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Theater
für Studenten
Jahr für Jahr kommen tausende Studenten nach Dresden. Neben der akademischen
Ausbildung ist vor allem das Kulturleben der Stadt ein Grund dafür, sich am
Elbufer niederzulassen. Erfahrungsgemäß interessieren sich die Neu-Dresdner
dabei weniger für das barocke Gesicht der Stadt, sondern vor allem für die
Angebote im Bereich Kino, Party und Live-Musik. Doch auch die Hochkultur sollte
man sich nicht entgehen lassen: Die sächsische Landeshauptstadt verfügt über
eine hervorragende Theaterszene, die wir Euch an dieser Stelle vorstellen
möchten. Und wir geben Tipps, wie Ihr Euch anspruchsvoll unterhalten und
gleichzeitig Geld sparen könnt.
Das größte Theater der Stadt ist das Staatsschauspiel. Dazu gehören das
Schauspielhaus mit dem theater oben sowie das Kleine Haus. Im Schauspielhaus am
Postplatz steht klassisches Repertoire auf dem Plan. Die ehemalige Probebühne
theater oben im gleichen Gebäude bietet Raum für Matineen, Lesungen,
musikalische Programme und Inszenierungen. Das Kleine Haus liegt am Rande des
bekannten Party-Areals in der Dresdner Neustadt. Der Spielplan umfasst moderne
Klassik und zeitgemäße Dramatik. Jeden Freitag werden unter dem Label "neubau"
moderne Stücke gespielt. Die Preise für eine Vorstellung differieren je nach
Sitzplatz, die
billigsten
Tickets kosten regulär 10 Euro. Studenten erhalten eine 50prozentige Ermäßigung.
Weniger bezahlen muss man auch in Gruppen ab 20 Personen oder als Inhaber der
Theater-Card. Montags ist Familientag, dann kosten alle Plätze in sämtlichen
Spielstätten des Staatsschauspiels nur fünf Euro.
Das Stammhaus der Landesbühnen Sachsen befindet sich im idyllischen Radebeul.
Mit der Straßenbahnlinie 4 ist die Spielstätte gut zu erreichen. Das Haus ist
ein Mehrspartentheater; das Programm reicht von Oper, Operette und Musical über
Schauspiel bis hin zu Symphoniekonzerten. Die Studiobühne in Radebeul ist
Kindervorstellungen und zeitgenössischen Stücken vorbehalten. Ebenfalls zu den
Landesbühnen gehört die Felsenbühne Rathen. Allein die Kulisse des
wildromantischen Elbsandsteingebirges ist einen Ausflug wert. Neben Oper,
Operette und klassischen Stücken wie Shakespeares "Sommernachtstraum" oder
Webers "Freischütz" gehören Karl-May-Inszenierungen unverzichtbar zum Programm
der Felsenbühne. Die Landesbühnen bieten Studenten feste Ermäßigungen zwischen
20 und 30 Prozent. In Rathen kostet der preiswerteste Platz 6 Euro, im Stammhaus
5.
Schon im Namen richtet sich das Theater der Jungen Generation, kurz TJG, an die
nachwachsenden Freunde des Schauspiels. Das Stammhaus befindet sich auf der
Meißner Landstraße, nahe der Autobahnabfahrt Altstadt. Im Haus gibt es zwei
Bühnen und das Theater auf der Treppe. Im Sommer stehen Vorstellungen im
historischen Stallhof am Altmarkt auf dem Programm. Ebenfalls zum TJG gehört das
Puppentheater im Rundkino an der Prager Straße. Wer denkt, dass Puppenspiel nur
Kinderkram sei, liegt falsch. Neben Stücken für die Jüngsten stehen auch
Erwachsenenstoffe auf dem Spielplan. Studenten erhalten für alle Vorstellungen
eine 50prozentige Ermäßigung.
Das Societätstheater auf der Hauptstraße ist die Kammerbühne für nationale und
internationale Gastspiele in Dresden. Das Theater mit seinen zwei Bühnen
versteht sich als Podium für innovative Konzepte. Mit Werkstattveranstaltungen
und Diskussionsforen schafft das Haus zudem Experimentier- und Begegnungsräume
für den künstlerischen Austausch. In den Sommermonaten finden
Theaterveranstaltungen auch im barocken Garten statt. Studenten bezahlen für
Vorstellungen auf der großen Bühne 8 statt 12 Euro, auf der kleinen Bühne 6
statt 10 und für Konzerte 12 statt 15 Euro.
Das Wechselbad der Gefühle steht beim gleichnamigen Theater auf der
Maternistraße im Vordergrund. Die an der Rückseite des Dresdner WTCs gelegene
Spielstätte hat Witziges und Nachdenkliches im Programm ebenso wie Musical oder
Rockopern. Ebenfalls im Haus befindet sich die Mimenbühne Dresden, deren
Schwerpunkt auf Pantomime mit ausgefeilter Choreografie und Ausdrucksstärke
sowie Kleinkunst liegt. An der Abendkasse bezahlen Studenten gegen Vorlage des
Studentenausweises 10 Euro auf allen Plätzen. In der Konzertkasse im Florentinum
und in der Schillergalerie können ab 14 Uhr Restkarten für die jeweilige
Abendvorstellung mit einer Ermäßigung von etwa 30 Prozent gegenüber den
Kassenpreisen erworben werden.
