Vita Cola präsentiert - Sommer, Sonne, Satte Sounds - Teil 1

Der BLITZ!-Wegweiser zu den Konzert- und Party-Highlights der Saison


24./25.05. • Leipzig • Zentralstadion
14.06. • Erfurt • Steigerwaldstadion
Herbert Grönemeyer

Herbert GrönemeyerEine deutsche Erfolgsgeschichte. Herbert hat sich, ausgestattet mit einer soliden musischen Erziehung, mit Talent und Ehrgeiz hochgearbeitet. Er war mit 20 musikalischer Leiter des Theaters Bochum, sammelte begierig Erfahrungen als Schauspieler. Erste Film- und Fernsehrollen ab dem 21. Lebensjahr (der Mann hat nie Schauspiel studiert - wann auch?), gleichzeitig wollte er's musikalisch wissen: Mit 22, also 1978, das erste Album als Sänger der Jazzrock-Band Ocean. Zwei Jahre später das erste Soloalbum. Es war eine gute Zeit für deutschsprachigen Gesang, die Neue Deutsche Welle begann sich zu entwickeln, bald brach sie wie ein Pop-Tsunami über dem Land zusammen. Jeder, der deutsch sang, war erst mal interessant. Gröni ergatterte einen Major-Deal bei der Intercord, trotzdem verkauften sich die Folge-Albem irgendwie gar nicht.
Inzwischen kam aber seine Karriere als Schauspieler in die Gänge: 1981 spielte er die Hauptfigur, den Leutnant Werner, in Wolfgang Petersens Buchheim-Verfilmung "Das Boot", ein Jahr später den Robert Schumann in Schamonis wunderschöner "Frühlingssinfonie". Jetzt kannte man ihn im Land, er war Mitte 20. Musikalisch ging es noch nicht voran. Im Jahr 1983, er hatte zu dieser Zeit schon etliche der Nummern im Programm, die später ganz Deutschland mitsingen konnte, feuerte die Intercord den bekannten Schauspieler wegen notorischer Erfolglosigkeit. In der Haut des dafür verantwortlichen Managers wollte schon ein Jahr später niemand stecken (am wenigsten wahrscheinlich er selbst): 1984 startete Herbert Grönemeyer mit dem Album "Bochum" und Erfolgen wie "Männer", "Alkohol" oder "Flugzeuge im Bauch" komplett durch, wurde binnen kurzer Zeit des Landes beliebtester Pop-Star.
Ein deutscher Star eben, eine deutsche Seele: In einer einzigartigen Mischung aus Intellektualität und Kumpelhaftigkeit, echter persönlicher Innerlichkeit und flotten Sprüchen, dem Hang zum Denken übers großen Ganze, aber auch zur privaten Larmoyanz.
Und auch ein deutsches Schicksal: Das Ausland hat sich für unsere Superstars noch nie sonderlich interessiert (vielleicht wird das mit Tokio Hotel anders). Er hat in den 1980ern zwei Versuche gewagt, seine Hits in englischen Versionen der Welt anzubieten (Nena hatte mit "99 Red Balloons" ja einen hoffnungsvollen Ansatz), aber lediglich die Anglo-Version von "Was soll das" platzierte sich in Kanada in den Single-Charts. Das war's, Gröni hat keinen neuen Versuch mehr gestartet.
Heute genießt er den riesigen Vorteil, dass er, der in Deutschland längst keinen öffentlichen Ort mehr betreten kann, ohne erkannt zu werden, in London ein vergleichsweise durch Anonymität geschütztes Privatleben führen kann.
Im Jahr 2002 erlebte er ein unglaubliches Comeback mit der Aufarbeitung seiner persönlichen Schicksalsschläge auf dem Album "Mensch"; die gleichnamige Single ist sicher eines der ergreifendsten Lieder deutscher Zunge überhaupt. Einer der wenigen Momente, wo die gesamte Volksseele einem künstlerischen Produkt verfallen war - noch dazu einem, das diese Hinwendung auch verdient hatte. Dann das Lied zur Fußball-WM, Cluesoin diesem Jahr das neue Album "12". Er ist wohl der einzige deutsche Künstler, die zwei Termine im Leipziger Zentralstadion braucht. Trotzdem solltet Ihr nicht zögern bei der Ticketbestellung! Support gibt's vom Erfurter Senkrechtstarter Clueso mit seiner ganz eigenen Auffassung von Hip-Hop-Rock-Liedermachertum. Das sollten sich die alten Gröni-Maniacs, die den Meister vielleicht noch aus Anfangstagen kennen und sich inzwischen (Gott, das Ganze ist ja 25 Jahre her ...) ein wenig vom aktuellen Pop-Geschehen abgekoppelt haben, anhören: Dieser Bursche könnte Euch gefallen!


