| Sebastian "Atze" Söllner |
Lament
ist mein Leben
Atze heißt eigentlich Sebastian und ist Maler für Feinarbeiten im Unternehmen
seiner Familie. "Ein guter Ausgleich", findet der charismatische 30jährige und
zwinkert.
In seiner Klasse war Atze "der einzige Gruftie und der Depp von der ersten Bank,
aber in Musik gab's immer eine 1". Von seinem Vater bekam er die Wandergitarre
geschenkt, vom Bad Lausicker Fleischer seine erste E-Gitarre, als Verstärker
diente anfangs ein Kofferradio. "Ganz finster", kommentiert der schlacksige Typ
lachend, rückt sich seine charakteristische Brille zurecht, viereckige Gläser,
dick schwarz umrahmt. Mit 14 in seiner ersten Band spielte er Punk, seine zweite
Band war die Kirchenband der Jungen Gemeinde. Dann hörte er The Cure, sammelte
jeden Song, jedes Video, spielte nach. "Von Cure hab ich Gitarrespielen
gelernt". Diese Faszination brachte ihn mit seinem Keyboarder zusammen und im
Sommer 1996 das erste Konzert im Klubhaus Bad Lausick ("Dirk, ich und der
Kassettenrekorder"). Neben Cure-Cover-Songs die ersten eigenen Lieder: "Treachery",
"Last Dance of Summer", "Two Stone Figures" und "Bitch". Zu den "Herbstnächten"
spielte Lament neben In Extremo, ganz in weiß gekleidet, mit den billigsten
Instrumenten. "Die anderen Bands haben über uns gelacht, aber die Leute begannen
zu tanzen." 1997 die erste CD, aufgenommen in Atzes Kinderzimmer. Ein Jahr
später das Wave-Gotik-Treffen, die CD "Stranger". Doch mit dem Erfolg begannen
die Brüche, neue Musiker kamen und gingen,
Atze blieb.
Bandgeschichte als Lebensgeschichte, als eine Geschichte von
Menschen, die sich treffen, sich trennen, eine Geschichte von Träumen, Streit
und Versöhnung. "Bei allem Hype, ich bin immer Atze geblieben." Seit Ende 2005
steht die Besatzung. "Das ist die Band, die ich immer haben wollte. Hier kann
ich sein, was will ich sein; das macht mich glücklich." "Last Dance of Summer"
wurde aufgenommen. 2006 dann Emergenza: Als eine von 6.000 Bands gewann Lament
das deutsche Finale in Berlin, wurde in der Endrunde im Taubertal für den
drittbesten Song weltweit ausgezeichnet, Atze als drittbester Sänger und bester
Akustikgitarrist. "Lament ist mein Leben, weil es meine Geschichte ist, weil ich
damit mein Leben ausdrücke, was mich berührt, was mich betrifft, was ich zu
sagen habe."
Nach dem Medienrummel die große Stille draußen. Aber drinnen, im Probenraum, ist
es alles andere als still. Am 28. April feiern Lament die Record-Release-Party
zur neuen CD im UT Connewitz. "Mein Ziel ist, zu wissen: Jetzt hast du das
geschafft, was du maximal kannst - und mit diesen Jungs haut das hin."
www.lamentnet.de
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| Wort Katrin Merten / Bild: ELC |
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