| King Kreole |
Zwischen
Wahrheit und
Gummidichtung
Rock and Roll heißt auch Legenden stricken und Grenzen verwischen, zum
Beispiel die zwischen Wahrheit und Dichtung über das erlebte Leben der
Protagonisten. So handhaben es zumindest King Kreole und geben dabei Charmantes
und Humorvolles von sich.
Jean Le Blanc, die quirlige, schwarzbezopfte Frau hinterm Schlagwerk, die
gleichzeitig singt, Spezialeffekte (u.a. das Xaphon) bedient und schön ist,
be-rauscht sich im Gespräch mit uns an ihrer eigenen Story und will kaum
aufhören. Da ist von der Geburt im Süden Frankreichs die Rede, vom Großvater als
Krabbenfischer und der Mutter, die Perlenfädlerin und Organistin in einem
kleinen Dorf war. Zwangsläufig sei sie, Jean, nun in Leipzig Goldschmiedin (das
stimmt wirklich) und designe in ihrer Freizeit Gummidichtungen, bunte!
Oder dieser Ole Jansen, der Mann am Kontrabass, der Rentierforscher wäre. Und da
die letzte Forschungsreise nach Italien ein unglaubliches Desaster gewesen war,
hätte er nun umgesattelt - auf Schmetterlinge. Last but not least Francis D.D.
String, lockig schlanker Gitarrero: Der mache gar nichts, weil er zur Zeit
erkältet sei, ansonsten präge sich bei ihm aber immer mehr ein Hang zum Kosmos
und zur Kammerjägerei aus. Wahrhaftig sind Jean und Francis enger verbunden, was
bandbeherrschende Momente beinhaltet: "Na ja, wir sind ein Pärchen und deshalb
wird Ole immer überstimmt, zwei Diktatoren und ein Stück Fußvolk sozusagen!"
Ihre Musik nennen die drei sympathischen Partymacher "Classic Rock and Roll im
Neo Rockabilly Sound" und kommen mit dieser auf über hundert Konzerte im Jahr,
mal mit Knorkator und den Crashing Caspars, mal mit Monokel, den Barracudas oder
massenhaft als alleinige Headliner zwischen Berlin, der Ostsee, Frankreich,
Paderborn und Engelsdorf.
Jean und Ole kennen sich noch von ihrem Mitwirken bei den Twang Marvels und Jean
und Francis von einem Konzert im brandenburgschen Lindow, wo es funkte,
herzaufschlagend, während Bob Dylans Weisen erklangen. Na ja, und dann wurde der
Gesang ausgelost und Jean zog eben das längste Stäbchen. Rock and Roll geschah!
"Prinzipiell sind wir gegen Lärm, und wer zu unseren Konzerten kommt, weiß das
auch. Und wir stinken nicht, egal, was die Kollegen erzählen."
Am 18. November sind King Kreole mal wieder in der Moritzbastei zu erleben, beim
Rockfrühstück zu Ehren des 20jährigen Schaffens der Elvis-Malerin Carolin Okon,
früh ab 10 Uhr, gemeinsam mit den Barracudas, U3, Djamila und Kinderbespaßung.
Da darf mitgekleckst werden und gegessen und getrunken, und King Kreole haben
sich extra was Neues einfallen lassen. Jean Le Blanc kommt wieder ins Erzählen:
"Diesmal gibt's einen Superspezialeffekt, einen Superkreisel, der ganz doll
leuchtet, aber das darf ich noch nicht verraten, das ist noch geheim!"
Und auch Francis will etwas sagen: "Rock and Roll war schon immer meine große
Liebe - neben Jean! Die Stray Cats, weißt du? Und Chuck Berry!" Ole gibt
ebenfalls noch einen zum besten: "Gebt dem finnischen Folk eine Chance!"
Dann lachen alle King Kreolen und Musik wird mit ihnen zu dem Ding, das sie sein
soll, zu einer Dichtung zwischen den Menschen, zur Auslöserin von Gemeinsamkeit
und Lebensfreude: "Es ist einfach schön, dass wir miteinander so gut können und
extrem viel Spaß haben!"
www.king-kreole.de
Termine
18.11. Moritzbastei
14.12. Podium
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| Wort: Volly Tanner / Bild: P.D. |
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