Eine etwas ungewöhnliche Spielstätte ist der Theaterkahn am Altstädter
Terrassenufer. Das alte Elbschiff wurde 1994 zur Spielstätte umgebaut.
Inhaltlich orientiert man sich hier an Traditionen des frühen 20. Jahrhunderts,
unterhält mit musikalischem Cabaret und komödiantischem Theater in kleiner Form.
Renommierten Dresdner Schauspielern bietet der Theaterkahn Raum für Soloabende.
Der Spielplan umfasst circa 20 Inszenierungen und reicht von Kästner bis Otto
Reutter, von Ringelnatz bis Tucholsky, von Georg Kreisler bis Neil Simon. Im
Jahr finden etwa vier Premieren statt.
Studenten erhalten auf die Preise zwischen zehn und 22,50 Euro 2,50 Ermäßigung,
eine Viertelstunde vor Beginn werden Restkarten um 4,50 Euro verbilligt
verkauft.
Aus einer alten Scheune entstand in Weißig das Hoftheater. Prinzipal Rolf Hoppe
hat, unterstützt von vielen freiwilligen Helfern, hier am Rande der
Landeshauptstadt eine kleine aber feine Spielstätte für hundert Gäste aufgebaut.
Einzigartig ist das Konzept vom "Theater der Nähe" - vor und nach den
Vorstellungen sitzen Gäste und Künstler beieinander, um zu essen, zu trinken und
zu kommunizieren. Karten für das Hoftheater kosten zehn Euro.
Reizvoll ist auch das Ambiente der Theaterruine St. Pauli. Im Hechtviertel,
unweit des AZ Conni gelegen, wurde die im zweiten Weltkrieg teilzerstörte Kirche
in einen Veranstaltungsort umgewandelt. Von Mai bis September gibt es hier
Eigeninszenierungen und Gastspiele zu erleben, das Spektrum reicht von
Klassikern über Musicals bis hin zu eher experimentellen Stücken. Die Karten für
die Vorstellungen kosten 12, ermäßigt 8 Euro, Gruppen erhalten zusätzlichen
Rabatt.
Vorrangig lustig geht es in der Komödie im WTC, bei der Herkuleskeule am
Sternplatz und dem Kabarett Breschke und Schuch am Wettiner Platz zu. Auch hier
können Studenten sparen. Karten für die Komödie schlagen an der Abendkasse mit
9,70 Euro zu Buche, ab 14 Uhr können in der Konzertkasse im Florentinum und in
der Schillergalerie Tickets um 15 Prozent ermäßigt erworben werden. Von Sonntag
bis Donnerstag sind Rest-Karten für Veranstaltungen der Herkuleskeule zum Preis
von 5,50 Euro an der Abendkasse ab 15 Minuten vor Beginn erhältlich. Tickets für
Breschke und Schuch gibt es ermäßigt für Inhaber der Allmaxx- und Campus-Card.
Statt 13 Euro kostet die Karte von Sonntag bis Donnerstag dann nur 6,50. Zum
gleichen Preis können eine Viertelstunde vor Veranstaltungsbeginn Restkarten
erworben werden. Mit Reservierung erhalten Studenten ebenfalls von Sonntag bis
Donnerstag eine Ermäßigung von 1,50 Euro auf allen Plätzen.
Auch die weltberühmte Semperoper öffnet ihre Tore zu studentenfreundlichen
Preisen. Im Vorverkauf steht drei Wochen vor der jeweiligen Vorstellung - auch
bei Premieren - ein Kontingent von Karten zum Preis von 10 Euro zur Verfügung.
An der Abendkasse gibt es Restkarten zum gleichen Preis. Zudem öffnet die
Staatskapelle zunehmend ihre Generalproben für interessierte junge Menschen.
Hier kann man die Musiker direkt bei ihrer Arbeit erleben.
Wer plant, regelmäßig die Aufführungen der Dresdner Philharmonie im Kulturpalast
zu besuchen, der kann mit verschiedenen Abonnements richtig Geld sparen, bei
einem kompletten Abo einer der Konzertreihen bis zu 45 Prozent gegenüber dem
Freiverkauf. Mit dem Studentenabo der im Rahmen der "Außerordentlichen Konzerte"
stattfindenden Vormittagskonzerte lassen sich sogar 60 Prozent sparen.
Eine wirklich lohnende Investition ist die Anschaffung einer Kult-Tour-Card. Wer
unter 28 ist, kann für 15 Euro ein Jahr lang zur Happy Hour - jeweils Dienstag
und Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr - kostenlos in die Staatlichen
Kunstsammlungen, zu Matineen und Führungen im Opern- und Schauspielhaus. In der
Oper und im Staatsschauspiel erhält er darüber hinaus an der Abendkasse die
besten verfügbaren Plätze für 10 beziehungsweise 5 Euro.
Unter dem etwas flippigen Namen "Crazy five" erhalten Studenten für 21,50 Euro
fünf Gutscheine, zwei für Vorstellungen nach eigener Wahl im TJG und drei für
das Schauspielhaus oder das Kleine Haus.
Neben den aufgeführten Theatern existieren zahlreiche weitere temporäre
Spielstätten und Amateurtheater, wie das im Stadtteilhaus Rudi Arndt auf der
Fechnerstraße. Dresden ist ein echtes El Dorado für Theaterfreunde. Wir wünschen
Euch viel Spaß bei Eurer Entdeckungsreise!
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| Wort: Ullrich Bemmann / Bild: Tobias Kade |
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