25.05. • Ilmenau • Stadtpark
Himmelblau-Festival

Polarkreis 18Erfischend anders - und das bereits zum 5. Mal! Gestartet als reines Reggae-Festival, wird das Himmelblau in diesem Jahr einmal mehr ein Fest für alle Bereiche junger, topaktueller Pop-Kunst sein. Mit Virginia Jetzt!, den Erfolgs-Jungs aus Elsterwerda-Biehla, Tempeau, der Nachfolgeband von Selig, die sich bundesweite Beachtung über Stefan Raabs Bundes-Vision-Song-Contest erspielten, und den heiß gehandelten Dresdner Newcomern von Polarkreis 18, deren Albumdebüt von keinem Geringeren als Tim Renner auf Motor Music veröffentlicht wurde, hat die Crew eine erlesene Riege von Bands an den Start gebracht, die für den Pop der Zukunft steht. Ergänzt wird dieses Billing durch Miss Platnum, die auf dem Himmelblau-Festival die Veröffentlichung ihres Debüt-Albums feiern wird: "Chefa" bietet ein stimmungsgeladenes Crossover aus Balkan Folklore (sie kommt aus Rumänien), R&B und HipHop. Das wird ein ganz heißes Ding! Immerhin hat Miss Platnum schon einem Deal aus dem Fanta-4-Label Four Music. Eröffnen dürfen fairerweise Local Heroes: In diesem Falle die Delta Rangers. Auf einem zweiten, rein elektronischen Floor im bibop-Dome kommen dann auch die Freunde von DJ-Mugge auf ihre Kosten.
Übrigens: Keine Angst vor Regen! Beim Himmelblau geht Ihr auf Nummer sicher: Bei Nässe von oben findet das gesamte Programm in der Ilmenauer Stadthalle Platz!


26.-28.05. • Halle • Peissnitzinsel
Sputnik Turntable Days

Sputnik Turntable Days Zum 7. Mal gehen in Halle die Sputnik Turntable Days an den Start. Das Line-Up ist wie immer exzellent: Mit dabei diesmal: Goose, Client, Milk & Sugar, Disco Dice, Toni Rios, Polarkreis 18 ... Auf der Open Stage kann jeder selber testen, inwieweit er als DJ ankommt. Und wer sich in der Lounge Battle gegen das Sputnik-Team durchsetzt, der gewinnt einen kompletten Slot auf den diesjährigen Turntable Days. Vielleicht der Anfang einer großen Karriere. - Sputnik Turntable Days Mit dabei ist auch wieder das kleine Wohnzimmer mitten auf dem Festivalgelände, das ein bekannter Schwarzbier-Mix--Hersteller aufstellen lässt. Hier kann man sich wie zu Hause fühlen, das komplett weiße Zimmer ist mit allerlei Accessoires, vielen Spielen und vor allem einer gut bestückten Jukebox ausgestattet. Wer Lust hat, sehen (und vor allem gesehen werden) will, der kann sich in den Vorgarten setzen und der echten Laubenpieperidylle frönen - mitten im Festivallärm. Es gibt einen Jägerzaun, Lampion-Girlanden und eine Hollywood-Schaukel. Abgefahrener geht's nimmer!
Sputnik Turntable Days Das Coolste vielleicht: Am Schwarzen Brett könnt Ihr eine Nachricht hinterlassen - für die Freunde, wenn Ihr Euch verpasst habt, für den verlorengegangenen Festival-Flirt oder für das heiße Blind Date ganz vorne in der ersten Reihe beim Headliner: Da kann man endlich mal in aller Ruhe ein paar ganz wichtige Sachen klären. Bei den Sputnik Turntable Days wird das bibop-Wohnzimmer offiziell eingeweiht!


26.-28.05. • Leipzig
Wave-Gotik-Treffen

Wave-Gotik-TreffenMonumentum II und Celebrant. Nur "am Rande" des Treffens? Keineswegs! Ein zentraler Programmbaustein ist diesmal zugänglich für alle: Als Dankeschön an die Leipziger, die die dunklen Gestalten all die Jahre hinweg so freundlich tolerierten, präsentieren die Macher am 25. Mai am Völkerschlachtdenkmal Monumentum II, eine facettenreiche Collage aus Licht und Ton. Die englische Kultband In The Nursery hat eigens eine Musik geschaffen, die auf Kompositionen von Wagner, Mahler, Liszt und Grieg aufbaut und das Weihevolle des gewaltigen Mahnmals umschreibt. Dazu gibt es eine ausgeklügelte Licht-Choreografie. Allmählich wird das schwerste Monument Europas durch Licht aus dem Dunkel gerissen, allmählich werden die Konturen immer deutlicher sichtbar, arbeiten die Scheinwerfer mit den vielen Symboliken, die des Denkmals Hülle trägt. Anlass, die Geschichte dieses Monuments, des Landes und der Stadt zu reflektieren. Zeit, darüber nachzusinnen, wo Pathos und Emphase heute ihre Berechtigung haben. Zeit, über bleibende Werte nachzudenken. Alles kulminiert in einem Finale Furioso, das wohl keinen Leipziger kalt lassen wird. Nochmal: Der Eintritt ist frei für alle! - Beliebt seit Jahren schon ist das Mittelalterspektakel Celeberant. Auf dem Dach der Moritzbastei ("Wonnemond") und im Heidnischen Dorf am Torhaus Dölitz geht es zu Pfingsten auch diesmal wieder sehr stimmungsvoll zu. Das diesjährige Motto am Torhaus: Gotensturm! Der Eintrittsobolus ist gering, Kinder unter Schwertlänge zahlen gar nichts - zu erleben, zu sehen und zu kaufen gibt es dafür eine Menge!


