| Will Smith |
Das Streben nach Glück
Herzerreißendes, das auf wahren Begebenheiten beruht, kommt immer gut an. Ein
allein stehender Vater, der sich durchs Leben schlägt und auf alles Mögliche
verzichtet, um seinem Sohn so viel wie möglich an Gutem zu bieten, kommt auch
gut an. Beides zusammengebracht ist in der Vorweihnachtszeit doch fast schon
obligatorisch und füllt die Kassen. Will Smith darf diesmal den guten Vater
geben. Er mimt einen aufgeweckten Verkäufer, der sich von Job zu Job hangelt und
dennoch immer nur am Rande der Existenz lebt. Eines Tages reicht es nicht mehr,
Verkäufer Chris Gardner muss das Appartement räumen und sitzt samt seines
fünfjährigen Sohnes auf der Straße. Harte Zeiten sind angesagt, und es dauert
ein Weilchen, bis er wieder ein Praktikum ergattert bei einer renommierten
Maklerfirma. Vater und Sohn leben im Obdachlosenasyl. Aber Chris will, dass es
sein Sohn mal besser hat als er, und er hat Erfolg und erreicht sein Ziel.
Soweit der Film. Hauptdarsteller Will Smith gehört schließlich selbst zu jenen
Menschen, die es geschafft haben, mit ihrem Talent zu überzeugen und vor allem
Erfolg zu haben, was sich natürlich auch in klingender Münze bemerkbar macht.
Seine Karriere begann früh. Und aus so richtig armen Verhältnissen kommt er weiß
Gott auch nicht. Seine Eltern konnten ihm und seinen drei jüngeren Geschwistern
ein gutbürgerliches Zuhause bieten. Der Vater arbeitete als Kühlgeräteingenieur,
die Mutter als Lehrerin.
Schon mit zwölf war Willard Christopher Smith jr. genau klar, was er wollte,
nämlich Musik machen. Die machte er dann auch. Er rappte unter seinem Spitznamen
Fresh Prince. Den Titel gab man ihm, weil er mit seinem unnachahmlich frechen
Charme schon auf der Schule zu überzeugen wusste. Die Schule an sich fand
Will
bald nicht mehr so interessant, vernachlässigte sie allerdings auch nicht.
Immerhin war er so gut, dass man ihm später ein Stipendium anbot für das
Massachusetts Institute of Technology. Das Angebot schlug er jedoch aus, da er
inzwischen schon so viel Blut geleckt hatte in Sachen Musik - wenngleich er
bereits erste Höhen und Tiefen durchgemacht hatte als DJ in verschiedenen Clubs.
Mit Jeff Townes spielte er einige Alben ein als DJ Jazzy Jeff and the Fresh
Prince. Die beiden gewannen einen ersten Grammy für den Song "Parents Just Don't
Understand". Ein nächster Grammy folgte für "Summertime". Tow-nes und Smith
scheffelten viel Geld, verloren es aber recht schnell wieder. Zum einen, weil
das Finanzamt nicht einverstanden war mit der Art und Weise, in der die Herren
Musiker mit ihren liquiden Mitteln umgingen, zum anderen, weil Will Smith eifrig
dem Glücksspiel frönte.
Hier gibt es also Parallelen zum neuen Smith-Film "Das Streben nach Glück".
Dessen Hauptdarstellers Geschichte kam zunächst dem Manager eines großen
Fernsehstudios zu Ohren, und schwupp machte der eine TV-Serie daraus. Die lief
und lief und lief - und Smith spielte sozusagen sich selbst. "Der Prinz von Bel
Air" lief glatt sechs Jahre. Will Smith war daraufhin weltbekannt, und natürlich
blieb es nicht bei TV-Auftritten. Das Kino klopfte an und wurde eingelassen ...
Eine erste Kinorolle folgte bereits 1993 in dem Drama "Six Degrees of
Separation", in dem Smith einen schwulen Betrüger spielte. So richtig
erfolgreich war er aber erst in Michael Bays actiongeladenem Buddy Movie "Bad
Boys".
