Olaf Schubert

Olaf SchubertHörspieldialoge live erkaspert

Es ist wieder einmal soweit, Olaf Schubert präsentiert seine handgemachten Meisterwerke wie jedes Jahr im Frühling am 20. Mai in der Saloppe.


Bereits mit Kultstatus behaftet warten die verbalen Auswüchse des Betroffenheitslyrikers auf ihre szenische Umsetzung mit Kasperpuppen. Wir haben Olaf Schubert im Studio seines Tonmeisters Martin Fischer getroffen und Kostproben neuester Attacken auf die sächsische Mundart serviert bekommen. Das vierte CD-Opus mit 17 bislang unveröffentlichten Hörspieldialogen soll demnächst bei www.eimerverkauf.de zu bekommen sein.

BLITZ!: Wie produziert Ihr die Dialoge?
Olaf: Richtig mit Mikrofon und Kabel. Im Agrägat wird der Schall in ein Signal umgewandelt und in Elektrolyte und Abfall aufgebrochen. Dann wird alles komprimiert und zu einer CD gestanzt. Das Raffinierte daran ist, dass alles mit vier Spuren aufgenommen wird. Dadurch kommt es zur Gleichzeitigkeit von mehreren. Je schneller du die drehst, desto schneller sind sie fertig. Ein permanenter Wettkampf, wer eher Feierabend hat. Gelegentlich haben wir dafür Hamster eingesetzt.

BLITZ!: Habt Ihr ein Manuskript für die Hörspieldialoge?
Olaf: Jetzt ja, früher nicht. Wir haben vor vielen Jahren in einer pseudoschwulen WG gelebt - ohne Homosexualität, dafür mit Küchendienst. Martin brachte eines Tages ein Vierspurentonband mit, und ich habe es widerrechtlich missbraucht! Es gibt Texte, die vorher ganz genau feststehen. Oft kommt es auch vor, dass sich die Wortgefechte vor dem Mikrofon entwickeln.

BLITZ!: Du bist permanent im Fernsehen zu sehen und mit Deinem Soloprogramm ständig auf Achse. Zusätzlich absolvierst Du mit den Rockys und DEKAdance Konzerte als Schlagzeuger. Hast Du überhaupt noch Zeit zum Üben?
Olaf: Je weniger ich übe, desto leichter wird das. Wenn man immer übt, will man das ja auch irgendwann live machen. Ich gebe sowieso nur den Rhythmus an und wuchte auf das Schlagzeug ein. Es hat doch nicht wirklich viel mit dem Lied zu tun, oder?

BLITZ!: Auf Deiner Homepage ist zu lesen, dass Du als Fußpfleger und Essenträger über ein Architekturstudium in Minsk zur Musik gefunden hast.
Olaf: Alles Quatsch! Aber das mit dem Essenträger stimmt. Es war zu damaligen Zeiten der Interimsjob für Musiker oder Diskotheker schlechthin. Erstens galt er als Vollbeschäftigung und zweitens wurde pro Essen eine halbe Stunde angerechnet. Theoretisch musste man nur früh um acht Uhr das erste, nachmittags vier Uhr das letzte Essen bringen. Da es sich meistens auch nur auf zwei Omas beschränkt hat, war die Freizeit enorm. Ich habe mich dann aber doch noch für ein Aufbaustudium in Gera entschieden. Das Abbaustudium folgte in Berlin!

BLITZ!: Dein Markenzeichen ist der Rhombenpullunder. Wie viele hast Du bereits verschlissen?
Olaf: Ich trage das Original! Den hat mein Onkel zu tiefsten DDR-Zeiten aus dem Westen geschickt. Mittlerweile habe ich aber ein Duplikat anfertigen lassen, damit das alte Teil etwas geschont wird.

BLITZ!: Kannst Du Deine erotische Wirkung auf Frauen mit dem Erfolg in Einklang bringen? Du weißt was ich meine: Gruppies!
Olaf: Flirten ist nicht so mein Ding, ich bin oralfrigid. Und wenn ich einmal Verkehrsteilnehmer sein möchte, ruft immer schon die Landstraße oder der Mandy seine Eltern ...


Termine:
15.05. Klub Neue Mensa
20.05. Saloppe
28.06., 01.07. Komödie
 
Wort: Markus M. / Bild: Tobias Kade