| Heavy Metal - Nix im Scheddel |
Ihr
habt es so gewollt
Es ist wieder Zeit, den Stahl zu härten, bis das "Metal" glüht, auf dass das
Haupthaar schwitzend in Gesichter klatscht und finst're, ganzkörpertätowierte
und fies dreinschauende Gesellen den kleinen und den Zeigefinger hörnergleich in
Richtung Götterwohnsitz strecken. Es ist wieder Zeit für eine geballte Ladung
Wut und Krach und Kraft, jenseits weinerlicher Pop-Attitüden. Es muss weh tun,
es ist Scheddelzeit.
Und Ringo (Foto, li.), seit Jahren Sprachrohr und Fädenknüpfer hat ein bisschen
am Team geschraubt, damit gut wird, was da aufs Messestadtvolk zuströmt, was da
Flut wird. Da ist der Mirko ins Schlachtschiff zugestiegen, jahrelang auf Walz
als Zimmermann und dementsprechend geübt im Vernichten von Getränken, schult er
gerade um auf Kindererzieher und Pfleger - ist doch auch die Metal-Subszene hin
und wieder der reinste Kindergarten. Und der kleine Kansi ist im anderen Leben
Zivi in der Universitätsklinik Leipzig. Das passt ja wie die Stahlfaust ins
Zwerchfell! Kansi ist der neue DJ-Crew-Betreuer. Katja, was die Gefährtin für
Ringos Lebensabschnitt ist, betreut im Team die gitarrenschwingenden Horden -
neben den altbekannten Aktivisten aus der HMNIS-Crew. Und diese Horden sind in
nächster Zeit en masse im Städtele. Gleich am 23. Februar scheddelt's in der
Moritzbastei mit Moshquito und Mimosis, auch die derzeit heißesten Anwärter auf
den Thron im Stahlkreuzersteuerkabinchen, Lay Down Rotten, prügeln auf ihre
Instrumente ein. Dazu noch Tothamon, legendär und altgedient mit Record Release
zur neuen CD und mit Auflösungs-Gig, da es die Jungs in andere Bereiche treibt.
Traurig, doch die Tränen werden sich einfach mit dem Headbanger-Schweiß
vermischen, da sieht es niemand.
Einige verkaterte Tage später, am 3. März laden die Scheddelistas nach Plagwitz,
in den Metal-Laden am Eck, das Helheim, zum Scheddel-Geburtstags-Warm-Up. Zwei
laute Sets in eigenartiger Verbindung, da spielen Harmöny Scheiss, die sich dem
Liedgut der grandiosen Harmony Dies verpflichtet sehen und diesen wahrhaft
ähnlich sind - rein vom Äußeren. Und nach Essen- und Getränkefassen (Helheim-Steffi
wird brutzeln, die Pommes für 1,50 Euro, das Leben kann so gut zu uns sein!)
spielen die Grand Seniors, direkt aus der Hölle kommend, Harmony Dies
höchstselbst! Uff, da schreit die Leber schon im Vorfeld und Hades klatscht in
die Hände (das ist von Bukowski und musste hier einfach mit rein).
Eine körperaufvordermannbringende Woche später, am 10. März, kracht der Hammer
im Kulturbundhaus auf den Amboss: Der siebente Scheddel-Geburtstag mit
Luftgitarren- und Grunzwettbewerb, Jägermeister-Promoteam, zwei Fässern Freibier
und einem Line-Up, dass es die Stahlkappen in den Stiefeln zum Glühen bringt -
vor Freude! Jack Slater hackt sein Beil ins musikalische Gedächtnis, Die
Metallischen Rückkehrer kehren zurück und den Staub von den Ohren des eine Woche
in Ruhe gelassenen Volkes, Die Pest verpesten mit ihrem Oeuvre die Halle und
A.O.K. - was soll man über die schreiben? Es ist einfach die Hölle! Oder der
Himmel? Auf jeden Fall göttlich!
Puh, die Hände zittern, das Bier schwappt aus den übervollen Bechern, und ein
Grinsen legt sich beseelt aufs krachzerkratzte Gemüt, wenn Ringo zur
Schlusspointe anhebt: "Am 13. und 14. April gibt's wieder den Scheddelspalter …"
Das darf doch alles nicht wahr sein! Mutter Gottes!
www.scheddel.de
Termine
23.02. Moritzbastei
03.03. Helheim
10.03. Kulturbundhaus
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| Wort: Volly Tanner / Bild: Ernie Le Coq |
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