| Konzert-Highlights 2007 |
Das Jahr der Überraschungen
Wer eher bucht, freut länger vor. Dass das nicht nur für Urlaubsreisen und
Hochzeitstermine gilt, müssen wir Euch nicht erzählen. Auch von der Tatsache,
dass Konzertkarten - versteckt in geschmackvollen Briefumschlägen - gerade zur
Weihnachtszeit Freude bereiten können, lest Ihr an dieser Stelle nicht zum
ersten Mal. Das Jahr 2007 bietet Anlässe über Anlässe, also Inhalte für solche
Briefumschläge; Legenden sind überraschenderweise wieder auf Tour, und Stars von
heute, was weniger überraschen dürfte ...
24.01. • Leipzig • Arena
Chuck Berry & The Firebirds
Der Mann ist 80! Und er fährt nochmal über den großen Teich, um die Botschaft
des Rock 'n Roll zu predigen. Wahrscheinlich tut er das zum letzten Mal. Zwei
Termine gibt es in Deutschland, einen davon in der Leipziger Arena. Der Rock 'n
Roll könnte eigentlich auch Chuck Berry heißen, hat John Lennon einmal sinngemäß
gesagt. Er war der erste, von ihm haben alle abgekupfert, auch Elvis the Pelvis.
Seine Hits hießen "Sweet Little Sixteen", "Johnny B. Goode" oder "Roll Over
Beethoven", sein Gitarrenspiel ist Legende, seine Auftritte strotzten nur so vor
wilder Energie. Und sie tun das, dem Vernehmen nach, noch heute. Die Special
Guests auf diesem Konzert werden die Leipziger Firebirds sein, die zu diesem
Anlass mit einer XXL-Show mit Big Band ihr 15jähriges Band-Jubiläum feiern
werden. Wir dürfen annehmen, dass diese umtriebigen Herren einiges mit der
Organisation zu tun gehabt haben. Der Star des Abend heißt eindeutig Chuck
Berry. Wahrscheinlich wird ihm gefallen, welch musikalisches Feuerwerk die
Firebirds auf der Bühne abbrennen werden.
Der Mann ist tatsächlich 80 und er steht noch voll im Saft. Wir verneigen uns in
Ehrfurcht. Ein bissel Angst schleicht sich aber doch in diese Feststellung:
Wahrscheinlich erfährt Herr Müntefering das auch und wird zufrieden feststellen,
dass da noch einiger Spielraum bleibt bei der Erhöhung des Rentenalters ...
12.-14.01. • Leipzig • Arena
Bharati
Es war einmal in Indien ... Das nach Veranstalterangaben größte Bühnenspektakel
der Gegenwart entführt in die schillernde Welt des Subkontinents. Bharati ist
eine Liebesgeschichte, ein modernes Märchen, das die Magie und die Mythen, den
Zauber der Jahrtausende alten Kultur, die üppige Vitalität und Farbenpracht
Indiens zu einer traumhaften Vision für alle Sinne verschmilzt. Das Ganze, ohne
Kosten und Mühe zu scheuen: Mehr als 100 Mitwirkende, tausende Kostüme, 15
Musiker, sechs Sänger; dazu Pyro-Effekte, riesige Leinwände, fantastisches
Licht. Die Handlung setzt aber nicht vordergründig auf Faszination durch
Technik, sondern geht richtig zu Herzen: Indische Tradition trifft Bollywood.
Und am Ende wartet, wie sich das gehört, ein opulentes Happy End.
10.-12.01. • Erfurt • Messehalle
15.-17.01. • Chemnitz • Stadthalle
19./20.01. • Leipzig • Arena
15.02. • Zwickau • Stadthalle
16.-18.02. • Dresden • Kulturpalast
Grease
Es ist das erfolgreichste Filmmusical aller Zeiten: Legendär wurde die
Hollywood-Verfilmung aus dem Jahre 1978 mit John Travolta und Olivia
Newton-John, vor allem dank fantastischer Nummern wie "You're The One That I
Want" oder "Summernights". Zuvor hatte die Liebesgeschichte zwischen Danny und
Sandy an der Rydell High School des Jahres 1959 schon siebeneinhalb Jahre,
genauer gesagt 3.388 Vorstellungen lang am Broadway begeistert. Einer der
größten Musical-Erfolge aller Zeiten, die Rückkehr in die Welt des Rock 'n Roll,
der kessen Sprüche, des Haargels ("Grease") in der tollen Tolle. Grease ist
Kult, Hingehen Pflicht. Das Weihnachtsgeschenk für die Generation Petticoat!
