| Vorsicht Thiel! |
Die
Diktatur der Nichtraucher
In diesem Land ist es mit der persönlichen Freiheit langsam vorbei. Ich habe
gelesen: Immer mehr Schulen sollen rauchfrei werden. Nur, weil die Lehrer nicht
mehr rauchen? Was macht man da als Drittklässler in der Hofpause? Sind die
Pausen nicht viel zu kurz, um das Schulgelände zum Rauchen verlassen zu können?
Aber nicht nur in Schulen droht die Diktatur der Nichtraucher. Inzwischen sind
ja selbst Bars und Kneipen, die neben dem Alkohol von ihrem Zigarettendunst
leben, in Gefahr, rauchfrei zu werden. Zum Glück haben sich unsere Politiker
dieser Sache angenommen, so dass die Umsetzung des Anti-Raucher-Gesetzes noch
mehrere Jahre dauern wird. Apropos Bars: Diesen droht generell der Kollaps! Denn
auch das hemmungslose Saufen, ein Grund warum es Bars gibt, soll irgendwann
verboten werden. Ich sehe mich schon in einigen Jahren in eine Milk-Drinking-Bar
gehen, knallhart den Erdbeer-Pflaume-Shake bestellen und hochkonzentriert dem
Synchronschwimmen zuschauen, welches via Pay-TV über die Monitore flimmert.
Fußball und andere Sportarten, die mal beliebt waren, wurden auf Grund der
Gewalt auf den Spielfeldern von Menschenrechtlern verboten.
Verantwortlich für dieses Zukunftsbild sind die ganzen Weicheier, die so was von
schlecht im Kampfsaufen sind, dass sie die Norm verderben. Nehmen wir den
Trainer von Arminia Bielefeld, Ernst Middendorp, der nach vier Gläsern
Chardonnay 1,82 Promille hatte und am Lenkrad seines Autos von der Polizei
geweckt werden musste. Der war schon nach vier Glas Wein zu "harte", um Auto zu
fahren? Und so einer trainiert eine Fußball-Bundesligamannschaft? Die alten
Haudegen wie Udo Lattek können über solch indiskutable Leistungen im Saufen nur
resigniert den Kopf schütteln.
Müssen wir uns da über unsere internationalen Pleiten wundern? Oder der Günther
Oettinger (CDU), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, dem vom Saufen das
Kleinhirn den Dienst versagt hatte, welches in Ermangelung eines Großhirns den
kompletten Denkapparat steuern musste. Dieser Oettinger war bei der Trauerrede
für den verstorbenen Hans Filbinger so voll, dass er den Ex-Nazi-Marinerichter
Filbinger zum Gegner des Faschismus erklärte. Dabei muss er so gnadenlos
besoffen gewesen sein, dass er tagelang nicht nüchtern wurde, denn er beharrte
noch einige Zeit auf seinem Standpunkt. Also, ich hoffe mal, dass er donnerharte
war! Gar nicht vorstellbar, er wäre nüchtern gewesen und hätte das ohne geistige
Beschränkung gesagt und mehrmals wiederholt. Das würde ja bedeuten, ein
deutscher amtierender Ministerpräsident erzählt absoluten historischen Unsinn,
beharrt auf diesem, und nur, weil dann die Kanzlerin Druck ausübt, stellt er
sich hin und glaubt, uns verklickern zu können, wir mögen ihm glauben, dass es
ein Versehen war. Noch schlimmer, in der CDU scheint das Saufen bis zum Hirntod
weiter verbreitet, als gedacht. Denn als der Oettinger kleinlaut seinen Schwanz
einzog, gab es zahlreiche Stimmen, die deshalb auf der Kanzlerin rumhackten bzw.
dem Oettinger Recht gaben. Wie gesagt, es geht nicht um sächsische Zehnklässler,
die Geschichte abgewählt haben, weil es da nur um altes Zeug geht. Wir reden
über Politiker! Oder ist das am Ende oft das Selbe?
Aber zurück zum Saufen: Ich finde, so langsam muss man sich doch fragen, warum
junge Menschen immer mehr dem Alkohol verfallen. Was sind die Gründe? Ist es das
MDR-Fernsehprogramm, in dem der glückliche Maxi Arland (Bayern) ein Interview
mit dem superglücklichen Semino Rossi (Österreich) über die Liebe führt, kurz
bevor der im Schnee der Schweizer Alpen (Schweiz) ein Lied über das Liebesglück
singt? Wer möchte nicht leben wie unsere Oststars Stefanie Hertel, Stefan Mross
oder Florian Silbereisen, in einer Welt mit grünen Wiesen, blauem Himmel, weißem
Schnee und klaren Bächen. Und da außer Kiffen fast alle Hilfsmittel verboten
sind, versuchen manche Jugendliche mit ganz viel Alkohol, diese Welt zu finden,
um dann festzustellen: Die gibt es nur im MDR. Warum gibt es keine
Volksmusiksendung mit dem Titel "Mit Volldampf aufs Arbeitsamt" oder "Maxis
Hartz-IV-Dampfer"? Warum nicht "Melodien für Millionen (Arbeitslose)"? Weil das
die Realität wäre und wir davon abgelenkt werden müssen, um nicht verrückt zu
werden. Das Volk will beschissen sein.
Apropos: Jann, oder wie wir sagen: Ulle hat niemanden beschissen oder gar
betrogen. Er hatte einfach nur ein paar Blutbeutel in Spanien deponiert, falls
er mal dort ist und Durst auf Blut hat. Und wenn man Blut trinkt, dann sollte
man immer eigenes trinken, wegen der Ansteckungsgefahr. Das ist doch völlig
normal. Was kann er dafür, dass der spanische Kassenarzt seines Vertrauens ein
Doping-Profi war. Weiß ich, ob mein Hausarzt vor kurzem die amerikanischen
100-Meter-Sprinter oder chinesische Schwimmerinnen behandelt hat? Eigentlich
passt Ulle in die Volksmusiksendungen perfekt hinein: Ein Mann in einer
Scheinwelt. Aber mal vom Ulle abgesehen, frage ich mich schon, warum die
Rad-Profi-Teams immer noch irreführende Namen tragen, wie T-Mobile. Wäre nicht
Bayer, Pfizer, Novartis oder so viel ehrlicher? Ich denke, Radsport ist wie
Wählen: Man weiß, dass man beschissen wird, und geht trotzdem hin.
Apropos: In Dresden hat man die Stadtführung beschissen! Erst hat man denen
einen Kulturpalast hingestellt, ohne darauf hinzuweisen, dass das schon 1969
war. Dann hat man der Stadtführung verschwiegen, dass seitdem schon 37 Jahre
vergangen sind. Und dann hat denen niemand verraten, dass im Kulti nur Blinde
beschäftigt waren, die wiederum blinde Künstler betreut haben, denen blinde
Zuschauer zujubelten. Nur so konnte es passieren, dass niemand die
Sicherheitsmängel bemerkt hat. Aber, durch das verantwortungsvolle Handeln der
schändlich betrogenen und ahnungslosen Stadtväter, konnte der Kulti noch
geschlossen werden, ehe es zu einer Katastrophe kam. Ich sage hiermit im Namen
aller Überlebenden: Danke! Danke! Und: Danke!
Immer noch dankbar, ciao, Euer Mario
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| Wort: Mario Thiel / Bild: Tobias Kade |
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