ganze Familie ihren Spaß hat. AOR sagen die
Marketingstrategen dazu, Adult Orientated Rock. Das heißt Rock ‘n Roll für
Erwachsene. Gut abgehangene Songs auf musikalisch hohem Niveau, perfekt gemacht,
ohne allzu sehr emotional aufputschen zu wollen. Nichts Extremes eben, keine
vordergründigen Attitüden. Keine kreischenden Groupies, keine geballten Fäuste.
Einfach nur gute Musik.
06. - 08.07. • Halbinsel Pouch (bei Bitterfeld)
Splash!
Die schlechte Neuigkeit ist länger bekannt und besonders in Chemnitz lang und
breit diskutiert worden: Am Stausee Rabenstein in unmittelbarer Chemnitzer Nähe
wird es kein Splash!-Festival mehr geben. Die gute und wichtigere:
Ostdeutschlands
wichtigstes Festival für HipHop, Reggae und Artverwandtes lebt! Der zehnte
Festival-Jahrgang wird auf der wunderschönen Halbinsel Pouch bei Bitterfeld über
die Bühnen gehen, ein Gelände, das sich für solche Events bereits bestens
bewährt hat. Kern des Geländes, das mit vielen Kunstwerken geschmückt ist, ist
die Agora, ein Amphitheater mit 3.000 Plätzen.
Ein illustres Line-Up haben die Macher wieder auf die Beine gestellt. Direkt aus
Jamaika kommen General Degree, Ray Darwin und T.O.K, aus den USA u.a. der
Stargast Snoop Dogg, aus hiesigen Breiten die bewährten Spezializtz, Kool Savas,
Dendemann, das Bo oder Olli Banjo. Und der unschlagbare Freundeskreis! Last but
not least natürlich die Homies vom Phlatline Club Movement. Insgesamt sind weit
über hundert Bands, DJs, Soundsystems oder MCs am Start. Noch wichtiger als die
Stars ist den Machern die Philosophie des Festivals: Jede Facette der urbanen
Jugendkultur soll ihren Platz beim Splash! finden und gebührend repräsentiert
werden. Egal ob Maler, Breaker, MC, DJ, Beatboxer, Skateboarder oder Gast - das
Splash! soll ein Festival von Menschen für Menschen mit Ideen, Zielen und
Visionen bleiben. Es begreift sich offen als Gegenpol zur immer kälter werdenden
Gesellschaft. Dazu gehören auch Diskussonen zu Behindertenrichtlinien,
Müllvermeidungskonzepten und anderen Themen, die auf einem solchen Festival nur
scheinbar nicht dazu gehören. Dem neuen alten Splash! auf der Halbinsel Pouch
ist von Herzen ein optimaler Start zu wünschen!
07.07. • Dresden • Junge Garde
Pur
Sie waren die wichtigste deutsche Band der 90er. Keine Shooting-Stars: Schon
1975 gab es eine Coverband namens Crusade in Bietigheim-Bissingen, zu der
irgendwann Hartmut Engler stieß.
1980
war die heutige Besetzung zusammen, man nannte sich jetzt Opus und
veröffentlichte auf eigene Kosten zwei Alben. 1985 kamen aber die Österreicher
Opus mit ihrem Riesen-Hit “Live is Life” ... Sie benannten sich in Pur um und
arbeiteten beharrlich weiter. 1986 gewannen sie den Bundesrockpreis, ergatterten
einen Deal mit einer großen Plattenfirma. 1990 landete dann mit “Lena” der erste
Hit in den Charts, es folgte “Das Lied für die Vergessenen”. Und 1993 waren sie
ganz oben: Das Album “Seiltänzertraum” blieb zwei Jahre lang in den Hitparaden
(Hitsingle: “Indianer”). Doch es wurde noch getoppt von dem Geniestreich
“Abenteuerland”, mit dem die Band 1995 alles abräumte, was abzuräumen war. Die
Hitsingles hießen “Ich lieb dich” und “Abenteuerland”. Ein Jahr später waren
schon zwei Millionen Alben verkauft. 2006 haben Pur mal wieder ein neues Album
veröffentlicht. Sie sind durchaus noch aktiv, aber trotzdem schon Legende.