bis 20.01. • Leipzig • Kohlrabizirkus
Aida
Elton Johns “Aida”: Dramatische Szenen erwarten Euch! Lieder voller Gefühl,
überwältigende Bühnenbilder, Farben und Choreografien. 30 Akteure aus
verschiedenen Nationen lieben und kämpfen, triumphieren und leiden, singen und
tanzen für Euch unter 600 Scheinwerfern in einer gigantischen Show. "Jede
Geschichte handelt von der Liebe", verkünden sie und im Zuschauerraum läuft eine
Gänsehautwelle durch die Reihen. "Ein fernes Land" erklingt und Ihr spürt das
Heimweh der gefangen gehaltenen Prinzessin Aida. Mit den Darstellern gemeinsam
geht Ihr "Durch das Dunkel der Welt" und "Einen Schritt zu weit", erlebt Ihr
einen Abend voller Spannung und Emotionen.
01.02. • Dresden • Alter Schlachthof
01.03. • Erfurt • Stadtgarten
02.03. • Leipzig • Werk II
Juli
Ihre Entwicklung ist irgendwie das Musterbeispiel für die perfekte Welle des
deutschsprachigen Pop der Post-Sportfreunde-Ära. Anfang des Jahrtausends sangen
sie noch englisch, hatten einigermaßen Erfolg damit, einen Deal in der Tasche
und galten als große Hoffnung. Doch da wehte schon eine frische Brise durch die
2Raumwohnung, alle wollten jetzt Helden werden. Neue Songs wurden gemacht, ein
Album komplett auf deutsch. Gleich die erste Single hieß "Die perfekte Welle",
und die traten sie auch los. Was am Anfang tragisch schien, nämlich, dass die
Radiosender den Song nach wenigen Wochen aus dem Programm nahmen - er passte
nicht zu den Tsunami-Meldungen vom Dezember 2004 - erwies sich nachträglich als
Glücksfall: Die zweite Single "Geile Zeit", die bisher im Schatten des großen
Hits gestanden hatte, erfuhr so erst richtige Aufmerksamkeit. Fünf Singles haben
Juli aus diesem Album ausgekoppelt, die Platte erreichte fünf Mal Platin! Und
das Entscheidende: Mit ihrem zweiten Album, das dieser Tage erschien, konnten
sie an den Erfolg des ersten anknüpfen! Das Album ging von Null auf Eins in die
Charts, die erste Auskopplung, "Dieses Leben", war Top 5. Die perfekte Welle
rollt weiter, Juli (und auch die anderen führenden Mitstreiter dieser Strömung)
erwiesen sich nicht als Eintagsfliegen. Hut ab!
02.03. • Leipzig • Arena
Shakira
Hips Don't Lie" heißt ihr aktueller Hit: Hüften lügen nicht. Und wenn es stimmt,
dass Hüften immer nur die Wahrheit sagen, dann kann die Wahrheit eine verdammt
attraktive und sexy Sache sein. Und wenn es dennoch unangenehme Wahrheiten geben
sollte, dann werden diese gewiss nicht von den Hüften von Shakira erzählt.
Apropos erzählt: Ihr aktuelles Album und auch die Tour heißen "Oral Fixation",
dass heißt "Orale Fixierung". Nun ja. Schließlich hatte sie ja auch schon eine
Single namens "Underneath Your Clothes" ("Unter Deinen Klamotten"). Außer diesen
Anzüglichkeiten hat Shakira einige andere Alleinstellungsmerkmale: Faszinierend
ist ihr echter Multi-Kulti-Touch. Aufgewachsen ist sie in Kolumbien, ihr Vater
stammt aus dem Libanon und hat ihr auch noch orientalische Wurzen mitgegeben.