02.06. • Creuzburg bei Eisenach • Burg
09.06. • Chemnitz • Wasserschloss Klaffenbach
23.06. • Königstein • Festung
18.08. • Merseburg • Schloss
In Extremo

In ExtremoDie Speerspitze des herben deutschen Mittelalter-Rock. In Extremo aus Berlin machen ihrem Namen alle Ehre und zerren fortwährend an allen Ketten. Sie musizieren auf den unmöglichsten Instrumenten, und sie bauen sich diese martialischen Gerätschaften auch noch selber. Das Mittelalter, das sie besingen, ist das des vollen Lebens, der unbändigen Freiheitsliebe, des ordentlichen Trunkes und der drallen Maiden. Jeder Tag konnte der letzte sein - und so muss er auch genossen werden. Zweifellos eine nicht unwesentlich Facette der Geschichte. Aber um die genauen Zusammenhänge haben sie sich ohnehin nie vordergründig gekümmert. Sie betreiben keine Musikwissenschaft, obwohl sie sich sehr intensiv belesen und die entlehnten Lieder natürlich authentisch sind. Vor allem geht es ihnen darum, das pralle Feeling ins Heute zu holen und einfach mal richtig ordentlich Krach zumachen. Das rockt wie die Hölle! Es scheint, als gehörten sie auch hin ...


03.06. • Zeitz-Alttröglitz • Hyzet
Die Fantastischen Vier

Die Fantastischen VierSie sind die andere Seite des deutschen Rap. Sie waren angetreten, die amerikanische Kultur des gereimten Sprechgesangs auf die geordneten deutschen Verhältnisse mit zufriedenen Mittelstandssöhnen als Zielgruppe umzuschreiben. Sie haben schon Ende der 80er damit begonnen (seit 1989 heißen sie nach der Bezeichnung für die Beatles: "The fab four"). Ihre ersten Versuche wurden ziemlich belächelt, an das Konzept, intelligenten deutschen HipHop etablieren zu können, glaubte damals kaum einer. Doch dann kam 1992 "Die da!?" und wurde ein Riesenhit, das dazugehörige Album macht die Vier zu Stars. Sie taten aber den Kids den Gefallen nicht, weiter harmlose Liedchen zu produzieren, sondern erhöhten auf den späteren Alben den Anspruchsgrad erheblich.
Nebenbei gründeten sie eine eigene Plattenfirma, veröffentlichten Soloalben und sind in anderen Projekten unterwegs. Für MTV veröffentlichten sie ein solides Unplugged-Album. Die aktuelle Single heißt "Ernten, was wir säen", das Album "Fornika".
Und der Streit um die wahre deutsche HipHop-Kultur? "Ich selbst finde Aggro Berlin super", sagte Smudo einst und Andy Ypsilon ergänzte konkret: "Ich bin beispielsweise ein Sido-Fan, weil der mir ein glaubhaftes Bild vermittelt. Ich nehm ihm das ab. Das ist cool."
Smudo erläuterte näher: "Natürlich könnte man die Frage stellen, ob so eine gewaltbereite Jugendszene entsteht. Ich bin persönlich aber der Ansicht, dass es eine solche Szene gibt. Und man muss ihr eine kulturelle Artikulationsmöglichkeit geben, wie das beispielsweise Aggro Berlin macht. Die Gewalt ist eh da und du kriegst sie nicht weg, indem du die Artikulation verbietest." Das war 2004. Ob sie heute immer noch so denken?


04.06. • Leipzig • Arena
Bryan Adams

Bryan AdamsLife of Bryan! Immer wieder wird vergessen, dass der einstige Schwiegermuttertraum und heutige Herzensheld der Damen zwischen 30 und 50 früher mal als richtiger Hardrocker begonnen hat. Sein Durchbruchs- (und bis heute bestes) Album "Reckless" von 1984 enthielt den gitarrenbasierten ersten Hit "Run To You". Aber eben auch die wunderschön melodiöse Nummer "Summer of 69" und den Schmachtfetzen "Heaven", der ihn dann 1985 zum ersten Mal auf die Nummer 1 in den USA schoss. Als ihm das ein paar Jahre später mit "Everything I Do" noch mal passierte, gab es eine gewisse Weichenstellung. "Please Forgive Me" oder "Have You Ever Really Loved a Woman" waren dann Nachfolger von ähnlichem Kaliber.
Dabei ist Bryan im Herzen ein Rocker geblieben und sogar ein ziemlicher Schwerenöter: Immerhin wurde ihm auch eine Affäre mit Lady Di nachgesagt, die angeblich dazu geführt hätte, dass der kanadische Superstar nicht zum Gedächtniskonzert der teuren Toten geladen wurde. Egal. Ein Konzert mit ihm enthält keineswegs nur Schmusenummern. Bryan weiß, wie er die Stimmung ausbalancieren muss, und er kann ordentlich rocken!


