| Sommer, Sonne, Satte Sounds Teil 2 |
Der BLITZ!-Wegweiser zu den Konzert- und
Party-Highlights der Saison
30.06.-02.07 • Halle • Pferderennbahn
2. Highland Games Halle
Zur
Premiere im letzten Jahr kam niemand an den Highland Games vorbei: Plakate groß
wie Häuserwände mit Baumstammwerfern groß wie Baumstammwerfer brannten sich in
die Gehirnwindungen, und so wundert es niemanden, dass die ersten
Internationalen Highland Games mit knapp 20.000 Besuchern ein Erfolg wurden.
Ebenso ist es wenig verwunderlich, dass diesen Sommer die keltogermanischen
Spiele in eine neue, noch größere Runde gehen. Von 30. Juni bis 2. Juli wird die
Pferderennbahn wieder von Kelten, Ebronen, Barbaren, Schotten Highländern und
Hallensern heimgesucht.
Drei
Tage lang werkeln Handwerker und bieten feil, treiben Gaukler es bunt, wird ein
ganzes Keltendorf aus dem Boden gestampft, an allen Ecken und Enden pfeifen
Dudelsäcke alte Lieder, lassen sich Tiere im Gehege streicheln, werden Heuhaufen
gestürmt und Kinder geschminkt. Keltische Hochzeiten werden gefeiert,
kulinarische Spezialitäten kredenzt, sich zur Schau mit historischen Waffen
geprügelt und ein Höhepunkt wird den nächsten jagen. Am 30. Juni, 16 Uhr, werden
die nationalen und internationalen Gäste mit Dudelsäcken willkommen geheißen.
Noch mehr nordische Folklore von anno dazumal gibt es am Eröffnungstag auf
großer und kleiner Bühne sowie im Landhaus-Pup mit Villons Erben, den
Celtic-Folk-Rockern von Itchy Fingers oder den Brogues. Am Morgen des 1. Juli
versammeln sich gegen zehn alle Mannschaften und Mitwirkende sowie die
angereisten Pipe-Bands aller Herren Länder zum gemeinsamen Einmarsch. Halles
Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler marschiert als Schirmherrin mit und wird die
Spiele mit den historischen Mannschaftswettkämpfen eröffnen. Kurz nach dem
Mittagessen beginnt das Rugbyturnier der Frauen- und Mannschaften. Auf den
Bühnen werden nahtlos Bands spielen, Zauberer zaubern, Stepptänzer tanzen,
Dudelsäcke geblasen und Wettkämpfer geehrt. Mit Anbruch der Dunkelheit wird ein
Bogenschütze gekonnt den 15 Meter hohen Binsenmann in Brand setzen und damit ein
keltogermanisches Höhenfeuerwerk ankündigen, welches den Abendhimmel zur Musik
der versammelten Pipe-Bands erleuchtet. Am Morgen des letzten Wettkampftages
stehen sich die internationalen Hünen im Rock und einzeln gegenüber und werden
in Disziplinen wie Stein-, Baumstamm-, oder Milchkannenweitwurf, Fassrollen,
Axtspalten oder Bogenschießen den Besten der Besten finden.
Das komplette
Programm findet Ihr unter
www.highlandgame-halle.de
30.06.-02.07. • Roitzschjora • Flugplatz
With Full Force
Korn, Soulfly, Motörhead, In Flames, Celtic Frost,
Agnostic Front, Kreator, Clawfinger u.v.a.
Des Ostens wichtigstes Metalfestival! In den letzten Jahren hat sich das Full
Force
vom
gnadenlosen Knüppelfestival zum All-Sparten-Metal-Event entwickelt. Das Billing
reicht von blutigen Newcomern bis zu den alten Helden von Motörhead (Foto), das
geht vom Straight-Edge-HC bis zum Mittelalter-Metal, von Melodic Death bis Oi.
Und als besonderes Schmeckerchen die Reunion einer Schweizer Legende: Celtic
Frost haben damals ganz am Anfang gestanden, als Metal düster, melancholisch und
esoterisch wurde. Diese Band ist Kult. Diese Band ist Legende. Diese Band ist
Pflicht!
