| Neue Saaletalbrücke |
Sprühende
Ideen
Der Thüringer Minister für Bau und Verkehr, Andreas Trautvetter, kam mit
seiner Idee, einen Graffiti-Wettbewerb für die neue Saaletalbrücke in Jena zu
veranstalten, auf den Erfurter Zughafen zu. Der ist ein freies Netzwerk von
Künstlern, Organisatoren, Firmen und Projekten mit Sitz im alten Erfurter
Güterbahnhof und Jan Thomas einer der dort tätigen kreativen Köpfe.
Bei einer der ersten Baustellenbesichtigungen fand Andreas Trautvetter besprühte
Pfeiler vor", erzählt Jan Thomas, "und wollte aktive Vorbeugung. Bereits in den
90er Jahren hatte der Minister einen Graffiti-Wettbewerb organisiert, am
Landtagsbauzaun. Damals mit dem Verein Arbeit und Leben, und über den kam er auf
uns."
Die
Zughafen-Leute machten sich Gedanken, holten Graffitikünstler und Sponsoren
hinzu und starteten den Wettbewerb. "Das Feedback war bundesweit", sagt
Mitorganisator Thomas, "85 Bewerbungen kamen rein, davon rund 60 Prozent aus
Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Sogar ein Team aus Frankreich beteiligte
sich!"
In zwei Runden lief der Auswahlprozess. Eine Jury, zusammengesetzt aus
Graffiti-Experten - Loomit, Can2, Krixl - und Vertretern von Politik,
Wissenschaft, Kultur und Presse ermittelte unter Leitung des Graffiti-Künstlers
Akut die Endrundenteilnehmer. Die nun wieder werden am 15. und 16. Juli konkret
Hand anlegen, eingebettet in Event mit weiteren Graffiti-Aktionen und
Live-Musik. Etwaigen Skeptikern nimmt Jan Thomas den Wind aus den Segeln: "Das
ist eine sponsorenfinanzierte Geschichte. Die Flächen werden durch Graffiti vor
Graffiti geschützt; dem Land und damit dem Steuerzahler erspart das die
Reinigungskosten!"
www.saaletal-wettbewerb.de
Thüringens Minister für Bau und Verkehr, Andreas Trautvetter, zur Idee des
Graffiti-Wettbewerbs an der Saaletalbrücke in Jena:
"Wir haben in Thüringen sehr hohe Kosten zur Beseitigung wilder Schmierereien.
Um öffentliche Flächen nicht länger illegalen Sprayern zu überlassen, hatte ich
die Idee, an der Saaletalbrücke Flächen gezielt gestalten zu lassen. Deshalb
haben wir den Vita-Cola-Graffiti-Wettbewerb ins Leben gerufen. Als Bauminister
will ich mit diesem
Projekt,
das Pilotcharakter für ganz Deutschland besitzt, zudem eine Brücke zur Kunstform
des Graffiti schlagen und zeigen, was Graffiti wirklich leisten kann. Denn die
Bilder bereichern, wenn sie vernünftig gestaltet sind, den öffentlichen Raum. In
Amerika haben das sowohl öffentliche als auch private Bauherren bereits erkannt.
Dort werden Graffiti vermehrt als Kunst angeboten. Mit solchen Auftragsarbeiten
kann man außerdem die meist jugendlichen Graffiti-Sprayer aus der illegalen Ecke
herausholen. Prävention ist doch stets das bessere Mittel als Bestrafung."
Die Endrundenteilnehmer
- Beton Ink (Bielefeld)
- DFMplusWENT (Weimar, Ingolstadt)
- Goldene Hände (Brandenburg)
- IACSF (Dresden, Chemnitz)
- MB75 (Gotha, Pößneck)
- Megastarz (Magdeburg)
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| Wort: Bastian Cramer / Bild: P.D. |
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