05.06. • Dresden • Junge Garde (abgesagt)
Mando Diao

Mando Diao Der Hype um den Schweden-Pop war ganz sicher eine der angenehmsten Pop-Modewellen der letzten Jahre, bescherte er uns doch viele erfreuliche Bekanntschaften mit jungen frischen Bands aus einem der popmusikalisch am dichtesten besiedelten Gebiete der Erde. Doch wie alles so ebbt auch diese Welle gerade leider wieder ab (es war noch längst nicht alles entdeckt!), nur einige Bands werden haften bleiben. Dazu gehören neben den Hives oder den Hellacopters ganz sicher Mando Diao aus Borlänge. Es gibt sie in der jetzigen Besetzung seit 1999, seit 2002 haben sie Erfolge in Schweden, ab 2004 eroberten sie binnen kurzer Zeit Deutschland. Jung, herrlich retro, spritzig, kraftvoll und frech: "Wir glauben ehrlich", sagten sie zu ihrem Debüt, "dass unsere Platte besser ist als alles von The Who, den Kinks oder den Small Faces. Es ist sogar eine rundere Sache als viele Alben der Beatles und Stones". Und komisch: Wenn man im Publikum steht , glaubt man ihnen das aufs Wort. Tolle Band. Hingehen!


06.06. • Dresden • Junge Garde
Placebo

Placebo Die englische Pop-History ist bekanntlich gepflastert mit Hypes. Vier Fünftel der neuen Truppen von der Insel, die zwei oder drei Sommer lang von allen angebetet werden, verschwinden danach wieder irgendwo in der Versenkung. Neue treten an ihre Stelle, und die Idole von gestern kennt kurz danach keiner mehr. Als Placebo vor etwas mehr als zehn Jahren mit ihrem ersten Album sofort zum Next Big Thing ausgerufen wurden, glaubten viele auch nur an ein Strohfeuer. Doch der ungeheuer charismatische Frontmann Brian Molko und seine Begleiter sind von einem anderen Kaliber, schon das zweite Album "Without You I'm Nothing", eine wuchtige Ton gewordene Depression, zeigte, dass hier ein Dauerbrenner vorlag. Bis heute haben sie fünf Alben veröffentlicht und von jedem konstant weit über eine Million Exemplare verkauft. Ihre Fanbase ist stabil und treu - keine schreienden Teens, die jedem Hype hinterherhetzen. Placebo gehören zu den wenigen englischen Acts, die es auf der ganzen Welt geschafft haben, zu authentisch ist ihre Mischung aus ehrlicher Melancholie und perfekter artifizieller Inszenierung. Wer kennt noch Travis, wer die Libertines? Keine Ahnung, wer morgen noch von den Kaiser Chiefs reden wird. Von Placebo wird man hören, ganz sicher!


07.06. • Leipzig • Arena
Justin Timberlake

Justin TimberlakeEr will die amerikanische Ausgabe von Robbie Williams werden. Und wie dieser hat er einen Boy-Group-Hintergrund: 'N Sync veröffentlichten bis 2001 fünf Alben und bevölkerten die Wände ungezählter Mädchenzimmer weltweit. Mit seinem ersten Soloalbum "Justified" wollte Justin es 2002 wissen. Die Rechnung ging auf. Zwei Grammies, etliche Hitsingles, über sieben Millionen verkaufte Alben - dieses Album war nicht auf Teenie-Wände, sondern auf Musikalität und Timberlakes Stimme hin produziert. Und das Organ dazu hatte er. Danach gab es lange nichts Neues. Dafür riss er 2004 Janet Jackson das Kleid von der Brust. Ausgerechnet beim Super Bowl vor Millionen TV-Zuschauern, "Nipplegate" haben das die Amis wollüstig genannt. Doch das war nicht mit Absicht, natürlich hat Justin damit nichts zu tun. Trotz yellow-press- trächtiger Affairen mit Britney Spears und Cameron Diaz hat er sich nämlich bis heute sein Saubermann-Image bewahrt. Im Unterschied zu Robbie, der sich irgendwann mal entschlossen hatte, in der Öffentlichkeit Bier aus einer Flasche zu trinken. Mal sehen, wer das Rennen am Schluss machen wird. Timberlake hat nach vier Jahren immerhin schon sein zweites Album veröffentlicht und ging überall ganz oben in die Charts, während sein Konkurrent derzeit künstlerisch frustriert sein soll und Entzugskliniken frequentiert. Jetzt ist Justin am Drücker. Im Juni kommt er zu uns. Aber die Nippel bleiben drin!