06.07. • Leipzig • Arena
Carlos Santana
In
der vergangenen BLITZ!-Ausgabe haben wir uns an dieser Stelle intensiv mit der
Erfolgsgeschichte des Carlos Santana befasst, jetzt zu einigen Facts, die
vielleicht noch nicht jeder weiß: Es stimmt, dass Mr. Carlos Santana aus Tijuana
(Mexico) bzw. San Francisco (USA) einer der großen Gewinner des
Woodstock-Festivals war. Hier ging sein Stern auf - ähnlich wie der des Joe
Cocker. Im Unterschied zu Jimi Hendrix, der damals schon eine sehr ordentliche
Gage einstrich, spielte Santana in Woodstock allerdings umsonst ...
Kaum jemand, der nicht wenigstens zwei oder drei Stücke des Latin-Rock-Stars
summen kann - es scheint, als habe Carlos seit 1969 eine Unmenge Hits gehabt.
Stimmt im strengen Sinne aber gar nicht: Es gab in den 40 Jahren seiner Karriere
überhaupt nur zwei Nummern, die es in den USA (in Europa nirgendwo) unter die
ersten Zehn der Hitparade schafften. Das waren 1970 das Instrumental "Evis Ways"
und zum Ende des gleichen Jahres das Stück "Black Magic Woman". Die weltbekannte
Nummer "Oye Como Va" zum Beispiel erreichte bei Erscheinen Anfang der 70er in
den USA nur Platz 13 (in Deutschland 29), das legendäre Instrumental "Samba Pa
Ti" war in Deutschland gerade mal auf Platz 43 der Hitparade. Santana & Band war
eben immer typische Albumverkäufer, hier lagen die Absätze von Beginn an in
Millionenhöhe.
Es stimmt, dass sich Carlos Santana seit 15 Jahren energisch für die Aufklärung
über die Immunschwächekrankheit AIDS stark macht. Zur Bekämpfung der Folgen von
AIDS, besonders in Afrika, hat er die Einnahmen einer kompletten Tournee
gespendet. Die Meldungen, wonach der Grund für dieses Engagement darin zu suchen
sei, dass der Superstar selbst infiziert wäre (man kann das zum Beispiel im
Standardwerk "Rockmusiklexikon" von Christian Graf und Burghard Rausch
nachlesen) scheinen aber unwahr zu sein.
Unbestritten und gar kein Geheimwissen ist jedoch, dass wir es bei Carlos
Santana mit einem der wichtigsten lebenden Rock-Künstler zu tun haben. Eine
Pflichtveranstaltung!
06.07. • Leipzig • Parkbühne
Art Garfunkel
Ich
habe mir letztens mal eine alte Rangfolge angeschaut, die ich vor langer Zeit
aufgestellt habe: Meine persönlichen Top Ten dessen, was ich im Leben erreicht
habe. Auf Platz 1 stehen die Hochzeit mit Kim und unser Sohn James. Nummer 2
gehört dem Album 'Bridge Over Troubled Water'. Was mache ich jetzt mit 'Everything
Waits To Be Noticed'? Dafür muss ich dann wohl auf der Rangliste etwas Platz
schaffen. Das Album hat wirklich mein Leben verändert, im tiefsten Grunde meiner
Selbstwahrnehmung!"
Das sagt Art Garfunkel zu seiner aktuellen Platte. Was ist geschehen? Was kann
einem, der Mitglied von Simon & Garfunkel war und als solcher mitverantwortlich
ist für ewige Hits á la "Mrs. Robinson", "I Am A Rock", "El Condor Pasa" oder
"Cecilia", dem solo der unsterbliche Smash-Schluchzer "Bride Eyes" gelang, der
als Schauspieler in vielen Filmen erfolgreich war - was kann so einen denn noch
wirklich erschüttern? Ganz einfach: Auf seinem aktuellen Album "Everything Waits
To Be Noticed" hat er, der sonst nur für die Lyrics zuständig war, erstmals auch
in die Noten der Songs eingegriffen. Verständlich, dass er mächtig stolz ist.