Drei Jahre später stand er für Roland Emmerich in "Independence Day" vor
der Kamera, als einer der Jetpiloten, die unsere Erde vor einer außerirdischen
Invasion bewahren. Bekanntlich wurde der Film ein Blockbuster. Und auch im
nächsten ging es um Außerirdische, erneut mit Erfolg. In "Men in Black" ist
Smith zusammen mit Tommy Lee Jones Mitarbeiter der streng geheimen
Spezialeinheit mit den kleinen Blitzgeräten.
Die Musik nicht vernachlässigend, brachte der Mime quasi nebenbei ein
erfolgreiches Soloalbum namens "Big Willie Style" unter die Leute. Doch nicht
immer traf er die richtigen Entscheidungen. Bei "Matrix" lag er völlig daneben.
Auf die Geschichte gab er nicht viel und übernahm lieber in "Wild Wild West" die
Hauptrolle. Er gesteht seinen Fehler allerdings offen ein, meint gar, dass sei
sein größter Fehler gewesen, in diesem "sehr schlechten Film" mitgewirkt zu
haben und zudem ein "großer Fehler, die Rolle in Matrix aufzugeben, um in Wild
Wild West mitzuspielen." Wo gibt's denn so etwas in Hollywood? Was der sich aber
auch erlaubt, wo doch sonst alle Schauspieler beim größten Mist noch behaupten,
dass das ihr tollster Film gewesen sei, den sie bis dato gemacht hätten …
Für sein Agieren als Box-Legende Muhammad Ali nominierte man Smith für einen
Oscar (den bekam dann allerdings Denzel Washington für seine Rolle in "Training
Day"). Danach folgte weniger Oscar-Reifes. So war er unter anderem der "Date-Doktor".
Auf alle Fälle ist er fleißig, und seine Familie braucht sich garantiert keine
Geldsorgen zu machen.
Apropos Familie: Zwischendurch fand der junge Mann die Zeit, um zweimal zu
heiraten. Die erste Ehe, aus der sein Sohn Willard Christopher "Trey" Smith III
stammt, hielt keine drei Jahre. Nun ist er allerdings bereits seit reichlich
neun Jahren mit der Sängerin und Schauspielerin Jada Pinkett verheiratet. Die
ist zwar 36 Zentimeter kleiner als ihr Mann, das aber stört die beiden wenig.
Gestört hat der Größenunterschied lediglich die Macher des Bel-Air-Prinzen. Da
lehnte man Jada als (Film-)Partnerin ab. Mit ihr hat Smith zwei weitere Kinder,
eine Tochter und einen zweiten Sohn. Dieser, Jaden Christopher Syre Smith, gab
übrigens jetzt sein Debüt als Schauspieler an Vaters Seite. Ihr ahnt es: Er ist
der Filmsohn im "Streben nach Glück".
Und um noch einmal auf die Sache mit dem Größenunterschied zurückzukommen, es
gibt da ja auch ganz andere Hollywood-Pärchen, wo beispielsweise er kleiner ist
als sie und immer auf ein Bänkchen steigt, um mit ihr für Fotografen das
perfekte Paar darzustellen. Die Rede ist von den beiden, die neulich in Italien
ein Schloss gemietet hatten ... Als er ihr einen Kamm, eine Kasserolle und eine
Katze (war das eigentlich eine lebende oder eine ausgestopfte?) schenkte, waren
wie erwartet wenige Schauspielerkollegen aus den USA zugegen. Will Smith schon!
Das war wohl vor allem seiner Frau geschuldet ... Immerhin gehörte Smith zu den
wenigen Gästen des Ereignisses, die sich - kurz - den wartenden Fans stellten.
Noch immer ganz der Prinz Charming, der Edel-Rapper, über dessen Lippen nach wie
vor keine F-Wörter kommen ...
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| Wort: Carola Kinzel / Bild: Sony |
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