07.06. • Leipzig • Parkbühne
08.06. • Chemnitz • Wasserschloss Klaffenbach
Jethro Tull

Jethro Tull Ohne Zweifel einer der wichtigsten noch aktiven Legenden des Rock 'n Roll. 1968 wurde die Band vom Sänger und Querflötisten Ian Anderson gegründet. Er schuf einen einzigartigen Mix aus harten Riffs und lyrischen, akustischen Phasen, aus komplex arrangierten Kunstsongs und wuchtigen Gassenhauern. Jeder konnten Hits wie "Locomotive Breath", "Aqualung" oder "Too Old To Rock 'n Roll" mitsingen, gleichzeitig waren sie mit Konzeptalben wie "Minstrel In The Gallery" auch bei Freunden das Art-Rock beliebt. Mit seiner Flöte brachte Ina Anderson ganz neue Klangfarben in den Rock, seine eigenartige Art und Weise, sie einbeinig zu spielen, wurde ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Jethro Tull genossen in den 70ern auch in der DDR Kultstatus, viele ostdeutsche Nachspielbands Bands legten sich einen Querflötisten zu, nur um Tull nachspielen zu können. Um 1975 bestand ein Konzert der Dresdner Band Electra im wesentlich aus dem kompletten Abspielen des "Thick As A Brick"-Albums. Sie werden immer eine Band der 70er bleiben, auch wenn sie in dem Vierteljahrhundert danach weitere interessante Platten gemacht haben. In ihren wichtigen Jahren aber lieferten sie eine derart beeindruckende Fülle unsterblicher Musik, dass es allemal lohnt, sich diese Legende immer mal wieder live zu gönnen. Zumal der alte Ian vitaler denn je zu sein scheint, einfach nicht totzukriegen, der alte Knabe. Gönnt Euch das Erlebnis, einen Reigen von Songs zu hören, die der schnelllebigen Zeit im Pop-Geschäft getrotzt haben. Die man auch in 20 Jahren noch hören wird, was nahezu 100 Prozent der gegenwärtigen Produktionen definitiv nicht prognostiziert werden kann.


08.06. • Kamenz • Hutbergbühne
09.06. • Wernesgrün • Brauerei
Christina Stürmer

Christina Stürmer Starmania heißt in Österreich das, was hier DSDS ist. Und im Unterschied zu Deutschland hat die Show in Austria sogar einen tatsächlichen Superstar hervorgebracht: Christina Stürmer aus der Gegend von Linz wurde Zweite in der ersten Staffel (sie hatte einen Song von den Sportfreunden Stiller gesungen!). Sie hatte da bereits seit längerem eine Band. Schnell wurde ihr eine neue zusammengestellt und das Album "Freier Fall" aufgenommen. Die erste Single ging wirklich auf Nummer 1, das Album verkaufte sehr ordentlich. Auch das zweite Album war erfolgreich. Aber noch immer war man im Nachbarland misstrauisch, die Stars aus den Casting-Shows genießen dort einen ebenso zwiespältigen Ruf wie bei uns. Doch dann erschien 2005 ein Mix der ersten beiden Alben unter dem Namen "Schwarz-Weiß" auf dem deutschen Markt. Der war im Sog der neuen Neuen Deutschen Welle nach den Helden unterm Silbermond sehr aufnahmebereit - und plötzlich setzte sich die junge Dame mit der charismatischen Ausstrahlung und der routinierten Band an der Seite beim großen Nachbarn durch, hier kannte sie ja noch keiner. Inzwischen ist sie Österreichs bekannteste Sängerin, steht, gemessen am Erfolg, neben Falco. Da sie und die Band unterdessen begonnen haben, eigene Lieder zu schreiben, müssen wir ihnen ihre Casting-Vergangenheit auch nicht weiter vorwerfen, sondern können uns auf die junge, anziehende Christl und ihre sympathische Stimme konzentrieren ...


08.06. • Dresden • Messe
16.06. • Bad Köstritz • Schlosspark
17.06. • Leipzig • Völkerschlachtdenkmal
21.06. • Erfurt • Messe
Rosenstolz