Und wir dürfen uns im Juli anhören, ob zu Recht. Aber eigentlich zweifeln wir
nicht - dieser Mann wird wissen, was er tut.
10./11.07. • Dresden • Ostragehege
Robbie Williams
Gott,
was soll man über diesen Man schreiben. Weltweit wird sein Bekanntheitsgrad
vielleicht nur von Jesus Christus übertroffen. Wobei Robbie zweifellos den
Vorteil genießt, bedeutend besser auszusehen und überdies sehr lebendig und
gegenwärtig zu sein. Es ist viel über diesen Mann gerätselt worden. Fakt ist,
dass eine unüberschaubar große Menge von Frauen für ein - wenn auch noch so
flüchtiges - Abenteuer mit diesem Mann so ziemlich alles über den Haufen werfen
würde, was bis dahin wichtig zu sein schien. Robbie Williams ist das, was von
der Waschbrettbauch-Boygroup-Welle der 90er übrig blieb. 1990 war er, 16jährig,
nach London zu einem Casting gefahren. Der freche selbstbewusste Bursche aus dem
kleinen Kaff Stoke on Trent gefiel. Robbie kriegte den Job und war von jetzt ab
Mitglied von Take That, der erfolgreichsten dieser furchtbaren Ensembles, die
alle aussahen, als wäre sie dem Klon-Labor von Dr. Mabuse entsprungen. Robbie
gefiel das zuerst ganz gut. Aber mit der Zeit bekam der quirlige Bursche
Anpassungsprobleme. Er tat dann ein paar Dinge, die Mitgliedern von Boygroups
unter Todesstrafe verboten sind: Etwa Spucken auf den Boden, an Sexualität
denken oder Bier aus der Flasche trinken. Dass er das alles auch mit 21 noch
nicht dürfen solle, regte Robbie auf, und er putschte. Am 17. Juli 1995 war er
draußen. Seine Band ging daraufhin schneller unter als die Titanic (übrigens kam
deren Kapitän auch aus Stoke on Trent) und Mr. Williams konnte so richtig
loslegen. Allmählich löste er sich mit seinen ersten Singles aus dem
übermächtigen Schatten, mit "Angels" stand er 1998 (die Engländer mochten damals
so was wegen Lady Dis Unfalltod) wieder ganz oben. Anfang des neuen Jahrtausends
nahm er gegen alle weisen Ratschläge rotzfrech ein Album mit Swing-Klassikern
auf. Ihm nahmen es die Leute ab. Er gilt inzwischen als restlos rehabilitiert,
als großer Entertainer und den meisten Briten als wichtigster Künstler aller
Zeiten. Jetzt kann er es sich leisten, auch wieder mit den alten Kollegen von
Take That auf die Bühne zu gehen, da ist Robbie Kumpel. Er darf jetzt Bier
trinken, wenn er will, und Sex haben. Das tut er auch. Viel und oft. Er lebt das
wundervolle Leben der Superstars. Er hat keine Freunde mehr, dafür tausende
Paparazzi, die ihn auf Schritt und Tritt verfolgen. Er könnte wahrscheinlich mit
fast allen Frauen dieser Welt einvernehmlichen Sex haben - aber er ist
beziehungsunfähig, ungeliebt und daher als Mann unglaublich einsam.
Wahrscheinlich ist es das, was die Frauen so reizt …
BLITZ!-Tipp zur Anreise: Damit Ihr alle pünktlich und gutgelaunt zum Konzert
erscheinen könnt, hier einige Verkehrshinweise: Allen Dresdnern wird empfohlen,
das Auto stehen zu lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Allen
anderen im Prinzip auch. Die Eintrittskarte gilt als Fahrschein ab vier Stunden
vor Einlassbeginn bis 4 Uhr am Folgetag in den Nahverkehrsmitteln der Tarifzone
Dresden. Der Einlass befindet sich auf der Pieschener Allee in Höhe der
Eissporthalle. Dorthin gelangt Ihr ausschließlich zu Fuß! Alle Zufahrtsstraßen
zum Ostragehege einschließlich des Messegeländes sind für den Verkehr gesperrt!