Von früh an war sie jedoch nicht nur mit ethnischer Musik konfrontiert, sondern
auch mit der Rockmusik von Beatles bis Nirvana. Und genau in diesem
Spannungsfeld liegt heute ihr ziemlich flotter Latino-Pop. Mit 13
veröffentlichte Shakira ihr erstes Album, auf dem sie selbst eine verschärfte
Latin-Rock-Gitarre spielte. Diese Frau kann weit mehr, als lasziv mit dem
Hintern wackeln! Aber, nun ja, das kann sie eben auch. Und wir wissen ja jetzt:
"Hips Don't Lie"! Der Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez, der
ebenfalls zu den Shakira-Fans gehört, hat das schon mal viel schöner gesagt:
"Niemand kann so tanzen und singen wie sie, in solch einer unschuldigen
Sensualität, die ihre eigene Erfindung zu sein scheint". Dem ist nichts
hinzuzufügen.
16.03. • Dresden • Alter Schlachthof
21.03. • Leipzig • Haus Auensee
Christina Stürmer
Es wurde ja mal Zeit, dass die österreichischen Brüder und Schwester auch etwas
beitragen zur neuen deutschen Welle des herzerfrischend naiven, urwüchsigen,
schrecklich sympathischen und so wunderbar jungen deutschen
Pennäler-Rock'n'Rolls. Der, gedüngt von der Hamburger Schule, irgendwann im
fruchtbaren Spannungsfeld zwischen den Sportfreunden Stiller und der
2Raumwohnung wild zu wuchern begann. Die Erfolgskette reißt nicht ab, die neuen
Alben der Helden im Juli unterm Silbermond sind ebenso erfolgreich wie ihre
ersten. Und aus Wien mischt sich seit einiger Zeit die charismatische Christina
Stürmer in diesen Chor. Sie ist inzwischen ihres Heimatlandes erfolgreichster
Star. Ein bissel unterscheidet sich ihre Karriere schon von denen der anderen:
Es ist ihr eigener Name, unter dem firmiert wird, die Band steht namenlos im
Hintergrund. Kein Wunder, sie haben sich eben nicht gemeinsam nach oben
gekämpft, die Band wurde für sie zusammengestellt. Sie schreiben auch ihre
Lieder nicht gemeinsam, in der Regel jedenfalls nicht, sondern bekommen von
Management und Plattenfirma Auftragsarbeiten zugeteilt. Aber eigentlich ist es
ja wurscht, wer Hits wie "Engel fliegen einsam" oder "Ich lebe" geschrieben hat,
wenn sie nur mitreißend frisch interpretiert werden. Und das kann Christina
Stürmer ganz sicher!
16.04. • Leipzig • Arena
Peter Maffay
Auf Tour mit 13 großen Musikern aus zwölf Ländern: Da hat sich unser Peter mal
wieder mächtig was vorgenommen! Für "Begegnungen - Eine Allianz für Kinder" war
er mehr als ein Jahr auf der ganzen Welt unterwegs. Ergebnis ist ein
multikulturelles Album, das es seit September auf CD und DVD gibt. Im Frühjahr
des kommenden Jahres folgt nun in einer sehr aufwändigen multimedialen
Produktion die dazugehörende Tournee durch 14 deutsche Städte. Maffay bäckt
keine kleinen Brötchen mehr: Neun Trucks werden 270 Tonnen Equipment quer durch
das Land bewegen. Allein die acht Riesen-Video-Screens, mit deren Hilfe die
Zuschauer von jedem Punkt aus das Geschehen auf der Bühne verfolgen können,
haben eine Größe von 100 Quadratmetern. Schon jetzt ist sicher: Dies wird eine
der spektakulärsten Produktionen des kommenden Jahres werden. Und die Liste der
Mitwirkenden ist lang, Peter Maffay arbeitet nicht mit B-Besetzungen. Er hat
sich tatsächlich Künstler ins Boot geholt, die in ihren Ländern Stars sind - die
Bundeskanzlerin höchstselbst übernahm die Schirmherrschaft für Maffays Projekt.
Ein Projekt in Partnerschaft mit dem Kinderhilfswerk World Vision. Ein gutes
Werk also. Und Spaß macht es obendrein!