RosenstolzDie stolzen Rosen und ihr mondäner Pop. Die ersten Schritte machten sie im Schwulen- und Lesben-Umfeld, in dem Peter Plate verkehrte. Hier fanden ihre schrillen Songs ebenso Gefallen wie die sehnsuchtsvollen und poppigen. Allmählich schafften es AnNa R. und Peter Plate, die Tür zum Mainstream-Publikum aufzustoßen, ohne sich dabei zu verleugnen und ihre Musik anzupassen.
Die überaus bemerkenswerte Geschichte einer überaus bemerkenswerten Karriere unter dem Leitmotto: Es wächst zusammen, was zusammengehört:
1967 Am 1. Juli wird Peter Plate als Diplomatensohn in Neu Delhi geboren
1969 Am 25. Dezember wird Andrea Rosenbaum, später AnNa R., in Ostberlin geboren
1990 Peter zieht von Goslar nach Berlin
1990 AnNa R., in der DDR war sie zum Gesangsstudium nicht zugelassen worden, singt bei Peter in der Küche vor
1991 Im Oktober haben Rosenstolz haben ihren ersten Auftritt, vor 30 Leuten, sie kennen sie alle
1992 Album und Szene-Hit "Soubrette werd ich nie"
1994 Album "Nur einmal noch", das wunderbare Titelstück läuft in Berliner Indie-Radios hoch und runter, sie werden geliebt vom Underground und ganz allmählich auch außerhalb Berlins und der Schwulen-Szene bekannt
1995 Zum ersten Mal kommen in Berlin über 1.000 Leute zu einem Konzert.
1996 Der Major-Deal: Das vierte Album "Objekt der Begierde" erscheint bei Polydor
1997 Mit Album Nummer 5, "Die Schlampen sind müde", gehen sie erstmals in die Charts
1998 Sie treten beim deutschen Vorausscheid zum Grand Prix auf und unterliegen gegen Guildo Horn, sie sind jedoch die eigentlichen Gewinner: Die breite Masse nimmt sie sehr interessiert zur Kenntnis
1999 Sie nehmen mit Hella von Sinnen den Hochzeitssong auf, ein Bekenntnis zur gleichgeschlechtlichen Ehe
2000 Sie sind jetzt Starts: Das siebte Album, "Kassengift", steht an der Spitze der Albumcharts, wie die folgenden Alben in der Regel auch
2002 Sie heiraten beide ihre männlichen Lebenspartner
2003 Zum Abschluss der "Macht Liebe"-Tour kommen 17.000 Menschen in die Wuhlheide
2004 Das Album "Herz" wird die erfolgreichste deutsche Produktion des Jahres
2006 Das aktuelle, ihr zehntes reguläres Studio-Album "Das große Leben" erscheint, Platz 1 der Charts - logisch
2007 Der zweite Teil der Tour beginnt.
Und ihr dürft dazugehören!


15.06. • Leipzig • Völkerschlachtdenkmal (abgesagt)
27.06. • Erfurt • Thüringenhalle (abgesagt)
ZZ Top

ZZ TopSouthern Rock 'n Roll mit Bart. Das einzige Bandmitglied, das keinen trägt, heißt Frank Beard und spielt Drums. Vorne bedienen Billy Gibbon und Dusty Hill zehn Saiten aus Stahl - und fertig ist die kleinste Bigband der Welt. Seit 1970 bringen ZZ Top von Houston in Texas aus ihren herrlichen Wüsten-Rock 'n Roll, der sich durch ein Crossover aus Country, Blues, Boogie Woogie und staubtrockenen Gitarrenriffs auszeichnet, an die Massen. Ein Sound, der so rau, dreckig und fett daherkommt wie der einer Harley Davidson, mit genauso viel Wucht und Coolness in den unteren Drehzahlbereichen. Sie heißen übrigens ZZ Top, weil sie im Plattenregal schneller gefunden werde wollten und die Namen mit Doppel-A am Anfang seinerzeit schon alle weg waren. Nun stehen sie eben immer ganz hinten.
Aber das machte gar nichts. Rasch wurden sie zur Kultband des amerikanischen Südens. Mit dem dritten Album, "Tres Hombres", gelang ihnen 1973 der Durchbruch in Gesamtamerika. Die Welt eroberten sie zehn Jahre später mit dem Album "Eliminator" und Hits wie "Sharp Dressed Man", "Legs" oder "Gimme All You Lovin'". Auf dem Folgealbum findet sich die wundervolle Ballade "Rough Boy". Ein Mr. George W. Bush hat sie 1986 offiziell zu Helden des Staates Texas ernannt. Wir wissen nicht, ob sie sehr stolz darauf sind, aber Südstaatler waren schon immer eigen …
Viel hat sich an ihrem Sound nicht verändert in den vergangenen 30 Jahren. Das will auch keiner, warum auch? Eine Harley Davidson wird im Prinzip auch seit zig Jahren unverändert gebaut. Weil sich das bewährt hat und weil's Kult ist. Wer das nicht glaubt, kann weiter Techno hören und fahrende japanische Reisschüsseln für Motorräder halten. Capito?


