Jungunternehmer in Leipzig

Dienstleister Im Sinne des Wohlfühlens

Beruflich dafür zu sorgen, dass andere sich wohlfühlen, ist Dienstleistung, wie sie im Buche steht. Wir würdigen das und stellen drei Unternehmen, die Wohlfühldienste leisten, vor.


Diana OestreicherDiana Oestreicher startete am 1. November mit der floatzone in die Selbstständigkeit. "Floaten ist eine Entspannungsart", erklärt die 27jährige, "ein Floating Tank enthält Wasser mit einem hohen Salzgehalt, ähnlich wie im Toten Meer". Man liegt auf dem Wasser und alle Muskeln entspannen. Das englische to float bedeutet soviel wie schweben. "Ich biete es als Wellness-Anwendung an, nicht als medizinische Anwendung", sagt Diana Oestreicher und verspricht: "Man wird stressresistenter, leistungsfähiger."
Floaten ist das Alleinstellungsmerkmal der floatzone in der Trufanowstraße 33. Das gibt es in München, Berlin und Dresden, aber hier nur bei Diana Oestreicher. Die junge Leipzigerin kommt aus dem kaufmännischen Bereich und hat dort beruflichen Stress kennen gelernt. Also suchte sie nach Möglichkeiten zu dessen Abbau, fand im bisherigen Angebot allerdings nicht das, was sie glücklich gemacht hätte. In einer Zeitschrift las sie vom Floaten, wollte mehr wissen und beschäftigte sich drei Jahre lang intensiv damit. Sie absolvierte Lehrgänge, fand zwei qualifizierte Mitarbeiterinnen, eine Physiotherapeutin und eine Masseurin, und "will das jetzt umsetzen". Täglich von 9 bis 21 Uhr gibt es in der floatzone Entspannung; neben der Sache im Wasser verschiedene Massagen ("Zeremonien") aus verschiedenen Ländern. Alles läuft über Termin, denn die Anwendungen nehmen zwei bis vier Stunden in Anspruch. Ergänzend gibt es Mittagspausen- und Feierabendangebote für Gestresste, Massageliegen und Entspannungstechniken, bei denen "20 Minuten schon sinnvoll sind". Erholt wird in dezent beleuchteten, geschmackvoll eingerichteten Räumlichkeiten. "Hier ist Wohlfühlen angesagt", meint Diana Oestreicher zu Recht. Und ihre Standortentscheidung für den Gohliser Süden erläutert sie so: "Eine angenehme Gegend mit guter Infrastruktur und trotzdem ruhiger Lage".
www.floatzone.de

Andreas MärtenAuch Andreas Märten sorgt dafür, dass andere sich wohlfühlen. Der 41jährige ist Inhaber von ServicePflege, einem Service- & Krankenpflegedienst, und bietet von der Grundpflege ("Waschen, Nahrungszubereitung, Nahrungsverabreichung") über die Behandlungspflege ("der medizinische Teil") bis hin zu hauswirtschaftliche Dienstleistungen und "Kontrollen der Befindlichkeit" alles Erdenkliche an.
Das Unternehmen hat seinen Sitz in der Residenz am Zoo (Nordstraße 35), "um die Leute vor Ort betreuen zu können". Von hier schwärmen Märtens Mitarbeiter aus, hier kann man aber auch hinkommen, sind Kaffeeklatsch und Geselligkeit möglich. Einmal im Monat auch ein Tagesausflug, eine Woche im Jahr geht es gar in den Pflegeurlaub. "Im nächsten Jahr an den Bodensee!" Andreas Märten ist engagiert und voller Ideen. Seit 2000 führt er seinen Pflegedienst, hat mit vier Arbeitskräften angefangen und heute 19, darunter drei Lehrlinge. Stolz sagt er: "Ja, wir bilden Alten- und Krankenpfleger aus und weiter!" Er selbst ist diesbezüglich als Dozent an der Heimerer-Schule tätig und im St. Georg an der Ausbildung von Pflegedienstleitern beteiligt. Märten hat ursprünglich Koch gelernt in Auerbachs Keller, kam später durch einen längeren Krankenhausaufenthalt auf den Beruf des Krankenpflegers und so auf die Selbstständigkeit. In der fühlt er sich gut: "Man tritt anders auf, handelt anders und kann eigene Visionen umsetzen." Letztere hat er immer wieder. Er glaubt an das Gute im Menschen, ist Optimist. "Ohne das geht es in dieser Branche nicht", meint er lächelnd und fügt hinzu: "Es muss und wird weitergehen."
www.servicepflege.de

Krankenpflege & Seniorendienst GbR Pflege mit Akzeptanz - Heike JudithWir akzeptieren die Wünsche, die Bedürfnisse und die Werte unserer Patienten. Gemeinsam entwickeln wir mit ihnen einen ganzheitlichen und individuellen Behandlungsplan." So steht es in der Arbeitsphilosophie der Krankenpflege & Seniorendienst GbR Pflege mit Akzeptanz. Das Unternehmen von Heike Judith (44, Foto) und Silke Wolf (40) ist in Borna und Umgebung aktiv. Im Ziegeleiweg 5 (Ortsteil Neukirchen) haben die Frauen ihr Büro, in der Magdeborner Straße 22 eine Begegnungsstätte und eine Senioren-WG eingerichtet.
In die Selbstständigkeit gegangen sind die Bornaerinnen im Herbst 2003 nach jeweils 13 Jahren Erfahrung bei der Volkssolidarität und nach damals auftretenden Unstimmigkeiten und Differenzen. Beide waren bis dahin angestellt gewesen, die eine als Geschäftsführerin, die andere als Pflegedienstleisterin, und sagten sich: "Wir gehen und machen was Eigenes". Sie begannen mit fünf Schwestern und 15 Patienten, heute sind zehn Angestellte zuzüglich zweier Azubis für circa 50 Patienten im Einsatz. Geleistet werden Grundpflege, Behandlungspflege und hauswirtschaftliche Hilfe. Hinzu kommen Veranstaltungen in der eigenen Begegnungsstätte. "Unsere Schwestern holen die Senioren dafür zu Hause ab und bringen sie anschließend wieder zurück", erzählt Heike Judith. "Wir backen auch den Kuchen für die Nachmittage selbst", fügt sie hinzu. Es ist viel zu tun. "Die Arbeit, die wir jetzt zu bewältigen haben, ist sehr umfangreich. Das erstreckt sich von der pünktlichen Lohnzahlung bis hin zum Schaffen eines guten Arbeitsklimas." Bereut haben Heike Judith und Silke Wolf ihre Entscheidung für die eigene Existenz allerdings nie.
www.pflegemitakzeptanz.de
 
Wort und Bild: Bastian Cramer