18.04. • Leipzig • Arena
Roger Waters
Mondsüchtig: "The Dark Side Of The Moon" von Pink Floyd ist eines der
wichtigsten Alben der Rockgeschichte, daran zweifelt keiner. Kreativer Dreh- und
Angelpunkt der Band zu dieser Zeit war Roger Waters, das komplizierte Genie, das
seit den 80ern eigene Wege geht. Doch vorher hat im Wesentlichen er geschaffen,
was den Ruf von Pink Floyd als eine der legendärsten Bands aller Zeiten
ausmacht: Das mystisch-kryptische Erstlingswerk "A Saucerful Of Secrets", das
erwähnte "Dark Side Of The Moon" von 1973, das den mentalen Niedergang des
früheren Bandmitglieds Sy Barrett thematisiert und zu einem der meistverkauften
Alben aller Zeiten wurde (das Album rangierte 15 Jahre lang ununterbrochen in
den Billboard Charts!). Weiterhin schuf er maßgelblich die nicht minder
spannenden Folgewerke wie "Wish You Were Here" (1975) oder "Animals" (1977) bis
hin zum Mega-Buster "The Wall". 200 Millionen Alben wurden insgesamt verkauft,
Pink Floyd haben zu einem erheblichen Teil dafür gesorgt, dass Rock- und
Pop-Musik auch von der "offiziellen" Musikwissenschaft ernst genommen wurden.
Ausschnitte aus allen diesen Meilensteinen der populären Musik wird Roger Waters
auf seinen Konzerten (es gibt nur drei in Deutschland) aufführen, natürlich wie
immer in höchst aufwändigem 360°-Quattro-Sound und unterlegt mit bizarren
Videosequenzen. Zu erwarten sind unsterbliche Hits wie "Another Brick In The
Wall", "Mother", "Shine On You Crazy Diamond" oder "Welcome To The Machine".
Kern des Programmes wird jedoch die Komplettaufführung des "Dark Side Of The
Moon"-Albums werden, vom unheimlichen Herzschlagbeginn, von "Speak To Me" bis zu
"Eclipse", das mit haargenau dem gleichen Ton endet, mit dem das Album beginnt.
Ein Album, mit dem die Band, vor allem Roger Waters, die damalige Gesellschaft
sezierte. Und wir Ossis haben auch mal gut lachen, denn an jener Sternstunde der
Pop-Musik konnten wir dank einer Lizenzpressung auch teilhaben. Hits wie "Money"
oder "Time" erklangen auch bei uns ganz legal von den Plattentellern und waren
musikalisches Allgemeingut. Ein Wiederhören also mit alten Freunden.
20.04. • Leipzig • Arena
24.04. • Erfurt • Messe
Lionel Richie
Der große Mann des gefühlvollen Popsongs, eine regelrechte Hitmaschine. Wobei
der Ausdruck grob in die Irre führte, würde man Lionel Richie daraufhin etwa mit
dem hierzulande bekannten Dieter Bohlen vergleichen. Richie ist ein
Vollblutmusiker mit einem unerschöpflichen Repertoire an Ausdrucksmöglich-keiten.
Begonnen hat er als Hauptsongschreiber der Funk-Pop-Legende The Commodores ("Three
Times A Lady"), die in der zweiten Hälfte der 70er der wichtigste Act des
Motown-Labels waren. 1980 trennten sich ihre Wege, die Commodores versanken, wie
nicht anders zu erwarten, in der Versenkung. Richie dagegen legte 1982 ein
Super-Solo-Debüt hin. Vom Nachfolger "Can't Slow Down" (1983) wurden bis heute
10 Millionen abgesetzt (insgesamt hat er das Zehnfache dieser Zahl auf dem
Verkaufskonto). Die 80er waren sein Jahrzehnt, es hagelte Grammies, Music Awards,
Oscars (seit drei Jahren hat er auch einen Stern auf dem Hollywood Walk Of Fame).