16.06. • Leipzig • Völkerschlachtdenkmal
The Who

The WhoSie haben den den wichtigsten Song zur Beat-Revolution der 1960er beigesteuert; im unsterblichen "My Generation" beschrieben sie das Lebensideal einer rebellischen Jugend: "Hope I die, before I get old!" Sie waren die ersten, die auf der Bühne regelmäßig ihre Instrumente zertrümmerten, selbst das Schlagzeug komplett zerkloppten. Unzählige taten es ihnen nach, aber die anarchische Theatralik des ersten Males wurde nicht wieder erreicht. 1964 gegründet, waren sie es aber auch, die Mitte der 60er mit der zusammenhängenden Songsammlung "Tommy" die erste Rockoper schrieben. (Die Beatles kamen mit "Sgt. Pepper" erst danach.) Mit "Quadrophenia" legten sie später noch einen drauf.
The Who um Gitarrist Pete Townshend und Sänger Roger Daltrey waren die Raubeine der Szene, aber sie pflegten ihren Habitus nicht zur Befriedigung des eigenen Egos wie etwa Oasis (obwohl sich die beiden genauso lautstark öffentlich dissten wie die Gallaghers), sondern sie fühlten sich als Revolutionäre auf dem Kreuzzug gegen das Establishment. Sie waren absolute Working Class Heroes und emanzipierten den Beat gleichzeitig beim Bildungsbürgertum. Dabei kam bei ihnen immer alles ehrlich, sie waren nie die Typen, die nach vorn den durchgeknallten Rock 'n Roller spielten, während im Backstage der Wellness-Berater wartete. Rock 'n Roll zu leben, war ein gesundheits- und lebensgefährdendes Ansinnen für die Pioniere. Gründungsdrummer Keith Moon war in den 70ern schon fast taub wegen der Konzertlautstärken, er starb 1978 an einer Überdosis Schmerzmittel. Basser Keith Entwistles Herz hielt bis 2002 durch; nachdem es versagt hatte, wurde reichlich Kokain in seinem Blut gefunden. Gitarrist Townshend steckte in den 70ern tief im Alkoholsumpf und war dem Tod näher als dem Leben. Jetzt haben es die letzen beiden Urmitglieder aber wohl geschafft.
Das erste Mal in ihrer Geschichte kommen sich die Jungs nun persönlich davon überzeugen, dass der Eiserne Vorhang inzwischen gefallen ist. Im Gepäck haben sie das im vergangenen Jahr erschienene "Endless Wire", ihr erstes Album seit 25 Jahren. Diese alten Männer haben sich nie angepasst wie die Stones. Sie haben sicher irgendwann ihren Frieden mit dem System gemacht, aber sie taten nicht, als würden sie jetzt dazugehören wie Jagger & Co. Wenn sie ein neues Album machen und auf Tournee gehen (an den Drums sitzt übrigens Zak Starkey, der Sohn von Ringo Starr!), dann nicht des Geldes wegen - sie haben insgesamt über 100 Millionen Tonträger verkauft. Sie wollen uns und sich selbst noch mal richtig in den Allerwertesten treten. Und siehe, die beiden 62jährigen Berufsrebellen kriegen die Beine auch tatsächlich noch hoch genug. Man muss sie lieben dafür.


16.06. • Dresden • Junge Garde
17.06. • Dessau • Alte Brauerei
Bushido

BushidoEs ist ja viel gestritten worden in den vergangenen Jahren. Ist Bushido wirklich der King des deutschen Rap (und Sido dann der erste Minister?). Ist die Aggro-Berlin-Szene wirklich das, was deutschen Rap ausmacht, sollten wir das frauenfeindliche, gewaltverherrlichende Gedisse verurteilen, lächelnd ignorieren oder als Kunstform akzeptieren? Schließlich regt sich über Gewalt und Machismo im Heavy Metal auch kaum einer auf. Und die meisten finden es wegen ihrer Unkenntnis des Englischen normal, wenn die amerikanischen Vorbilder der Aggronauten gehört werden. Aber Bu-shido & Co tun ja nichts anderes, als ihre Idole, die Gangsta-Rapper, in Wort, Geist und Habitus zu imitieren. Und wenn vor ein paar Jahren dazu noch lächelnd angemerkt werden konnte, dass Kreuzberg eben doch nicht die Bronx sei, so haben der Wedding und andere Problemzonen in dieser Richtung mächtig nachgezogen. Wer (leit)kulturfreie Zonen zulässt, wird Aggro ernten ... Nun hat ja Bushido wie seine großen Helden à la Eminem den Weg vom Bordstein zur Skyline geschafft, ist dort angekommen, wo die Goldketten schwer und echt sind. Er veröffentlich jetzt bei Major-Labels und vermarktet sich bei Stefan Raab. Er ist ein Teil der Mainstream-Kultur geworden - das Pop-Biz hat am Ende noch alle Revoluzzer geschluckt. Insofern dürfen wir die Katze im Dorfe lassen. Nicht Aggro Berlin ist ein Problem, sondern der Sumpf, in dem es wächst. Und reimen kann Bushido ganz gut, das darf man sich ruhig mal reinziehen!


