| Women in Jazz |
Weiblich, sexy, elegant
Jazz, jene hartgesottene Grundlage, Kneipe und Kunst zu verbinden,
Nadelstreifen zu tragen und trotzdem cool zu sein und sich zu ärgern, nie selbst
das Instrumentenspiel erlernt zu haben, um einfach mal mitzuimprovisieren. Eine
Domäne der Männerwelt, die mit Whisky, Bart, Zigarettenqualm und dem all zu
wilden Jam-Sound nur selten die Gehörgänge und Herzen hübscher Weiblichkeit
erreicht. Trat dann doch mal eine Frau in das Spotlight einer Jazzbühne, klang
die Stimme alles andere als gewohnt weiblich und dem Antlitz der Holden konnte
man Nikotinsucht, mehrere Entbindungen, den Hang zu Hochprozentigem und ein mehr
als bewegtes Leben vor der Rente ablesen...
Seit einigen Jahren bricht dieses Klischee in sich zusammen und Ihr, die Ihr
Euch als alte Jazzer bezeichnet, solltet mit offenen Augen hören. Jazz ist
weiblich, sexy, elegant und immer noch Jazz. Seitdem im vergangenen Jahr das
erste Festival Women in Jazz Halle an der Saale für drei lange Tage zum Mekka
der internationalen Frauen-Jazz-Szene erhob, ist es offiziell. Nicht nur, dass
die Herren der Schöpfung im Publikum große Augen machten und die Kinnladen
klappen ließen, wir hörten auch von jungen Damen, denen bei Jazzmusik vor lauter
Herrlichkeit das Wasser in den Augen stand, worauf sie nur noch im Stehen
applaudieren konnten.

Von 1. bis 4. Februar startet das fulminante Event in seine zweite Runde. Nach
den ausverkauften Konzerten im Vorjahr rechnen die Veranstalter Ulf Herden und
Janis Kapetsis erneut mit einer großen Nachfrage weit über die Landesgrenzen
hinaus, zumal das Line-Up von Women in Jazz 2007 eine erstklassige Mischung aus
großen Namen und Geheimtipps bereithält. Mit Dee Dee Bridgewater kommt eine
echte Headlinerin. Sie bestreitet das Eröffnungskonzert mit ihrem Gitarristen
Louis Winsberg und einem extravaganten Akustik-Special. "Das ist eine einmalige
Gelegenheit, die Bridgewater pur zu erleben und der Höhepunkt des Festivals", so
Ulf Herden, "Dee Dee Bridgewater gilt als legitime Nachfolgerin der Jazzlegende
Ella Fitzgerald, ist eine große Entertainerin und gehört zu den besten
Sängerinnen ihrer Generation."
An den darauffolgenden Abenden wartet das Festival unter anderem mit dem United
Women's Orchestra, einer hochkarätigen Bigband mit 18 europäischen
Profimusikerinnen, dem Lynne Arriale Trio und Sarah Morrow auf.
Ein weiteres
Highlight setzt die dänische Sängerin Susi Hyldgaard, die am 3. Februar ihr
Debüt im hallischen Opernhaus geben wird. Neben Hyldgaard werden an diesem Abend
zwei hochinteressante Projekte aus Berlin und Dessau zu hören sein. Die
Deutsch-Iranerin Cymin Samawatie verzaubert ihr Publikum mit märchenhafter
Poesie im World-Jazz-Gewand, und mit Cristin Claas gilt es, eine wahre
Songpoetin aus unserer Region zu entdecken.
Women in Jazz II wird sich nicht nur auf das Opernhaus als Veranstaltungsort
beschränken. Am letzten Festivaltag gastiert die Ausnahmesängerin Diane Schuur
so in der Konzerthalle Ulrichskirche. "Sie ist der Geheimtipp des viertägigen
Events", sagen die Veranstalter. Schuur wurde bekannt durch legendäre Konzerte
mit Ray Charles und dem Count Basie Orchestra und wird in den Vereinigten
Staaten nach zwei Grammy Awards als The New First Lady of Jazz bezeichnet. Wer
diesen und die anderen Höhepunkte nicht verpassen will, sollte sich so bald wie
möglich Tickets sichern. Die sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen
erhältlich. Das komplette Programm, einen Rückblick auf das vergangene Festival
und weitere Informationen findet Ihr unter
www.womeninjazz.de
Termin
01.-04.02. Halle an der Saale
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| Wort: Thomas Leibe / Bild: P.D., Christoph Giese
(Susi Hyldgaarde) |
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