Laments Debüt heisst "Breathe"

LamentVom ersten bis zum letzten Atemzug

Das erste Komplettalbum einer Band mit langer, wechselvoller Geschichte. Einer Band, die jahrelang zu den größten Indie-Hoffnungen Mitteldeutschlands zählte - und jetzt mehr denn je zählt.


Lament wurden vor zehn Jahren in Bad Lausick, dem idyllischen Städtchen zwischen Borna und Colditz im Leipziger Südraum, gegründet. Fünf rock- und melancholieverliebte Melodien-Junkies traten an, die Welt zu erobern. Sie sind aber keine Hoppla-hier-komm-ich-Sonnyboys, sie lassen die Dinge reifen. Relativ rasch wurden sie auf das Leipziger Wave-Gotik-Treffen eingeladen, anschließend sofort wieder gebucht. Das Treffen 2000 allerdings versank im Chaos - und Lament für ein paar Jahre in der Suche nach Besetzung und Stilistik.
2004 meldeten sie sich mit der heute schwer kultigen EP "Last Dance Of Summer" zurück. Sie waren ein wenig bei The Cure angekommen - diese Platte enthält tatsächlich zwei der schönsten Lieder, die Robert Smith nie gemacht hat. Der regionale Bekanntheitsfaktor von Lament wuchs kontinuierlich, woran die beeindruckende Live-Präsenz der Band wesentlichen Anteil hat.
Dreh- und Angelpunkt des Bühnengeschehens ist Sänger Atze Söllner, der die Welt durch seine großen Brillengläser ständig neu zu entdecken scheint; tatsächlich ein Frontmann von einzigartigem Charisma. Manchmal bringt er eine so unbändige Lebensfreude über die Rampe, dass das Auditorium in einem einzigen beglückten Gemeinschaftslächeln aufzugehen scheint, dann wieder schreit er all seinen Seelenschmerz aus so vollen Lungen in die kalte Welt hinaus, dass alle ihn am liebsten in den Arm nehmen und ein wenig trösten würden. Was er sagt und singt, ist er selber. Und die vor der Bühne spüren das auch.
Beim Emergenza-Festival im vergangenen Jahr spielten sich Atze & Co. souverän von den Vorausscheiden über das Semifinale bis ins Sachsen-Finale. Sie gewannen anschließend sehr zur Verblüffung der rockenden Kollegen aus den Metropolen Berlin und Hamburg den Nordostdeutschland-Contest in der Bundeshauptstadt und traten im Sommer zum Emergenza-World-Finale beim Taubertal Open Air nahe Rothenburgs ob der Tauber an, waren unter den besten 20 von 6.000 Emergenza-Bands weltweit!
Danach gingen sie endlich an die Produktion ihres Debüts. Keine Sache von wenigen Tagen bei ihnen! Die Jungs haben sich reingekniet; im Eifer des Gefechts und auf der Suche nach dem perfekten Take fielen die Fertigstellungstermine reihenweise. Doch das Ergebnis illustriert eindrucksvoll die alte Weisheit, wonach gut wird, was lange währt. Auf "Breathe" sind Lament ganz und gar im Hier und Jetzt angekommen Zur bittersüßen Trauer der Cure und der himmlischen Melodik der frühen Radiohead gesellt sich die urbane zeitgeistige Melancholie von Coldplay. Musik, die traumverloren sphärisch ist und gleichzeitig atemberaubend authentisch.
"Breathe" ist ein Konzeptalbum. Unter dem machen sie es nicht. Erzählt wird ein Leben vom ersten Schrei bis zur finalen Verweigerung der Atmung. Wege, die durch schmerzliche Erfahrungen, aber auch wundervolle Momente führen, oft durch tiefe Einsamkeit hindurch.
Elf Songs enthält das Album, elf Songs, die fast schwindelig machen vor schierer Schönheit. Atze zuckt irgendwie hilflos die Schultern, schaut ein wenig traurig und will doch die ganze Welt umarmen. Ihr seid da auch dabei. Lasst es einfach zu zur Record-Release-Party am 28. April im ehemaligen Kino UT Connewitz!
www.lamentnet.de


Termin:
28.04. Leipzig, UT Connewitz
 
Wort: Frodo Warzyniak / Bild: P.D.