Halle versandet

Halle versandetDer Strand kommt in die Stadt

Für all jene, die nicht in die Karibik fahren, sich diesen Sommer nicht nach Mallorca absetzen und die Ostseeküste anderen überlassen, kommen die Strände nach Hause. Hier könnt Ihr die Schuhe ausziehen und wie Joe Cocker "Hot Time - Summer In The City" genießen.



Das Kombinat
Ein bisschen wie Usedom


Fahrt Ihr über die Bahngleise am Ende der äußeren Hordorfer Straße, habt Ihr schlagartig das Gefühl, Stadt und Stress weit hinter Euch zu lassen. Das Kombinat habt Ihr dann circa 100 Meter vor Euch. Vögel zwitschern, es grünt, ja wuchert von Bäumen über Blumen bis zum Unkraut. Dieses ländliche Idyll, genannt Kombinat, hat der gleichnamige gemeinnützige Verein, komplett in den Sand gesetzt - und Angelhocker, Sofas, Sessel, Stühle sowie einige Tische dazu. Zu DDR-Zeiten war der betonverputzte Klinkerbau ein echtes Kombinat, in dem Bauwohnwagen montiert wurden. Bis heute hat sich optisch wenig getan, und so wirkt diese Adresse alternativ und ursprünglich. Naturbelassenen Ost-Charme könnt Ihr hier in vollen Zügen genießen. Darüber hinaus werdet Ihr feststellen, dass Ihr nicht mehr benötigt, als einen Sessel, Sand unter nackten Füßen, ein kaltes Bier - spartanisch aus der Flasche getrunken - und gute Freunde, die ähnlich puristisch den Sommer genießen.
Das Beach-Volleyballfeld könnt Ihr rund um die Uhr kostenlos benutzen. Das Kombinat öffnet täglich ab 20 Uhr, freitags und samstags plant man Live-Musik, zumindest Konserven-Mucke vom DJ wird zugesichert. Ausgehtipp ist der 14. Juli, wenn Loosavanna aus Berlin das Kombinat rocken.


Der Strand
Ein bisschen wie Ibiza


300 Tonnen Strandsand sorgen seit 1. Juni täglich ab 16 Uhr direkt vor der Eissporthalle für exklusives Urlaubs-Feeling. Umzäunt von einem mannshohen Schilfzaun präsentiert sich: Der Strand. Stress könnt Ihr am Eingang abgeben und Euch in Ruhe und Sand niederlassen. Unmengen Liegestühle stehen wild um eine grüne Oase im Schatten der Sonnenschirme und großen Segel. Sexy Bedienung schlendert barfuss, um Euch zu kredenzen, wonach Euch verlangt. Üblicherweise bringt man hier Bier, Steak vom Grill oder Cocktails mit Schirm. Der Eintritt für diesen Kurzurlaub ist kostenlos, allein das Volleyballspielen kostet 5 Euro pro Stunde. Aber das geht in Ordnung, da auf diese Weise der Platz nicht auf Dauer von anderen besetzt ist. Nebenher wird das gute alte Federballspiel wiederbelebt. Eure Kinder müsst Ihr für diesen Urlaub nicht bei Opa und Oma abgeben, die könnt Ihr getrost mitnehmen in diese überdimensionale Sandkiste mit Schaukel und Rutsche. So richtig gemütlich wird es in lauen Sommerabendstunden. Indirekte Beleuchtung sorgt für Stimmung wie in Ibiza, und das Soundsystem lässt Mucke im Stil von Café del Mar erklingen. Gen Wochenende und Sonnenuntergang wird man die Musik hier lauter drehen und zur Beach-Disco laden.


U Twenty Six
Ein bisschen wie Sylt


Nobel geht die Welt zugrunde, mag man meinen, wenn man diesen Biergarten entdeckt. Wobei Biergarten hier nicht mehr zeitgemäß ist. Diese Sommerterrasse darf zu Recht als Mini-Promenade, Strandcafé oder kulinarische Oase betitelt werden. Ihr sitzt in dunklen Rattansofaecken, die Füße vergraben in cremeweißem, filigran gesiebten Original-Ostseesand, zwischen grünen, dickblättrigen Pflanzen und Bambus. Über Euch spannen sich orangefarbene Segel, die je nach Sonneneinstrahlung auf- und zugezogen werden, über einem hölzernen Fußboden, der das maritime Flair unterstreicht. Auch wenn es vornehm geraten ist, zeigt ein Blick in die neue Mittagskarte, dass Ihr keine Yacht verkaufen müsst, um hier Essen zu bestellen. Ein Hamburger Classic, zum Beispiel, mit Pommes Frites, ein Chefsalat mit Dressing je nach Belieben oder ein Kilo Kartoffelecken mit Sauerrahm satt, dazu jeweils 0,4 Liter Softgetränk Eurer Wahl kosten 6,90 Euro glatt.
 
Wort und Bild: Thomas Leibe