13.07. • Dresden • Junge Garde
(verlegt auf 03.11.2007!)
05.11. • Leipzig • Haus Auensee
Gentleman
Gentleman heißt eigentlich Tilmann Otto und lebt in Köln. Er ist einer der
wenigen deutschen Popstars, die große Anerkennung im Ausland genießen. Besonders
in seiner zweiten Heimat Jamaika (wo er regelmäßig zu Gast ist, seit er 17 Jahre
wurde;
er
hat dort gleich beim ersten Mal auf der Bühne gestanden) wird er heute als
Reggae-Musiker anerkannt, was für ihn natürlich einem Adelschlag gleichkommt. Er
nimmt seine Alben dort auf, kollaboriert mit den Großen der Szene, kennt alle
wichtigen Studios und Mixer. Der erfolgreiche Teil seiner Karriere in unseren
Breiten begann im Umfeld des Freundeskreises - 1999 pflanzte er mit “Trodin On”
die ersten zarten Pflänzchen des jamaikanischen Roots Reggae à la Bob Marley in
die deutsche Urbanität. Für das zweite Album “Journey To Jah” (2002) gab’s im
Jahr darauf den Musikpreis Echo. Bei den größten Reggae-Events in der USA wurde
er 2004 zum Best New Reggae Artist gewählt. Im gleichen Jahr stieg sein Album
“Confidence” hierzulande von Null auf Eins in die Charts ein - man hört wieder
Reggae in Deutschland! Es setzte 2005 prompt einen weiteren Echo und den Comet
für den besten deutschen Künstler. Pünktlich zur Sommersaison, die ihn und seine
Begleitband durch ganz Europa führen wird, veröffentlichte der Kölner Gentleman
das neue Album “Different Intensities” nebst Single “Different Places”: Dance To
Da Riddim! Gentlemans feste Begleitband, die Far East Band, wurde übrigens von
Musikern aus Berlin und Leipzig gegründet.
19.07. • Dresden • Elbufer
Lionel Richie
Seine Karriere begann im schwarzen Soul und ist, wie alle großen Karrieren in
diesem Bereich, mit den Label Motown verknüpft. Hier ist der Saxofonist, Sänger
und Songschreiber Lionel Brockman Richie (geboren am 20. Juni 1949 im Staate
Alabama) mit seiner Band
The
Commodores von 1970 bis 1982 unter Vertrag. Sie sind der erfolgreichste
Motown-Act der 70er, eine Art Boygroup, die sich ihre Lieder selber schrieb. Als
das Unternehmen 1982 ausgebrannt scheint, hat Lionel - auch hier nimmt er die
Story von Robbie Williams und Justin Timberlake vorweg - schon ein Soloprojekt
in der Tasche. Und er schafft es, die Erfolge mit der Band scheinbar mühelos zu
toppen. In den 80ern hat er jedes Jahr eine Nummer 1 in den Charts - das hat
noch keiner geschafft. “All Night Long”, “Hello”, “Say You, Say Me”, “Dancing On
The Ceiling” ... Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden, hier stimmt mal,
was sonst der dümmste Radiospruch seit der Erfindung der drahtlosen Telegrafie
ist: “Hit für Hit ein Hit”. In der 90ern wurde es etwas stiller um ihn, Probleme
mit den Stimmbändern zwangen Richie, etwas kürzer zu treten. Sein aktuelles
Album heißt “Coming Home”. Ein programmatischer Titel, wie der Meister erklärt:
“Mein Statement in Sachen ‘Ich bin älter, weiser geworden’. Ich habe in
vielerlei Hinsicht das Gefühl, dass ich mit diesem Album nach Hause komme -
persönlich, aber auch musikalisch. So habe ich zum Beispiel mit R&B angefangen,
und nun kehre ich mit den neuen Songs zu musikalischen Techniken zurück, die ich
schon zwischen 1974 und 1976 eingesetzt habe. Sie funktionieren heute noch immer
so grandios wie damals. Außerdem habe ich für diese Platte mit einer Reihe von
erstklassigen Songwritern gearbeitet, und weißt du was? Sie alle haben mir
geraten, hier und dort ein ‘Ooh’ oder ein ‘Girl’ zwischen die Textzeilen zu
quetschen, wie damals bei den Commodores-Platten! So wurde ‘Coming Home’ nach
und nach zu einem Album, das den Old-School-Sound von Lionel Richie mit dem
Sound von heute kombiniert!”