Die nächst dem Konzertgelände gelegenen Haltestellen heißen Kongresszentrum
(Linien 4 und 9), Weißeritzstraße (Linie 10 und Bus 94) sowie Maxstraße (Linien
1 und 2).
Für alle Besucher von außerhalb gilt: Eintrittskarte = Fahrkarte + Parkschein
(P+R)! Parkplätze findet Ihr in Kaditz zwischen Lommatzscher Straße und An der
Flutrinne sowie am Elbe-Park. Dann in die Linie 9 einsteigen. Weitere Parkplätze
werden in Prohlis/Nickern in der Gleisschleife sowie am Kauf-Park
bereitgestellt. Auch hier gilt: Linie 9. Und keine Sorge, die P+R-Stellflächen
sind ausgeschildert.
Tickets gibt es übrigens noch für beide Tage an allen Vorverkaufskassen und
telefonisch unter (0351) 86 66 00.
14.07. • Leipzig • Parkbühne
Joe Jackson
Nein, dieser Mann
hat nichts mit dem geschlechtslosen Wesen zu tun, das mal "King
of Pop" genannte
wurde und auch weder direkt noch weitläufig mit der dazugehörigen obskuren
Sippe. Joe Jackson ist Brite. Er studierte an der Royal Academy of Music in
London, machte jedoch seit dem Ende der 70er zunächst erstmal - und nicht ohne
Erfolg - Pop-Musik. Zwischendurch wechselte er wieder zur Klassik und holte mit
der Symphony No. 1 im Jahre 1999 einen Grammy. Inzwischen ist er jedoch wieder
bei Rock & Pop gelandet. So richtig weiß man also bei Joe nie, woran man ist.
Sicher aber ist, dass alles, was er macht, von einem gewissen Niveau und
irgendwie eigenwillig ist. Dieser Mann ist einer der außergewöhnlichsten
populärsten Künstler der Gegenwart!
14.-16.07. • Gräfenhainichen • Ferropolis
Melt!
Tocotronic, Die Sterne, Kante, Tomte, Roni Size, Pet Shop
Boys, Aphex Twin, Nightmares on Wax u.a.
30 Jahre lang
hat der Tagebau Golpa Nord die Kraftwerke Zschornewitz und Vockerode mit
Braunkohle versorgt und damit für ordentlich teuren Strom und sauren Regen
gesorgt. 1991 erstarb die Betriebsamkeit in der Mondlandschaft. Mitte der 90er,
etliche hatten sich an den wilden Debatten im Vorfeld beteiligt, schob man dann
endlich fünf große Bagger zur "Stadt aus Eisen" zusammen, ein Minister gründete
Ende 1995 feierlich "Ferropolis". Einer der malerischsten Konzertorte im Osten
war geboren. Vor dieser Kulisse hat jeder Auftritt noch einen ganz besonderen
optischen Reiz - da wird die etwas längere Anfahrt gerne in Kauf genommen. Die
Stadt aus Eisen hat auch ihr eigenes jährliches Festival, das deutschlandweit
immer mehr an Ruf gewinnt. Melt! steht für junge, frische Sounds mit
Breitenwirkung bei kreativem Anspruch. Wobei man sich um die Unterschiede
zwischen elektronischer Musik und DJ-Mugge auf der einen und alternativen
Gitarrensounds auf der anderen Seite nie wirklich einen Kopf gemacht hat:
Tocotronic und Sterne vertragen sich sehr gut mit Roni Size und Nightmares on
Wax. Und die neue deutsche Innerlichkeit á la Blumfeld oder Kante verträgt sich
- beim Melt! jedenfalls - prima mit coolen DJ-Sessions. Und diesmal gibt es
sogar einen richtigen Oldie: Die Pet Shop
Boys sind zwar älter als die Braunkohle, die in Ferropolis mal abgebaut wurde,
aber sie passen irgendwie genau ins Billing ...
