Kurt-Weill-Fest

Kurt-Weill-Fest - Rambert Dance CompanyEin Ballett und viele Tänze

Weill getanzt - lautet das Motto des 15. Kurt-Weill-Festes, dass
von 2. bis 11. März nach Dessau, Köthen und Bitterfeld einlädt. Nun schrieb Kurt Weill mit den "Sieben Todsünden" zwar nur ein einziges Ballett, dafür aber wirkte sich die seinerzeit aktuelle Tanzmusik auf sein gesamtes kompositorisches Schaffen aus.


Tango, Foxtrott, Blues - Weill kann, darf und soll getanzt werden, von der Dreigroschenoper bis zum Happy End. "Und auch Charleston, Walzer und Boston begegnet man in Weills Werken", erklärt der Intendant des Festes, Clemens Birnbaum. Weills Ausspruch folgend, dass es keinen Unterschied zwischen Ernster und Unterhaltungsmusik gäbe, sondern nur die Qualität entschiede, wird in rund 40 Veranstaltungen ein recht unbekannter, aber dennoch populärer Weill gefeiert, vielmehr getanzt, denn eben jenes Phänomen zieht sich als roter Faden durchs komplette Programm. "Dabei kommt es zu Begegnungen zwischen internationalen Top-Künstlern mit eher regional agierenden Musikern, sowie dem musikalischen Kurt-Weill-Fest - Tiger LilliesNachwuchs", hebt Clemens Birnbaum hervor. Mit dem "Tango Palast" der Gregor Seyffert Compagnie Dessau, einem leidenschaftlich skurrilen Plädoyer für den Tango, wird das Festival eröffnet. Eine Rarität erwartet Euch, wenn Ihr Karten für das Gastspiel der Rambert Dance Company, Großbritanniens ältester ihrer Art, kauft. Die zeigt unter anderem das Ballett "Judgement of Paris" mit Musik aus der Dreigroschenoper, die Weill extra dafür bearbeitet hatte. Auch mit den Konzerten "Recordare" und "Kiddush" des MDR-Chores und -Kinderchores ist Seltenes von Weill zu hören, denn die mehrstimmigen A-Capella-Besetzungen haben es in sich.
Stargäste sind Max Raabe und das Palastorchester, die zeitgenössische Tanzarrangements Weillscher Kompositionen aufführen werden. Und dann dürft Ihr Carel Kraayenhof nicht verpassen. Der grandiose Bandoneonist kommt mit seinem Sexteto, mit dem er sich auf der Hochzeit des niederländischen Prinzen Willem und auf der CD "Street Tango" einen Namen machte. Zuguterletzt möchten wir Euch noch die skurrilen Tiger Lillies und deren britisch schwarzhumorige "2 Penny Opera" ans Herz legen.
www.kurt-weill-fest.de
 
Wort: Thomas Leibe / Bild: P.D.