20.07. • Dresden • Junge Garde
Wir sind Helden
Unsere Helden sind zurück. Mit ihren ersten beiden Alben haben sie sich schon
ein Denkmal gebaut und waren maßgeblich daran beteiligt, eine neue Neue Deutsche
Welle mit anspruchsvoll-frechem Pop loszutreten. Der Erfolg kam sehr schnell -
aber wiederum nicht so über Nacht, wie viele glauben. Sängerin Judith wurde von
vielen gekannt in
Berlin,
sie hat mit ihrer faszinierenden Lyrik schon das Album “Kamikaze-fliege”
besungen. Ihre erste EP “Guten Tag” produzierten sie ganz 2002 ganz indie, das
Lied setzte sich allmählich in Berlin durch - einfach, weil es so toll war. Es
gelangte ohne die üblichen Wege in die Charts. Dann erst kam der Auftritt in der
Harald-Schmidt-Show und der verrückte Presserummel, der das erste Album “Die
Reklamation” ganz nach oben hievte. Hier traf es aber mal die Richtigen, die
Platte enthielt eine Menge Hits, die zu regelrechten Gassenhauern wurden, siehe
“Müssen nur wollen” oder “Denkmal”. Das zweite Album geriet zum würdigen
Nachfolger, in Zeiten der großen Absatzkrise der Plattenindustrie schaffte es
diese Band, von ihren ersten zwei Platten über eine Million Exemplare
abzusetzen. Vor einiger Zeit zogen sie sich erst einmal aus dem Geschäft zurück:
Sängerin Judith Holofernes erwartete ein Kind, der inzwischen glückliche Vater
ist Schlagzeuger Pola Roy. Und nun das dritte Album. Wer erwartet hatte, dass
Frau Holofernes als junge Mutter die Welt nun mit anderen Augen sähe, wird
enttäuscht - oder beruhigt sein. Die Helden kommen noch immer frisch und
ungebügelt über die Rampe. Bei der Musik ist man bei ihnen ohnehin vor keiner
Überraschung sicher. “Soundso” setzt sich keinerlei stilistische Grenzen, satte
Gitarren stehen neben ausladenden Streichern, dort ein donnernder Chor, hier ein
groovy Saxofon. Einmal mehr überzeugt Judith mit ihrer ganz eigenen Sichtweise
auf die Dinge des Alltags, noch immer bügelt sie alles gegen den Strich, werden
die Gemeinplätze hinterfragt: “Ich habe mich immer dafür interessiert, was
Menschen glücklich macht, was wir alles ausprobieren, um glücklich zu werden,
und wie vieles davon nicht funktioniert. Wir machen uns so viele Vorstellungen
von uns, von den Anderen, vom Soundso-Sein der Welt. Und wenn man genauer
hinschaut, merkt man, dass keine dieser Vorstellungen Wirklichkeit abbildet.
Dass es uns, obwohl wir es uns selbst ausgedacht haben, noch nicht mal in die
Nähe von echtem Glück bringt.” Ja, und was sind denn nun die Dinge, die uns
wirklich glücklich machen? Das sagt uns die Judith nicht. Ein Konzert von den
Helden kann aber durchaus dazugehören.
21.07. • Dresden • Filmnächte am Elbufer
Katie Melua
Wieder ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass bei Fernseh-Talentsucher-Shows
nicht nur kümmerliche One-Hit-Wonder herauskommen müssen (was machen die bloß
falsch bei DSDS?).
Aufgewachsen
ist Katie, die eigentlich Ketewan Melua heißt, in Georgien und in Moskau als
Tochter eines russischen Herzspezialisten. Die Familie zog 1993 nach Belfast.