Seine größten Hits in dieser Zeit waren "All Night Long", "Dancing On The Ceiling"
oder "Say You, Say Me"; die wunderbare Ballade "Hello" gehört mit Sicherheit zu
den schönsten Liebesliedern, die je geschrieben wurden. Eines hat Lionel
allerdings doch mit unserem Dieter, dem Ritter der intellektuellen Schlichtheit,
gemeinsam: Richie war Juror von "American Superstar", der Ami-Variante unserer Casting-Shows.
"Coming Home" heißt sein neuntes Album. Richie ist älter geworden, weiser,
abgeklärter. Er muss sich nichts mehr beweisen. Für das Album hat er erstmals
Kollegen engagiert, die ihm Songs geschrieben haben. Kollegen aus der obersten
Liga! Ob diese neuen Sachen an die Qualität der eigenen Hits heranreichen? Wir
werden's hören!
24./25.05. • Leipzig • Zentralstadion
14.06. • Erfurt • Steigerwaldstadion
Herbert Grönemeyer
Was ist über diesen Menschen noch zu erzählen? Weiß nicht jeder alles über ihn?
Er ist der Deutschen Konsens-Superstar: Kantiger Rocksänger und sensibler
Schauspieler, millionenschwerer Popverdiener und herzlicher Kumpeltyp, zorniger
Rebell und Schwiegemutterschwarm. In den letzten Jahren hat wohl jeder in diesem
Lande in irgendeiner Phase wenigstens einen Hit von ihm gemocht - und wenn es
das Lied zur letzten Fußball-WM war. Er hat es wie kein Zweiter verstanden, aus
eingängigen Melodien, genial treffenden Texten und mit einer unverwechselbaren
Persönlichkeit Hits zu kreieren, die die Nation musikalisch auf hohem Niveau
einten. Jede dieser Komponenten ist unverzichtbar für den Gesamterfolg. Es gibt
de facto keine Coverversionen seiner Songs, weil diese Lieder nur mit ihm
funktionieren. Andererseits bekommt Deutschlands wichtigster Popstar (16
Millionen Tonträger) im fremdsprachigen Ausland keinen Fuß auf die Erde, weil
sie dort die Texte nicht verstehen. Das geht nur auf Deutsch. Möchte sich jemand
die Zeile "I have airplanes in my stomach" gesungen vorstellen? Egal, dass er im
Ausland kein Star ist, wir lieben ihn auch so. "Mensch" gehört ganz sicher zu
den zehn wichtigsten deutschsprachigen Liedern der letzten 50 Jahre, Millionen
haben seinen persönlichen Schmerz geteilt, das dazugehörige Album wurde von drei
Millionen Deutschen, Österreichern und Schweizern gekauft. Und das in der hohen
Zeit der Schwarzbrennerei - es ist also eine mehrfache Menge an Kopien im
Umlauf. Für Herbert reicht es trotzdem. Auch, wenn die Engländer seine Alben
nicht kaufen. Dafür hat er hat den Vorteil, das er in seiner Wahlheimat London
problemlos im Supermarkt einkaufen kann. Da würden viele seiner Kategorie viel
für geben ...
08.06. • Dresden • Messe
16.06. • Bad Köstritz • Schlosspark
17.06. • Leipzig • Völkerschlachtdenkmal
21.06. • Erfurt • Messe
Rosenstolz
Wer kann diese beiden noch toppen, wo wollen sie noch hin? 250.000 Besucher
haben die Tour zum 15jährigen Bandjubiläum gesehen, "Das große Leben" wurde
eines der erfolgreichsten Alben der Bandgeschichte. Es gab Platin schon im
Erscheinungsjahr, wie bereits beim Vorgängeralbum "Herz", erneut haben
Rosenstolz das erfolgreichste deutsche Album des Jahres vorgelegt. Nach der
selbst verordneten kreativen Pause über das Jahr 2005 haben sie sich
eindrucksvoll zurückgemeldet und wie selbstverständlich erneut jenen Platz
eingenommen, den sie schon vor einiger Zeit erkämpft haben: Den an der Spitze
des deutschen Pop. Die beiden Singles "Ich bin ich (wir sind wir)" und "Nichts
von alledem (tut mir leid)" sind selbst für die hitverwöhnten stolzen Rosen
außergewöhnliche Knaller. Das jüngste Video zu "Ich geh in Flammen auf" wurde
übrigens vom Leipziger Comic-Artisten Schwarwel gestaltet.
