| Fluch der Karibik - Teil 2 |
Johnny
Depp unter Piraten
Da haben sich aber wieder ein paar Giganten zusammengetan, um die Fortsetzung
vom "Fluch der Karibik" zum Erfolg werden zu lassen. Zum einen haben wir erneut
Johnny Depp als Hauptdarsteller (Captain Jack), dann den Erfolgsproduzenten
schlechthin - Jerry Bruckheimer - und ebenfalls wieder mit von der Partie "Ring"-Regisseur
Gore Verbinski. Was soll da eigentlich schief laufen?
Man
muss sich ja nur mal deren Biografien und Filmografien ansehen, um zu wissen,
dass es sich bei allen dreien um Männer mit der richtigen Nase für das Erfolg
versprechende Filmgeschäft handelt. Fangen wir mal mit dem Produzenten an. Außer
ihm gibt es noch keinen anderen, der auf Plakaten immer ganz vorn erscheint. Es
heißt, er sei der erfolgreichste Produzent aller Zeiten. Ein paar Belege
gefällig? Gern. Also, da wären z. B. "Flashdance", "Top Gun", "The Rock",
"Armageddon", "Staatsfeind Nr. 1", "Pearl Harbor" … Alles sicherlich kaum das,
was man anspruchsvolle Kinokost nennen kann, aber alles sehr unterhaltend,
spannend und in der Regel rasant. Also das, was das Massenpublikum mag und was
somit volle Häuser verspricht. Hier wird immer ziemlich viel Geld verbraucht,
aber eigentlich nie verbrannt. Das muss man erst einmal schaffen.
Aus
einfachen Verhältnissen stammend, hat Jerry Bruckheimer den Ehrgeiz von Beginn
an gepachtet, erst als Fotograf, dann als Werbefilmer, bis er einen ersten
Spielfilm produzierte. Und schon mit dem bewies er sein untrügliches Gespür. Es
war der schwarze Krimi "Fahr zur Hölle, Liebling". Dabei verließ Bruckheimer
sich auch auf verschiedene Regisseure, und das erstaunt: Da wurde so manches
Talent gefördert, wie Paul Schrader mit "American Gigolo", Michael Mann mit "Der
Einzelgänger", Tony Scott mit "Top Gun", Simon West mit "Con Air" oder auch
Michael Bay, der "Pearl Harbor" verzapfen durfte. Selten arbeitete er mit einem
mehrfach zusammen, außer wohl mit seinem britischen Lieblingsregisseur Adrian
Lyne.
Von dem hat er seit "Flashdance" noch weitere drei Streifen realisieren
lassen. Ach ja, und eins noch: Seit "The Rock" haben Bruckheimer-Produktionen in
der Regel jeweils mehr als 100 Millionen Dollar eingebracht. Die erste "Karibik"
selbstverständlich eingeschlossen. Die sahen allein in Deutschland über sechs
Millionen Zuschauer im Kino.
Und
weil's so schön war, diesmal in bewährter Gemeinsamkeit gleich Teil 2 und 3 in
einem Ritt. Richtig gelesen: Bruckheimer & Co. haben gleich zwei Fortsetzungen
hintereinander abgedreht. Praktisch und sicherlich auch ein bissel preiswerter …
Kommenden Sommer schieben sie dann den dritten Teil weltweit in die Filmtheater.
Jetzt aber wartet auf Captain Jack Sparrow erst einmal ein neues und erneut
lebensbedrohliches Abenteuer: Bekanntlich steht Jack in lebenslanger Schuld bei
Davy Jones, dem Kapitän des Fliegenden Holländers und Herrscher über die Tiefen
des Ozeans. Wenn er keinen Weg findet, den Bann zu brechen,
ist er zu einem
höllischen Leben nach dem Tode in ewiger Finsternis verdammt. Das allein reicht
noch nicht für einen Film, also muss etwas mehr passieren. Sparrows
existenzielle Probleme erweisen sich zudem als Hindernis für die bevorstehende
Hochzeit seiner Freunde Will Turner und Elizabeth Swann (die dürfen natürlich
wieder die bewährten Orlando Bloom und Keira Knightley spielen). Denen
ist es auch nicht so recht, dass sie dauernd in die Eskapaden des Kapitäns
verwickelt werden. Aber, was will man machen?