1999, da war Katie gerade 15, wurde sie mit dem Song “Without You” Siegerin der
britischen TV-Show “Stars Up Their Nose”. Behutsam wurde der junge Star
aufgebaut, durch die Fernsehshows, aber auch durch die Londoner Brit School for
Performing geschickt. Katie begann, eigene Lieder zu schreiben und aufzunehmen.
Im Jahr 2003 schloss sie die Schule mit Auszeichnung ab und brachte das erste
Album, “Call Of Search”, auf den Markt. Es ging sofort von Null auf Eins in die
englischen Charts, verkaufte in verblüffend kurzer Zeit 1,8 Millionen Exemplare.
Für die künstlerische Qualität und dafür, dass wir es hier mit keinem
künstlichen Hype zu tun haben, spricht die Tatsache, dass auch Meluas zweites
Album keine großen Hitsingles enthielt. Hier geht es eher um das künstlerische
Gesamtprodukt als um den schnellen Erfolg über ein flottes Liedchen im Radio.
Katie Melua überzeugt mit einer wunderbar charismatischen, technisch geschulten
Stimme von immensem Umfang. Sie beherrscht die unterschiedlichsten Nuancen, kann
ein warmes Chanson ebenso intonieren wie eine derbe Rocknummer oder eine jazzige
Improvisation. Auch das zweite Album “Piece by Piece” beeindruckt mit einer
hohen atmosphärischen Intensität, es ging in Großbritannien sofort wieder an die
Spitze. Katie Melua ist ganz sicher eine der beeindruckendsten Stimmen der
Gegenwart.
20.07. • Wernesgrün Jump Arena
27.07. • Königstein • Festung
28.07. • Leipzig • Parkbühne
04.08. • Chemnitz • Wasserschloss Klaffenbach
17.08. • Hoyerswerda • Populario-Festival
18.08. • Erfurt • Stausee Hohenfelden
Mia & Gäste
Der Zirkus kommt! Ganz früher hat dieser Ruf ganze Mittelstädte elektrisiert.
Mia aus Berlin haben ihr Album “Zirkus” genannt, die Tournee heißt ziemlich
abenteuerlich: “Menschen, Liebe, Sensationen”.
Und
sie kündigen an, worauf wir uns freuen dürfen: “Drehorgeln, Quetschkommoden,
Hörner, alles, was klimpert und rasselt, gewagte Outfits, eine fliegende Mieze
und andere wohl überlegte Experimente. Sogar Tiere sind erlaubt ...” Wer jetzt
etwas konsterniert an ein Varietéspektakel denkt statt an eine Rock’n’Roll-Tour,
den beruhigen sie sofort: “Wer mit Vorhang, Showtreppe und Trapez nicht so viel
anfangen kann, dem sei versichert, dass es bei uns ‘nebenbei’ eine amtliche
Rockshow zu sehen gibt. Stimm- und andere Bänder sind gut gedehnt, die Gitarren
gewienert, die Stroboskope geölt.” Mia gibt’s seit zehn Jahren, sie haben es
immer wieder geschafft, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie waren
dabei beim Grand-Prix-Vorausscheid, beim Bundesvision-Songcontest, sie
engagieren sich für allerlei Gutes von Amnesty International bis Greenpeace, sie
spielen kostenlos am 1. Mai und eröffneten auch schon die Love Parade. Im Jahre
2003 traten sie mit der EP “Was es ist” eine Nationalismus-Debatte los. Das war
nach dem Golf-Krieg und sollte ein wenig Stolz und Zusammengehörigkeit unter den
Deutschen wecken (später wurde klar, dass das mit Fußball viel besser geht). Mia
bezogen richtig Prügel von den Antinationalen (sie sind politisch mindesten
ebenso links wie die), aber sie kamen auch in die Schlagzeilen und verkauften
ordentlich Alben. Sie beherrschen die alte Weisheit: Tue Gutes und trage Sorge,
dass darüber geredet wird. Gott, warum auch nicht? Außerdem haben sie inzwischen
drei Alben im Gepäck und einige veritable Hits wie “Tanz der Moleküle” oder
“Hungriges Herz”!
21.07. • Wernesgrün •Brauerei
Sasha
Ein Superstar aus deutschen Landen. Sasha, der tatsächlich Sascha Schmitz heißt,
profilierte sich in den 90ern als Backgroundsänger für diverse
HipHop-Produktionen.