AnNa R, geboren am 25. Dezember 1969 in Berlin-Friedrichshain, und Peter Plate,
geboren am 1. Juli 1967 in Neu-Delhi, haben eine mustergültige Karriere
hingelegt und sich ohne Unterstützung irgendwelcher Industrie- oder TV-Bosse aus
eigener Kraft mit ihren Liedern ganz nach oben gearbeitet. Die einzigartige Aura
ihrer Lieder und ihrer Konzerte, der faszinierende Spannungsbogen zwischen ihnen
und ihrem Publikum trägt auch 15 Jahre nach ihrer Gründung, und es deutet nichts
darauf hin, dass dieser Magie die Kraft ausgeht. Ein Phänomen!
04.07. • Leipzig • Zentralstadion
Genesis
Eine der wichtigsten Bands der Pop-Geschichte. Jetzt auf Reunion-Tour! Die Story
dieser Band ist ja zweigeteilt. Noch in der Schule gründeten Sänger Peter
Gabriel und Keyboarder Tony Banks Genesis. Zwei Jahre später holten sie den
damals schon recht namhaften Drummer Phil Collins in die Band. Die ersten Alben
floppten. Doch dann entschlossen sie sich zu einem ganz eigenen Ansatz. Die
Stücke wurden kunstvoll und länger, sie kreierten eine Art Kunstrock. Es war
freilich die hohe Zeit dafür, auch Pink Floyd, Yes oder Gentle Giant gingen in
dieser Zeit die ersten Schritte. Und das Publikum wollte sowas hören! 1971
setzten sie mit "Nursery Crime" ein Achtungszeichen. Mit "Selling England By A
Pound" stiegen sie in die Charts ein, 1974 veröffentlichten sie das Doppelalbum
"The Lamb Lies Down On Broadway" und schafften damit ein gewaltiges
Prog-Rock-Epos, das bis heute Bestand hat. Doch ausgerechnet da stieg der leicht
exaltierte Sänger Peter Gabriel aus. Die anderen blieben leicht verwirrt zurück.
Nach zwei weiteren Alben schrumpften sie gar zum Trio - und beschlossen, die
Band neu zu erfinden. Schlagzeuger Collins nahm das Gesangsmikro, alle nahmen
sie Abschied von den ausufernden, verfrickelten Songkunstwerken. Sie schrieben
jetzt knackige Popsongs mit hinreißendem Charme und trotzdem hohem Anspruch. Der
Erfolg stellte sich quasi sofort ein - und er ist unglaublich. Von den wenigen
Alben ab 1978, die aber de facto ausschließlich Hits enthalten, verkauften sie
bis heute im Schnitt je 20 Millionen Exemplare, insgesamt haben sie 130
Millionen Tonträger abgesetzt. Irgendwann wurde ihnen der ganze Erfolg ein
bissel langweilig, ihre Wege begannen auseinanderzudriften. Rutherford wurde
ziemlich erfolgreich mit Mike and the Mechanics, und Collins knüpfte mit seinen
Soloalben ganz im Genesis-Stil nahtlos an die alten Erfolge an. Irgendwann stieg
er ganz aus, die anderen beiden veröffentlichten mit einem jungen Grunge-Sänger
"Calling All Stations", allerdings mit mäßigen Erfolg.
In diesem Jahr dann der Hammer: Nach 15 Jahren Pause verkündeten die drei
gesetzten Herren, noch einmal gemeinsam auf Tour zu gehen. Kein neues Album,
kein theatralisches Comeback. Einfach eine Tour aus Spaß an der - unserer -
Freude. Uns erwartet eine Kollektion der größten Evergreens der Pop-Geschichte.
Kurze Auswahl gefällig? Hier nur die wichtigsten Singles der End-70er und 80er:
"Follow You, Follow Me", "Many Too Many", "Turn It On Again", "No Reply At All",
"Mama", "Thats All". "Invisible Touch", "Land Of Confusion", "Tonight, Tonight,
Tonight"... Das wird ein Fest!
|
| Wort: F.W. / Bild: P.D.; Kasskara |
|