Auf seine Art
ebenfalls gut passen dürfte das bibop-Wohnzimmer, das für Besucher des
Melt!-Festivals einen möglichen Zweitwohnsitz bietet - mit weißen Sofas, Tischen
und Sesseln. Das bibop-Wohnzimmer steht im Zentrum des Geschehens.
Standferngläser auf der Terrasse gewähren Euch einmalige Blicke direkt auf die
Hauptbühne. Das bibop-Wohnzimmer
öffnet in
Gräfenhainichen erneut mit etwas Besonderem seine Türen: Am 14. Juli
ist hier das Hamburger DJ-Duo Moonbootica zu Gast, um sich beim Meet & Greet
Euren Fragen zu stellen. Moonbootica sind bekannt geworden für ihren treibenden
Stilmix aus House, Techno und Big Beat. Im Gepäck haben die beiden
Plattenkünstler nicht nur ihre Musik, sondern auch ein Lieblingsaccessoire aus
den eigenen vier Wänden,
das im Anschluss an das Festival unter
www.bibop.de
verlost wird.
Moonbootica
verraten ihrer Fangemeinde, warum sie gerade diesen Wohngegenstand für das
bibop-Wohnzimmer ausgewählt haben. Und Moderator Stephan Michme fühlt den
Künstlern auch musikalisch auf den Zahn. Welche Platten waren für Tobitop und
KoweSix ausschlaggebend, um als DJs durchzustarten? Welcher Song darf aus ihrer
Sicht auf keiner Party fehlen? Und was hat der Name Moonbootica mit der
Schuhgröße der beiden zu tun?
15.07. • Leipzig • Festwiese
Depeche Mode
Nachdem
die Rolling Stones abgesagt haben, sind Depeche Mode nun alleine die
entscheidenden Überflieger dieses Konzertsommers. Schade, denn die Konstellation
wäre interessant gewesen: Die 60er und 70er kämpfen gegen den Sound der 80er,
Rock'n'Roll tritt an gegen Synthie-Pop. Und trotz des fast mythischen Ruhmes,
den die Stones bis heute besitzen (sie sind ja auch fast 20 Jahre älter) wäre
der Ausgang dieses zeitversetzten Vergleiches durchaus ein offener gewesen: Es
ist kaum vorstellbar, wie viele Fans DeMo bis heute anziehen. Wie viele der heute
30- und 40jährigen zentrale Erlebnisse in ihrem Leben mit Mode-Klängen
verbinden. Schon ein Jahr nach ihrer Gründung hatte die Band damals einen
Bilderbuchstart in das Pop-Biz hingelegt: Monate nach dem Zusammenfinden
spielten sie einen Support-Gig für den Elektronik-Pionier Fad Gadget (R.I.P.),
erhielten im Anschluss einen Vertrag beim aufstrebenden Label Mute und hatten im
September 1981 mit "Just Can't Get Enough" schon die erste Top-Ten-Single im UK.
Und dann haben sie einfach ein ganzes Jahrzehnt musikalisch austapeziert: Mit
Hits wie "Everything Counts" (1983), "People Are People" (1984), "Master And
Servant" (1984), "Shake The Desease" (1985), "Stripped" (1986), "A Question Of
Time" (1986), "Strangelove" (1987) oder "Personal Jesus" (1988) gelang ihnen der
unnachahmliche Spagat zwischen stets präsentem musikalischen Anspruch und
Massentauglichkeit. Der Kultus währt bis heute.
Depeche Mode war übrigens der Name eines französischen Modemagazins. Ins
Deutsche übersetzt würde dessen ein wenig provokanter und selbstironischer Name
"schnelle" oder "kurzlebige Mode" heißen. Alle Wetter, selten stimmte der Name
einer Band so wenig mit der Realität überein!
