| Jean Reno |
The
Da Vinci Code - Sakrileg
Man mutmaßt, dies könnte weltweit der Sommerknüller in den Kinos werden.
Schließlich hat das umstrittene Buch von Dan Brown bereits Millionen von Lesern
begeistert. Es heißt, es seien bis dato 30 Millionen Exemplare verkauft worden,
und in 40 Sprachen habe man es bereits übersetzt. Nun also der Film, und auch da
hat man nicht gekleckert, sondern nur so mit bekannten Namen geklotzt: Regie
führte Ron Howard, der 2002 für "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" die
Oscars für den besten Film und die beste Regie bekam. Und die auserlesene
Darstellerriege wartet unter anderem mit Tom Hanks, Audrey Tautou, Sir Ian
McKellen, Paul Bettany und Jean Reno auf. Letzterem wollen wir uns näher widmen.
Schließlich ist er im Film der Widersacher des Haupthelden.
Der Reihe nach: Robert Langdon, gespielt von Tom Hanks, gerät in eine missliche
Lage. Der aus Harvard kommende Symbolologe gilt als Hauptverdächtiger in einem
ausgerechnet im Louvre an dessen Direktor begangenen Mord. Darauf kommt der
gerissene Ermittler Bezu Fache, da der Ermordete im Todeskampf einen Hinweis auf
den Symboldeuter gab. Glücklicherweise gelingt Langdon aber erst einmal - mit
Hilfe der Enkelin des Toten - die Flucht. Und bei dem Versuch, seine Unschuld zu
beweisen, kommt er einer groß angelegten Verschwörung auf die Spur. Dabei
spielen Leonardo Da Vinci (der mit der Mona Lisa, die bekanntlich im Louvre
hängt), Jesus und Maria Magdalena, die zusammen angeblich eine Tochter hatten,
die mysteriöse Organisation Opus Dei und ein angeblich heiliger Gral
entscheidende Rollen. Will da etwa jemand verhindern, dass ein 2.000 Jahre alter
Geheimcode
geknackt wird?
Diese Frage stellt sich für den Ermittler aber eher weniger, denn ihm geht es ja
um den Mörder. Und da das Ganze in Paris spielt, dürfen bei dieser
Großproduktion auch wieder ein paar bekannte französische Gesichter mitwirken.
Neben der als Amelie bekannt gewordenen Audrey Tautou ist es einer der weltweit
populärsten Schauspieler des Landes, dem man hier eine Rolle angetragen hat,
Jean Reno.
Reno wurde vor allem durch seine zahlreichen Kooperationen mit Regisseur Luc
Besson, unter anderem mit "Nikita", "Im Rausch der Tiefe", "Léon - Der Profi"
und "Das fünfte Element", zum internationalen Star. Ein Star war er zuvor schon
in seinem Heimatland. Immerhin hatte er einen mehr als maßgeschneiderten
Leinwandstart, als er 1979 seinen ersten Film drehte, an der Seite von zwei
Legenden des französischen Kinos, Romy Schneider
und Yves Montand. Es war Costa-Gavras' "Die Liebe einer Frau". Drei Jahre später traf er beim Dreh von
"Die letzte Schlacht" auf Besson, und es begann eine lang anhaltende Freundschaft
und vor allem eine fruchtbare Zusammenarbeit. Man erinnere sich beispielsweise
an "Die Besucher" und dann an die erste amerikanische Produktion des Regisseurs
mit Jean Reno als Profi Léon. Von da an nahm man den markanten Franzosen auch in
Hollywood wahr. Was folgte, waren erst einmal ein paar kleinere Nebenrollen wie
in "French Kiss" und "Mission: Impossible". Roland Emmerich holte ihn für seinen
"Godzilla". Mit Sean Bean, Robert De Niro, Katharina Witt und Jonathan Price
fand er sich in John Frankenheimers "Ronin" wieder. Die letzten Filme, in denen
er sowohl in den USA als auch in Europa mitspielte, sind "Hotel Ruanda", "Die
purpurnen Flüsse 2 - Die Engel der Apokalypse", "Das Imperium der Wölfe", "Der
Tiger und der Schnee" und der erst kürzlich bei uns gestartete Streifen "Der
rosarote Panther".
Der Mann mit dem einprägsamen Gesicht und dem Talent nicht nur für harte Rollen,
sondern auch für Komödien (das unterschiedet ihn dann doch sehr deutlich von
Stallone, mit dem man ihn schon ab und zu vergleicht) betont übrigens, dass er
für jeden amerikanischen Film auch einen französischen macht. Wenn das keine
Heimatliebe ist ...
Und dabei wurde er eigentlich 1948 in Marokko geboren, in Casablanca! Und seine
Eltern, ein Arbeiter und eine Schneiderin, die vor der Franco-Diktatur geflohen
waren, waren auch keine Franzosen, sondern stammten aus dem spanischen
Andalusien. So heißt er eigentlich auch Don Juan Moreno y Jederique Jimenez.
Nur, wer könnte das international je aussprechen? Im Alter von zwölf Jahren wird
er von seiner Familie für zwei Jahre auf eine Schule ins französische
Montpellier geschickt. Der Wunsch, wieder nach Frankreich zurückzukehren, blieb
in ihm. So beschließt er mit 19, in die französische Armee einzutreten, mit dem
Ziel, die französische Staatsangehörigkeit zu erhalten. Und dank eines
theaterbegeisterten Vorgesetzten konnte er sich weitgehend aus dem
Rekrutenalltag heraushalten, weil er mit der Schauspieltruppe zu Gange war.
Danach stand seinem Studium in Paris und der anschließenden Weltkarriere nichts
mehr im Wege.
Inzwischen ist er zum zweiten Mal verheiratet, hat aus jeder Ehe zwei Kinder und
lebt, wenn er nicht gerade dreht, natürlich im geliebten Frankreich. Dort ist er
übrigens nicht nur durch seine Schauspielkunst berühmt. Während Kollege Gerald
Depardieu mit einem ausgezeichneten Weingut aufwarten kann, hat Reno einen
Olivenhain. Die dort wachsenden Früchte trugen ihm sogar schon eine Goldmedaille
ein. Wenn das mal keine Altersvorsorge ist ...
Und um noch einmal auf den Anfang des Beitrages zurückzukommen: Umstritten ist
das Buch "Sakrileg" vor allem unter Christen, und so haben das einige auch bei
den Dreharbeiten demonstriert. Eine britische Nonne beispielsweise betete zwölf
Stunden lang auf Knien vor dem Gebäude, in dem zwei Tage lang gedreht wurde. Sie
hält Buch und Film für Ketzerei, schließlich habe Jesus nie Maria Magdalena
geheiratet und mit ihr ein Kind gezeugt. Gelesen habe sie das Buch allerdings
nicht. Vielleicht lädt sie aber jetzt jemand ins Kino ein.
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| Wort: Carola Kinzel / Bild: Sony Pictures |
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