Besonders
das von Young Deenay gesungene “Wannabe You Lover” platzierte sich 1998 ganz
oben in den Charts. Im gleichen Jahr startete auch Sashas Single “If You Believe”
wie eine Rakete durch, in ihrem Sog kletterte das Debütalbum “Dedicated To ...”
bis auf Platz 4. Es regnete Bambis, Echos und Cometen für den Newcomer. 2002
trat er als UNICEF-Botschafter sogar vor dem Papst auf (wir wissen nicht, ob es
dem Papst geholfen hat). Seinen größten Erfolg erreichte Sasha verrückterweise,
als er gar nicht als Sasha auftrat: Im Jahr 2003 veröffentlichte er unter dem
Namen Dick Brave & The Backseats (offenbar animiert von Nick Cave & The Bad
Seeds, die hatten 2002 gerade ein zauberhaftes Album gemacht) das Album “Dick
This”, das Rockabilly-Klassiker im neuen Gewand präsentierte; die wunderschöne
Single war der 61er Klassiker “Take Good Care Of My Baby”. Die Sache machte
einen Riesenrummel, das Album ging auf Platz 1. Als Sasha die Kunstfigur Dick
Brave wieder in das Reich der Fantasie zurückschickte, musste für das
Abschlusskonzert am 22. Dezember 2004 die Dortmunder Westfalenhalle gemietet
werden. Er hat, wenn man einschlägigen Gerüchten Glauben schenken darf, den Dick
noch mal aus dem Koffer geholt: Angeblich spielten er und die Band Anfang 2006
auf Wunsch einer einzelnen Dame zu deren Hochzeit auf. Die Dame war keine
Geringere als Pink. Und wenn ein Ami-Star sich von einem Deutschen die Hits des
amerikanischen Rock ‘n Roll vorspielen lässt, noch dazu an solch einem Tag und
vor illustren Gästen, dann spricht das doch für den Jungen aus Soest in
Westfalen, oder?
28.07. • Dresden • Elbufer
Seeed
Sie sind soundtechnisch definitiv die fetteste Band der Republik. Gemeinsam mit
Gentleman und seiner Far East Band sind sie die Fahnenträger des Reggae in
unserem Lande und maßgeblich verantwortlich dafür,
dass
diese Musik hier lebendiger denn je ist.
Im Jahre 1998 hatte Pierre Baigorry a.k.a. Pete Fox zum Karneval der Kulturen in
Berlin seine erste Marching Band auf die Beine gestellt, so eine Art mobiles
Reggae-Einsatz-Kommando, das mit mehreren Bläsern und Trommlern jederzeit in der
Lage war, auf die Straße zu gehen, angelegt als ein offenes Projekt - die
Ursuppe, aus der Seeed entstand.
Im Mai 2001 erschien die CD “New Dubby Conquerors” und stieg bis auf Platz 17 in
den Charts. Seeed hatten nicht als reine Reggae-Band begonnen und auch nicht als
Rock-Band - sie haben ihren eigenen Sound irgendwo in der Mitte kreiert. Mit
ihrem neuen, dem dritten Album “Next!” vollzogen sie 2006 eine weitere Öffnung.
Diesmal haben alle Seeed-Mitglieder an den Beats gedreht. “Es ist ein extrem
vielfältiges Album geworden,” stellt Bandchef Pierre fest. “Die verschiedenen
Einflüsse waren eine echte Bereicherung. Es gab diesmal etwa 30 Beats, die von
elf Köpfen erdacht wurden. Und trotzdem hat das Album einen deutlichen roten
Faden. Man sieht jetzt, wie viel Potenzial in den einzelnen Bandmitgliedern
steckt, das wir vorher gar nicht genutzt haben.” Sie waren mit diesem Album das
erste Mal groß im Fernsehen - bei Stefan Raabs Bundesvision-Songcontest - und
die Platte stieg ganz oben in den Charts ein. Seeed, Seeeder, The Seeedest:
Deutschland hat echte Dancehall-Reggae-Superstars!
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