Überfall auf die Wok-Bar

Kommando Kochen!Ab sofort überfällt der BLITZ! mit einer Meute hungriger BLITZ!-Leser monatlich hiesige Spezialitätenrestaurants, um deren Kühlschränke zu plündern und fremdländischer Kochkunst zu frönen.

Dank drei heiliger Könige war die Wok-Bar gerade unbekocht, aber dann kamen ja wir, mit Juliane, Susanne, Daniela und zweimal Stefan im Schlepptau und zur Überraschung des Chefkochs Sven Kowalski und seines mongolischen Importkollegen Javkhlan Khishigsuren (wir einigten uns spontan auf J.K.). Vorsuppe plus Hauptgericht lautete die selbstgesetzte Tagesaufgabe. Vor uns lag Gemüse, und Chefkoch Kowalski nötigte uns, das Grünzeug in Julienne zu schneiden. Alles klar! Ähm, wie jetzt genau? Julienne bezeichnet in sehr feine Streifen geschnittenes Gemüse. Wieder was gelernt. Nachdem sich Wok-Koch Sven und BLITZ!-Leserin Juliane im Streifenschneiden duelliert hatten, wissen wir auch, dass hauchfein eine relative Größe ist und Julianes Streifen eher den Namen Bärbel verdient hätten. Kommando Kochen!
Dann Wok auf den Herd, Sojaöl rein und erhitzt. Etwas Knoblauch, Ingwer und Bärbel und Julienne ins gusseiserne Kochgeschirr. Droht es anzubraten, dann bitte kein weiteres Öl, wohl aber Brühe zugeben. Mit einem Teelöffel Curry, etwas Cayenne-Pfeffer, Salz abschmecken. Eingeweckter Kürbis dazu, das Ganze mit Kokosmilch auffüllen, Koriander drüber und fertig. Mit dem Hintergedanken, dass im nächsten Gang mit Fleisch gekocht wird, ließen die Herren der Schöpfung der Damenwelt den Vortritt beim Verzehren von Suppe.
Für den Hauptgang warfen sich Stefan und Stefan ins Julienne-Gemüseschnitz-Gemetzel. Ja, Stefan, das gilt auch für Zwiebeln! Nein, Stefan, nicht die Garnelen! Währenddessen wurden Ketchup, Essig, Zucker, Salz und Orangensaft zur Sauce süßsauer verrührt. Wok und Öl erhitzen und bis auf Zucchini alles rein, was geschnitten wurde. Die Garnelen und ein Teelöffel Knobi gleich mit dazu. Nach dem Garen Zucchini, Sojasprossen und die Sauce dazu und nochmals gut durcherhitzen.
J.K. hatte sich klammheimlich um den Reis gekümmert. Wie bekommen die den Reis nur immer so pappig hin? Das Geheimnis liegt im Bruchreis, der wird nochmals geschrotet, kann daher besser ausschleimen und klebt.
Letzte Erfahrungen des Tages machten deutlich, dass die Hände handelsüblicher Europäer nicht dafür gemacht wurden, die Nahrung mit Stäbchen aufzunehmen. Aber lecker war's allemal. Wir freuen uns aufs nächste Kochkommando in der Tapas Bar. Ohne Stäbchen.

Süsses Hähnchen sauer
Man nehme:
Hühnerbruststreifen, Shitake-Pilze, eine Gemüsezwiebel, eine Chili-Schote, Black-Tiger-Garnelen, Wasserkastanien, Zucchini, Sojasprossen, und Knoblauch
Für die Sauce süßsauer:
Ketchup, Essig, Orangensaft, Zucker, und Salz


BLITZ!-Wok-Suppe
Man nehme:
Eine halbe Karotte, ebenso viel Porree, doppelt soviel Kürbis, Ingwer, Knoblauch, einen halben Liter Kokosmilch, Cayenne-Pfeffer, Curry, und Koriander
 
Wort und Bild: Thomas Leibe