| Der singende, klingende Preibisch |
Die
Passion Jürgen
Die letzte Fanpost von Dresdens Radio-Soap "Für einen Hosenstall voll
Zärtlichkeit" ist kaum fertig beantwortet und auch die Kartoffeldrucke der
Frauenkirche finden immer mehr Abnehmer, da ereilt die Landeshauptstadt bereits
das nächste große Kulturevent vom 15. bis 17. März im Projekttheater.
Nachdem das bisherige Credo von Konzeptkünstler Preibisch "Alles außer
Ausdruckstanz" war, wagt er sich nun doch an diese letzte Domäne. In einer
Tanzoper mit einem Hahn als Hauptdarsteller. Ostern ist das Thema. Für uns mehr
als nur ein Grund einmal nachzuhaken. Wir trafen den "Spatz vom
Martin-Luther-Platz", um uns das etwas genauer erklären zu lassen.
BLITZ!: Hallo Preibisch! Ah, ein
echter Hugo-Boss-Anzug! Er steht Dir.
P.: Ja guten Tag! Der Anzug ist toll,
ich hab ihn billiger gekriegt, weil die Hose einen leichten Verarbeitungsfehler
am Hintern hat, aber das fällt nur den Damen auf, die sich wirklich für mich
interessieren.
BLITZ!:
Eine Tanzoper? Haben wir da richtig gehört? Nun doch Ausdruckstanz?
P.: Na, ich selber tanze nicht, ich
habe nur ein paar Hebefiguren. Aber dafür tanzen unsere Tänzerinnen ganz
wunderbar. Susann, Nathalie und Anna sind ja so schon ausgesuchte Schönheiten,
aber wenn die dann noch anfangen zu tanzen, hält man es manchmal gar nicht mehr
aus. Wenn ich da noch dazwischenhampeln würde, nee lass, das sieht nicht aus,
ich kann ja nur Ein-Zwei-Tipp!
BLITZ!: Verrätst Du uns ein bisschen
was über den Inhalt des Stückes?
P.: Wir haben versucht, die biblische
Geschichte und die Sache mit dem Osterhasen logisch zu verbinden und am Ende
selber gestaunt, wie logisch alles ist. Es gibt nicht wenige im Team, die
mittlerweile glauben, dass es genau so gewesen sein muss. Kurz: Der junge Hahn
Jürgen, der aus einem bunten Ei geschlüpft ist, macht sich auf die Suche nach
der Wahrheit. Er borgt sich von seinem Kumpel Judas zwölf Mark - Euro gab es ja
noch nicht -, weil er sich in das Huhn Maria Magdalena verliebt. Als Jürgen
seine Schuld nicht zurückzahlen will, weil ihm die kleine weiße Friedenstaube
erklärt hat, dass Geld keine Rolle spielen sollte, verkauft ihn Judas an den
Broilermann - Pontius P.. Was dann passiert, muss das Publikum entscheiden. Die
Menschheit hat hier die Möglichkeit zu einem echten Neuanfang! Ach, und der
Osterhase hält zum Schluss noch eine ganz wichtige Rede. Na ja, muss man sich
anschauen.
BLITZ!: Das hört sich ja nach einer
Menge von Darstellern an, wer macht da alles mit?
P.: Auf der Bühne stehen effektiv
sechs Leute, aber die haben mehrere Aufgaben. Es gibt ein Orchester, eine Art
Fernsehballett, Solotänzerinnen und fünf Figuren. Das Team besteht aber neben
den Bühnenkünstlern aus noch vielen anderen fantastischen Menschen, die ihre
Fähigkeiten in dieses Kunstwerk der Neuen Sympathische Moderne einbringen. Da
will ich jetzt gar niemanden herausheben, die stehen alle auf dem Plakat! - Frag
mich doch mal nach der Neuen Sympathischen Moderne!
BLITZ!: Preibisch! Die Neue
Sympathische Moderne - was hat es eigentlich damit auf sich?
P.: Na, das ist die Stilepoche des
Kunstwerkes. Barock, Klassizismus, Romantik, Moderne und jetzt eben die Neue
Sympathische Moderne. Diese unterscheidet sich von der Moderne dadurch: Wenn
beim Betrachter nichts ankommt, ist der Künstler schuld, und sie ist total
sympathisch, und Geld spielt auch keine Rolle. Fast ein bisschen wie in der
Passion Jürgen!
BLITZ!: Eine Oper ist nun aber doch
ein Musikstück. Gibt es denn auch Musik?
P.: Natürlich! Ich selber werde jede
Menge singen. Es ist mir aber auch gelungen, einer der Tänzerinnen das Singen
beizubringen; man kann gespannt sein. Für die klassischen Instrumentierungen war
unser ungarischer Komponist Daniel Vedres zuständig. Es wird eine richtige Oper
mit Ouvertüre und so, nur noch viel sympathischer eben.
BLITZ!: Da gibt es noch das Gerücht,
Du wärst jetzt auch mit einer Schlagercoverband unterwegs. Was ist da dran?
P.: Ja, klar! Wir haben ein neues
Partyprojekt! Die Kapelle "sorry for the musik" ist der neue Dresdner Geheimtipp
für Schlager-Fans. Hossa! Das ist so in etwa wie Dieter Thomas Kuhn. Nur bei uns
sind die Brusthaare vom Sänger echt.
BLITZ!: Gibt es da eine Zielgruppe?
Und wenn ja, wie kann die Euch buchen?
P.: Unsere Zielgruppe sind immer
Frauen und vor allem die schönen. Wir haben aber einen kleinen Trick. Wir
bringen sie zum Lachen, dann sind sie alle schön. Und uns buchen? Na, davor will
ich warnen. Die Locations sehen danach immer aus, als hätte eine Bombe
eingeschlagen. Man bekommt das ja als Künstler auf der Bühne an den Abenden gar
nicht so mit, aber neulich bin ich am nächsten Tag noch mal hin, um meinen
Schlüpfer zu holen. Da habe ich die Gaststätte fast nicht wiedererkannt! Wer
trotzdem will, unter
www.fischbild.de
steht mehr.
BLITZ!: Wir bedanken uns für das
Gespräch und wünschen viel Erfolg.
Termine
15.-17.03. "Die Passion Jürgen" im Projekttheater Louisenstraße 47
Kartentelefon: 10 76 00
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| Wort: René Aleithe / Bild: Claudia Gallwitz,
Tobias Kade |
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