16./17.06. • Glauchau • Gründelpark
Woodstage

Marilyn MansonMarilyn Manson, Paradise Lost, Project Pitchfork,
And One, Type O Negative, Die Krupps, Lacrimosa, Krieger u.a.
Die Waldbühne Eures Vertrauens bietet in diesem Jahr endlich wieder, wenn vielleicht nicht alles, so doch vieles, was das dunkle Herz begehrt. Zwei Tage, die von eingefleischten Fans sicher erleichtert begrüßt werden, war doch im letzten Jahr WM-bedingte Ruhepause angesetzt und im Jahr davor Glauchau nicht Heim des Events. Am ersten Tag, dem 16. Juni, werden Paradise Lost, And One, Blutengel und Welle:Erdball an den Start gehen. Mit dabei auch die vier New Yorker von Type O Negative, welche seit fast 20 Jahren die Bühnen der Welt bespielen und in der Vergangenheit immer wieder mit ihren Texten, nicht ganz zu Unrecht, aneckten. Highlight des zweiten Tages ist sicherlich Marilyn Manson, sogar mit neuem Album im Gepäck. Allerdings wurden die Glauchauer ein wenig unter den Tisch des größeren Nachbarn gefegt, findet sich im Mansonschen Tourplan doch zu lesen: "Woodstage Festival, Chemnitz" (wobei es ja wenigstens Chemnitzer Land heißen müsste). Doch nachdem Herr M. im vorletzten Jahr bereits das Dresdener Woodstage beehrte, wird er nun seine Geografie-Kenntnisse zu Glauchau optimieren können. Außerdem mit von der Dark-Party: Lacrimosa, Project Pitchfork (immerhin auch schon beim ersten Festival vor elf Jahren am Start), Die Krupps und Fiddlers Green. Alles in allem altbekannte und gern gehörte Szene-Größen also. Wer in das Festival-Historienbild zudem wieder etwas Ruhe bringen möchte, sollte mit Anwesenheit glänzen. Nicht, dass es irgendwann mal ganz düster wird.


22.-24.06. • Grossenhain • Flugplatz
VW-Alarm

VW-AlarmAlarmstufe 4! In sein viertes Jahr geht das große Treffen der VW-Freunde auf dem Großenhainer Flugplatz. Das große Automobiltrefen für die Marken VW, Audi, Seat und Skoda wird wie immer ein Riesen-Event mit großem Zuspruch auch aus dem Ausland werden. Das ganze Wochenende kann der Automobilfreund hier campen (direkt an der Rennstrecke) und bei zahllosen Events mitmachen - Platz genug ist auf dem 150.000 m² großen Areal auf jeden Fall. Von Spiel und Sport bis zur Abendparty VW-Alarmmit Disco im riesigen Hangar reicht die Palette. Natürlich fehlen auch die diversen Einlagen mit GoGos und anderen Schmeckerchen nicht - die Veranstalter wissen sehr genau, was man PS-Freaks bieten muss.
Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist wie in jedem Jahr wieder die Renn-Action auf der berühmten Viertelmeile. Hier kann sich in verschiedenen Startklassen jeder mit jedem messen, da darf der Motor-Maniac seinem Affen richtig Zucker geben. In den einzelnen Literklassen winken wertvolle Pokale.
Gentlemen, start your engines! Großenhain is ready to race!


06.-08.07. • Halbinsel Pouch
Splash!

Dilated PeopleSnoop Dogg, Redman, Dilated Peoples, Freundeskreis, Talib Kweli feat. Jean Grae, The Roots, IAM, Papoose, eMC, Dendemann, Curse, Kool Savas, David Rodigan, T.O.K., General Degree, Roll Deep, The Mitchell Brothers u.a.
Jaaa, es lebt noch! Allen Widrigkeiten zum Trotz feiert das Splash! in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag. Und um den trägen Festivalbesuchern der Marke "Jaja, da war ich auch schon mal" gekonnt den Wind aus den Segeln zu nehmen, steigt das HipHop- und Reggae-Event nun auf neuem Boden. Immerhin ist es nicht selbstverständlich, dass Leipzig (zählen wir die neue Splash!-Heimat mal großzügig dazu) gerne aufnimmt, was aus Chemnitz kommt, aber in diesem Fall war man wohl gerne bereit, ein besonders hübsches Areal zu offerieren. Die Halbinsel Pouch ist denn auch alles andere als eine Notlösung. Mit 60 km² zwischen dem Muldestausee und dem Bernsteinsee ist sie nicht nur das größte Landschaftskunstprojekt der Welt, nein auch - sollte es die tatsächlich geben - Chemnitz-Nostalgiker können sich beruhigen: Einen Roten Turm gibt es da nämlich auch. Festivalkenner werden sich über befestigte Wege freuen und hey: Ein Amphitheater ist ja wohl auch ziemlich cool. Als Geburtstagsgäste haben sich wie gewohnt wohlbekannte Namen angemeldet: The Roots, Snoop Dog, Talib Kweli, IAM, Freundeskreis und und und. Drüber, drunter und dazwischen wie immer jede Menge Events, erstmalig beispielsweise eine Beatbox-Battle mit menschlichen Musikmaschinen aus ganz Europa. Nun muss es nur noch Aprilwetter - so wie es heuer durch die globale Erwärmung ausschaut - geben und die gute Stimmung wird auf die Gäste nur so niederhageln.

 
Wort: F.W., LuG / Bild: Karsten Spehr, Zughafen