P!NK

P!NKBreitseite gegen das Tussitum

Man kann sie mögen oder nicht, doch P!nk hat in jedem Falle etwas Besonderes. Schon früh sonderte sie sich von jener Schwemme amerikanischer Popsängerinnen wie Xtina, Beyonce oder Britney ab, P!nk wollte von Anfang an nicht zur Riege der tanzenden Lächel-Barbies gehören. Sie war ein ziemlich freches Girlie, und im Sound durfte es gelegentlich auch mal ordentlich krachen.


Eine Marktlücke, dachten einige ganz Schlaue (auch zuständige Redakteure dieser Publikation), für Kiddies mit Wut im Bauch wegen Problemen mit den Eltern. Sie schienen Bestätigung zu finden, als P!nk vorübergehend von der Bildfläche verschwand. Doch wurden die Schlauen eines Besseren belehrt - von und mit P!nks viertem Album "I'm Not Dead", das im März dieses Jahres veröffentlicht wurde. Aus Mrs. Aufmüpf (mit Kalkül?) war eine junge, selbstbewusste Frau geworden, die eine Meinung zu den Dingen hat und die auch sagt. Gleich die erste Hitsingle "Stupid Girls" war eine volle Breitseite gegen das weit verbreitete Tussitum unter den Teenies. Doch es kommt noch mutiger und intelligenter: Mit "Dear Mr. President" geht sie George W. Bush persönlich an, wozu im Land des aufgepeitschten Patriotismus nach "Nine Eleven" schon eine Menge gehört: "Dear Mr. President, what do you feel, when you see all the homeless on the street? Who do you pray for at night before you go to sleep? What do you feel, when you look in the mirror? Are you proud?"
P!nks knapper Kommentar zum eigenen Song: "Bush ist der schlechteste Präsident, den wir je hatten." Eine ziemlich kühne Einschätzung für eine 26jährige - aber eine engagierte Haltung.
Im Hidden Track singt sie einen Titel ihres Vaters, der von dessen Erlebnissen als GI in Vietnam handelt. "I Have Seen The Rain" heißt das Stück. Einige meinen vielleicht, der Vietnamkrieg ist lange her und heute kein Thema mehr. P!nk sieht das anders: "Das Stück ist relevant wie eh und je - schließlich produzieren wir laufend tausende von Kriegveteranen."
Ihr Vater hat lange gezögert, bis er seiner Tochter die Erlaubnis gab, dieses Lied zu singen. Er wollte offenbar sicher sein, dass sie die Reife dazu hat. Jetzt darf sie. Daddy wird wissen, warum.


Termin
22.10. Leipzig, Arena
 
Wort: FW / Bild: P.D.