Johnny Depp sieht schon ganz nett aus als Pirat, und er spielt diesen auch
wunderbar, so wie er es ja mit fast allen seinen Rollen bis dato getan hat. Und
die wiederum waren zum Teil schon ganz unterschiedlich. Da waren auch Filme
dabei, die nicht das ganz große Geld gemacht haben, die man sich aber auch heute
noch äußerst genussvoll ansehen kann, wie "Benny und Joon" oder Kusturicas
"Arizona
Dream" oder auch "Edward mit den Scherenhänden", und nicht zu vergessen
"Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa". Das hat man, ehrlich gesagt, einstmals nicht
so erwartet, als er zum Teenageridol wurde mit seiner Rolle in "21 Jump Street".
Aber Depp, der per Zufall zum Film kam mit einer kleinen Rolle in Stones
Meisterwerk "Platoon" und von dem man dann erst mal wieder nichts mehr vernahm,
war und ist immer für eine Überraschung gut.
Superstar Depp könnte ununterbrochen vor der Kamera stehen, aber dazu ist er zu
clever. Er sucht sich sorgsam seine Rollen aus und lässt lieber mal eine
Gelegenheit aus. An Geld wird es ihm trotzdem nicht mangeln, auch wenn er nicht
gierig alles annimmt. So war es schon eher erstaunlich, dass er in einer
Bruckheimer-Produktion landete. Aber das muss man eben auch mal ausprobieren. Er
ist eben ein wahres
Sonntagskind, der eigentlich unspektakulär aussehende Junge
aus Kentucky, den sein Entdecker, Regisseur John Waters, schon mal als den "bestaussehendsten
Tankwart" bezeichnete.
Nicht
an einem Sonntag hingegen geboren wurde der Mann aus Tennessee, Regisseur Gore
Verbinski - hat nicht ganz gereicht, der 16. Mai 1964 war ein Samstag. Aber mit
seiner Karriere ging es dafür um so schneller. Nach seinem Studium drehte
Verbinski erst einmal Musikvideos für alternative Bands, um dann in der
Werbebranche zu landen. Und da wurde man auf ihn aufmerksam - dank einer
inzwischen legendären Budweiser-Reklame, der mit den rülpsenden Fröschen. Nun
wagte sich der Mann an einen Kurzfilm und durfte schon bald einen Disney-Film
realisieren. Die alberne Komödie "Mäusejagd" sollte ihm den Durchbruch bringen.
Da vertraute man ihm bereits 38 Millionen Dollar Budget an. Fast das Doppelte
wurde an den Kinokassen allein daraus. Die Kritik hat ihn dann für seinen
nächsten Spielfilm "The Mexican
- Eine heiße Liebe" nicht gerade geliebt, dann hat er aber einen hervorragenden
japanischen Horrorfilm noch mal ins Amerikanische "übersetzen" dürfen. Aus dem
sowieso hervorragenden "Ringu" wurde "The Ring", der dann Verbinski auch bei der
Kritik viel Lob einbrachte. Diesmal stellte er den Produktionskosten allein in
den USA das Dreifache an Einnahmen gegenüber. Also, ein Kandidat für den
Erfolgsproduzenten Jerry Bruckheimer und für den
karibischen Fluch. Und schwups gehörte Regisseur Verbinski zu den finanziell
erfolgreichsten seiner Zunft. Wer kann schon auf einen Gewinn von über einer
Milliarde Dollar mit vier Filmen verweisen. Der Mann ist gerade mal 42. Dem
werden wir wohl noch öfters begegnen, wie auch den anderen beiden
Karibik-Mittätern.
Fehlt noch was? Ach ja, Jerry Bruckheimer wurde an einem Freitag geboren …
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| Wort: Carola Kinzel / Bild: Peter Mountain (Buena
Vista) |
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