16.07. • Klingenthal • Vogtland-Arena
Peter Maffay
Achtung: Neuer
Veranstaltungsort! Das Vogtland, genauer die Stadt Klingenthal, hat
ein neues
Veranstaltungsmekka. Auf dem Gelände der ehemaligen Aschberg-Schanze steht jetzt
die Vogtland-Arena. Die offizielle Eröffnung wird von keinem Geringeren als
Peter Maffay bestritten. Die Klingenthaler verdanken das sicher den guten
Kontakt zwischen dem Künstler und der Wernesgrüner Brauerei, die Maffay ja schon
zwei Mal auf ihr Brauereifest gebucht hat. Insgesamt geht Maffay im gesamten
Sommer in Deutschland nur fünf Mal auf die Bühne, "Just For Fun", wie er die
Konzertreihe auch spitzbübisch überschrieben hat. Um so schöner für die
Klingenthaler, dass sie einen dieser Auftritte erleben dürfen; es ist auch der
einzige in den neuen Bundesländern. Man sollte sich also beeilen mit dem
Bestellen der Tickets. Die gibt es dafür auch online direkt beim Sponsor unter
www.wernesgruener.de.
22.07. • Jena • Theatervorplatz
Kulturarena Jena präsentiert:
Nina Hagen & The Capital Dance Orchestra
Was der
Robbie kann, das kann die Nina noch viel besser!", schrieb euphorisch, wenn auch
ganz schön gewagt, das Berliner Stadtmagazin "Zitty". Gemeint ist das
Swingprogramm der einstigen "Mother of Punk" aus der einstigen DDR. Ihr
Orchester ist eine der besten Swing-Bands des Landes, und wenn die olle
Skandalnudel Nina Klassiker wie George Gershwins "Summertime", das ursprünglich
mal von Judy Garland gesungene "Somewhere Over The Rainbow" und sogar Zarah
Leanders "Irgendwo auf der Welt" ins Hier und Heute holt, klingt das durchaus
beeindruckend. Die Nummern werde keineswegs verpunkt oder ähnlich geschändet.
Andererseits unternimmt Nina auch keinen nostalgischen Ausflug in die Goldenen
20er. Nein, diese Songs wurden für eine Diva des 21. Jahrhunderts umarrangiert.
Ob das Ergebnis so einfach in einem Atemzuge mit Robbie Williams genannt werden
kann, sei bezweifelt. Der Auftritt im Rahmen der Kulturarena bietet da die
Chance zu eigener Meinungsbildung …
29.07. • Dresden • Filmnächte am Elbufer
The Scorpions
Die Scorpions aus
Hannover sind ja wirklich eine Liga für sich, einer der wenigen (oder der
einzige?) deutsche Hard-Rock-Dinosaurier. In den 1970ern hatten sie ihre
kreative Phase: Von 72 bis 82 wurden neun Alben veröffentlicht, die alle
durchaus frisch, spritzig und kreativ ausfielen. Es gab eine nachvollziehbare
Weiterentwicklung, die die Band mit "Blackout" (1982) folgerichtig an die Spitze
des deutschen Heavy Metal führte. Dann, in den 80ern, der große Erfolg: 1984
bereits ein erstes Achtungszeichen, als die Ballade "Still Loving You" vom "Love
At First Sting"-Album plötzlich breitestem Volke gefiel. 1990 dann die
Perestroika-Hymne "Wind Of Change" und der weltweite Ruhm. In den letzen Jahren
scheint der alte Rock'n'Roll-Scorpion ein wenig schläfrig geworden, gerade mal
zwei Studio-Platten wurden im vergangenen Jahrzehnt veröffentlicht. Doch der
Schein trügt ein wenig: Die Band spielt in diesem Sommer immerhin fast zwei
Dutzend Konzerte. Davon aber nur drei in Deutschland, den Rest von Petersburg
über das spanische Zaragossa und Las Vegas in den USA bis nach Ulan Bator bei
den Enkeln von Dschingis Khan. Aus der Übung werden die Jungs also nicht sein,
wenn sie in Dresden auf die Bühne gehen (von Dresden düsen die Hannoveraner
übrigens gleich in die Mongolei). Und die großen Metal-Posen zu den weit
aufgerissenen Mündern sind bei ihnen sowieso längst in Fleisch und Blut
übergegangen ...
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Wort: Frodo Wawrzyniak, Thomas Leibe
Bild: Delacorte, Nilz Böhme/ MMK, P.D. |
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