Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt

Pirates of the Caribbean - Am Ende der WeltDes Fluches dritter Teil

Drei Stunden dauert das Finale, und furios wird es sein. Die Herren Piraten geben sich die Ehre in der Karibik, und mittendrin mit von der Partie ist Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Keira Knightley). Ihr und Will Turners (Orlando Bloom) Versuch, Jack Sparrow alias Johnny Depp zu retten, lässt sie ein Bündnis der ganz besonderen Art eingehen: Sie tun sich mit dem totgeglaubten Kapitän Barbossa zusammen.


Jetzt ist sie gerade mal 22, die Darstellerin der Elizabeth. Keira Knightley zählte blutjunge 18 Jahre, als der erste Teil der Trilogie in die Kinos kam. Und sie galt schon damals nicht als Unbekannte. Es waren Talent, unglaublicher Ehrgeiz und sicherlich auch eine Menge Glück, die sie schon so weit gebracht haben. Und vielleicht hat es Pirates of the Caribbean - Am Ende der Weltja auch eine gewisse Rolle gespielt, dass ihr das Metier schon in die Wiege gelegt wurde. Der Vater ist Schauspieler, die Mutter Theater- und Drehbuchautorin. Dennoch zeigten sich die beiden so gar nicht begeistert, als die dreijährige (andere Biografen sprechen von der sechsjährigen, aber auch das ist immer noch reichlich früh!) Tochter schon äußerst selbstbewusst nach einem Manager verlangte.
Mit acht Jahren dann, in einem Alter, in dem andere Kinder gerade mal ahnen, was ein Manager sein könnte, gaben Keiras Eltern dann wenigstens etwas nach. Aber nur in den Schulferien. Und so kam sie zu einer ersten Rolle in einer Fernsehserie in ihrer englischen Heimat. Ein Jahr später konnte man sie bereits auf der Kinoleinwand bestaunen, in "Eine unerhörte Affäre". Hier in Deutschland bekannt wurde Knightley wohl vor allem in der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung "Heimkehr". Zwei erste Hauptrollen bekam sie mit zehn und elf in den Fernsehfilmen "Oliver Twist" und "Gwyn - Prinzessin der Diebe".Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt
Sie war 14, als ein gewisser George Lucas anrief und sie nach Hollywood bat. Ihre verdammte Ähnlichkeit mit Natalie Portman war seinen Casting-Leuten aufgefallen. Dumm nur, dass die Ähnlichkeit nach der Maske so groß war, dass es keiner so recht merkte, dass nicht die Portman selbst, sondern Keira die jugendliche Königin spielte in "Star Wars: Episode 1 - Die dunkle Bedrohung".
Die Fachleute jedoch waren inzwischen auf sie aufmerksam geworden, und die Karriere nahm nun einen noch schnelleren Verlauf. Erst einmal jedoch registriert man die Knightley mehr in Europa. Hat sie doch beispielsweise das "Pech", in dem spannenden Psychothriller "The Hole" äußerst bemerkenswert mitzuwirken, der in der sogenannten Alten Welt auf den Festivals stürmisch gefeiert wird. Nur in Amerika will ihn so recht keiner sehen.Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt
Aber aller Ironie zum Trotz ist es ausgerechnet ein britischer Streifen, der sie endgültig in aller Welt bekannt macht. "Kick It Like Beckham" wird im Jahre 2002 einer der Überraschungstreffer in den Kinos. Man zeichnet sie für ihre Rolle als junge Fußballerin als beste Schauspielerin mit dem "Golden Wave" sowie als britische Newcomerin des Jahres 2003 aus.
Zeitgleich arbeitet sie da schon am ersten Teil der karibischen Piraten-Saga und verdreht in diesem Will Turner den Kopf, im zweiten dann dem schrägen Käpt'n Jack. Für wen sich die schöne Elizabeth nun aber in Folge 3 entscheidet, verraten wir nicht. Höchstens noch ein klein wenig mehr vom Inhalt: So treibt erneut Davy Jones (Bill Nighy) mitsamt des fliegenden Holländer-Geisterschiffes sein Unwesen auf den Weltmeeren, auf denen sich Elizabeth und Will bis nach Singapur durchschlagen. Alles nur, um auf den gerissenen chinesischen Piraten Sao Feng (Chow Yun-Fat) zu treffen? Es gibt eine letzte gewaltige Schlacht. Ausschnitte davon geistern ja nun schon ein ganzes Weilchen durchs Internet und diverse TV-Sendungen. Wie sich jedoch wer von den Beteiligten entscheidet und auf welcher Seite er am Ende steht - dazu kein Sterbenswörtchen.Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt
Zurück zu Keira Knightley, die keine Zeit sinnlos verstreichen lässt, von Set zu Set eilt. Zwischendurch war sie schon mal die Braut von Adrien Brody (mit dem hat sie auch im wahren Leben ein Verhältnis) in "Tatsächlich … Liebe". Und sie schlüpfte nicht nur in historische Kostüme als Lady Guinevere in "King Arthur", sondern schwang mit den Rittern der Tafelrunde auch recht kraftvoll das Schwert. Ganz anders dann die Gewänder im Jane-Austin-Klassiker "Stolz und Vorurteil", in dem sie sich als Elizabeth Bennet gegen ihren Verehrer Mr. Darcy sträubte. Und noch einmal anders die Titelrolle der "Domino", jener streitbaren jungen Frau unserer Zeit, die nicht gerade zimperlich mit anderen umgeht.
Dieses Jahr kommt noch das auf einem Roman Ian McEwans basierende Drama "Atonement" in unsere Kinos. Da beschuldigt eine 13jährige den Freund ihrer älteren Schwester eines Verbrechens, das der nicht begangen hat. Nur Cecilia, die von Keira Knightley gespielte ältere Schwester, glaubt der jüngeren nicht ...
Bei soviel Arbeit - immerhin muss man sich ja auch noch ab und an auf den roten Teppichen präsentieren - kann schon mal das eine oder andere auf der Strecke bleiben. Wer bereits einen Golden Globe sein eigen nennen kann und für die gleiche Rolle in "Stolz und Vorurteil" für den Oscar nominiert war, ist überall gern gesehen. Nur, soviel Präsenz und Arbeit fordern ihren Tribut: Viel ist nicht dran an der Frau, rein figürlich, und so fällt es schwer, ihren hartnäckigen Dementis in Sachen Magersucht Glauben zu schenken. Nein, sie leidet nicht darunter, selbst wenn sie sagt, dass schon die eigene Großmutter und deren Muter darunter litten und schon mal eine Freundin. Sie jedenfalls nicht. Und da wird dann auch mal eine Redaktion verklagt, weil die ein Foto der klapperdürren Keira in einem Bericht über ein magersüchtiges Mädchen verwendet haben.
Erstaunlich ist es jedenfalls, was dieses Leichtgewicht leistet, schließlich ist sie auch dafür bekannt, die meisten ihrer Stunts selbst zu machen.
 
Wort: Carola Kinzel / Bild: Buena Vista