Christian Haase

Haase (li.) und Basser KulleMal groß und mal klein

Christian Haase erreichten nach Erscheinen der Local-Heroes-Folge im BLITZ! vom September "ständig Mails, die fragten, weswegen ich nach Dresden gezogen bin. Hättense im BLITZ! gelesen ..." Hättense mal weiter gelesen!


BLITZ!: Du wohnst jetzt in Dresden? Wegen einer Frau ...
C.H.: Naja, so ganz stimmt das noch nicht. Es ist wahr, dass ich mich öfter in Dresden aufhalte und seit Mai auch sehr intensiv, deswegen bin ich aber noch immer Leipziger. Es stimmt auch, dass es eine Frau ist, derenthalben ich es nicht lang ertragen kann, die 120 Kilometer getrennt zu sein. Ich bin momentan in zwei Städten zu Hause. Ein wesentlicher Grund, weswegen ich noch nicht ganz nach Dresden gezogen bin: Die Band ist in Leipzig. Und ob ich nun von Dresden nach Leipzig fahre, um zu arbeiten oder von Leipzig nach Dresden, um zu leben, macht keinen Unterschied. Auf Dauer werde ich wohl die Leipziger Wohnung aufgeben.

BLITZ!: Die Release-Party zur neuen CD "Zwölfeinhalb" gab's in Berlin - seid Ihr jetzt so richtig landesweit im Geschäft?
C.H.: Jetzt wird's politisch. Wir agieren landesweit, ja. Allerdings muss ich schon sagen, dass Konzerte außerhalb des Territoriums der ehemaligen DDR Seltenheitscharakter haben. Im Übrigen hat das nichts damit zu tun, dass ich ab und an ein paar Gundermann-Lieder singe. Wenn mir ein Stuttgarter Veranstalter - der Gundi auch bloß nicht kennt - am Telefon sagt, dass er keine Geschäfte mit Ossis macht, weiß ich auch nicht weiter. Wir bleiben aber am Ball, uns auch über die Mauer in den Köpfen auszubreiten. Und wenn jetzt noch eine Plattenfirma käme, die Mut hat, wäre die Welt morgen schon ein wenig besser.

BLITZ!: Zur Heimat-Release-Party in Leipzig wird eine Live-Platte aufgenommen - wann kommt die?
C.H.: Ich wollte zu Weihnachten ein Haase-Solo-Live-Album rausbringen. Ein Zusammenschnitt der Konzerte von September und Anfang Oktober aus Freiberg, Halle und Dresden. Mein Management wollte unabhängig davon ein Haase-&-Band-Live-Album. Die Symbiose ist also klar. Es gibt eine Doppel-CD, Haase Solo und Haase & Band, aufgenommen von Thomas Stiehler am 30. Oktober in der Moritzbastei.

BLITZ!: Wie warst Du mit zwölfeinhalb?
C.H.: Lass mich überlegen ... ich war gerade in Marokko auf Tournee mit einer Theatergruppe, in der ich damals spielte. Was mir dort passierte, was ich sah und spürte, hat mich bis heute nicht verlassen. Ich war schüchtern und fuhr ohne Erwartungen hin. Ich wusste, ich soll mein Obst waschen und kein Wasser aus der Leitung trinken. Ich hatte einen Kugelschreiber und einen Deo-Roller als Gastgeschenk im Rucksack; genauso wie einen Spielzeugrevolver, den ich als Requisite brauchte. Am Flughafen in Leipzig musste ich vor allen Leuten meinen Rucksack auspacken, und der Beamte schrie mich an, was ich denn mit der Waffe wolle. Dann wurde ich verhört, und der Revolver wurde in einer Extratüte ins Gepäck gelegt. Also wie fühlt man sich mit zwölfeinhalb, wenn man in Casablanca am Flughafen beim Sicherheitspersonal seine Pistole abholt?

BLITZ!: Und wie bist Du heute?
C.H.: Mal groß und mal klein.


Termine
27.10. Leipzig, Froschcafé
30.10. Leipzig, Moritzbastei
 
Wort und Bild: Ernie LC