Constanze Eschrig

Constanze EschrigMs. Pandemonium von den
Reservoir Dogs

Quentin Tarantino hat eine große Fangemeinde. Der kauzige Ami begeisterte mit Filmen wie "Pulp Fiction", "From Dusk Till Dawn", "Jackie Brown", "Reservoir Dogs" und "Kill Bill" ein Millionenpublikum weltweit. Typisch für Tarantino-Filme ist der hervorragende Soundtrack. Stets platziert er Perlen wie Dick Dales "Misirlou", Dusty Springfields "Son Of A Preacher Man" (beide in "Pulp Fiction") oder Nancy Sinatras "Bang Bang" (Kill Bill 1) in seinen Werken.

Constanze Eschrig ist Mitglied der achtköpfigen Truppe Reservoir Dogs, die mit ihrer Musikshow "From Pulp Till Dawn" eine Big-Band-Interpretation der populären Titel präsentiert. Als Ms. Pandemonium sorgt die junge Sängerin neben ihren sieben männlichen Kollegen dafür, dass bei zwei Stunden Showfeuerwerk weder Auge noch Leinenhemd trocken bleiben.
Die Dresdnerin, die sich derzeit in der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin befindet, hat ihr Hobby quasi zum Zweitberuf gemacht. In den letzten Jahren war Constanze auf allen möglichen Dresdner Bühnen anzutreffen. Als Sally Bowles stand sie mit der Rocktheater-Inszenierung des Musicals "Cabaret" auf den Brettern des "Rudi". Dort sah sie Operetten-Intendant Wolfgang Schaller und engagierte sie nach einem Vorsingen für die Rockoper "Jesus Christ Superstar". Hier im Dresdner Osten spielt, singt und tanzt sie als eines von drei Soulgirls an der Seite von Dirk Zöllner. Den Hauptdarsteller der Zweieinhalbstundenshow bewundert sie für seine Leistung, weiß sie doch aus eigener Erfahrung, wie anstrengend die Arbeit auf der Bühne sein kann. Constanze profitiert von zwölf Jahren Gesangsunterricht und sicher auch ein wenig davon, dass das Sangestalent in der Familie liegt. Vater Ralph Eschrig ist Opernsänger und derzeit erster Tenor an der Deutschen Oper Berlin. Kein Wunder, dass die junge Frau bei diesem Hintergrund erste Erfahrungen im klassischen Fach sammelte. In der "Populärmusik", wie sie es mit ironischem Unterton nennt, engagiert sie sich erst seit fünf Jahren.
Ab dem 25. Juli steht Constanze beim Sommertheater im Bärenzwinger auf der Bühne. Ihre Texte prägt sie sich nach einer einfachen Methode ein: "Die Situation muss einen Sinn machen, dann habe ich den Text parat", erklärt sie. Bis in den September hinein wird Constanze dort in dem Stück, das sie als "Shakespeares 'Sommernachtstraum' durch die Brille Freuds zur Musik aus Mozarts 'Figaro'" beschreibt, zu sehen sein. "Da singe ich wieder klassisch", freut sie sich.
Die Dresdnerin ist an unzähligen Projekten beteiligt. Am 26. Mai zum Beispiel präsentiert sie mit den Shy Boys ein Latin-Jazz-Programm im Blue Note. Constanze selbst favorisiert derzeit Soul und Funk. Beim Musical Theater Aquarios widmet sie sich einer anderen Leidenschaft. Ob sie diese Leidenschaft, die Liebe zur Musik zum Beruf machen kann, weiß Constanze jetzt noch nicht. Es scheint, dass diese Frage für sie nicht den ersten Rang einnimmt. "Ich würde gern das, was ich auf der Bühne gelernt habe, mit den Inhalten meiner Ausbildung verbinden." So kann sie sich vorstellen, mit Sprechübungen, Spiel, Tanz und Gesang behinderten und kranken Menschen zu helfen.
 
Wort: Ullrich Bemmann / Bild: Tobias Kade