Festival im Thalia

Festival im ThaliaComics leuchten im Theater

Mädchen in Manga-Uniformen laufen durch Tokio, Halle und Leipzig und verwischen die Grenze zwischen Alltag und Fiktion. "Paper-Cutouts" und Figuren aus Plüsch bevölkern die Straßen von Halle, Barcelona und Berlin und verhelfen den Städten zu neuem Leben. Was ist passiert? Erfindet sich da eine buntere Welt?


Oder sehen wir uns nur mit den perfiden Strategien von Konzernen konfrontiert, die unsere Sehnsucht nach einem anderen Leben ausbeuten? Die Kunst rebelliert in unserer Stadt. Was auch immer dieses Jahr verspricht, in Halle lange Schatten zu werfen, steht natürlich im Rampenlicht des 1.200. Stadtgeburtstags. Dabei hätte das das internationale Festival "Comic meets Theater" gar nicht nötig und leuchtet selbst, sogar schon vor seinem ersten Geburtstag, kräftig, hell und inspirativ genug. Das Thalia Theater Halle lädt vom 5. bis 14. Mai in- und ausländische Künstler ein, die ihre Version der Wirklichkeit vorstellen und die in ihren Arbeiten Ästhetiken des Comics und des Theaters kurzschließen. Die Festivalbesucher können Zuschauer, Zeuge oder Mitspieler werden, wenn junge Manga- und Comic-Zeichner, Regisseure, Straßenkünstler, Animationsfilmer und Musiker diverse Alltagsgegenstände in Comic-Objekte verwandeln. Wenn Rotkäppchen aus dem altbekannten dunklen Wald in die Straßen einer Manga-Stadt entführt oder der Comic-Hund Pluto als beinharter Verfechter des Kapitalismus entlarvt wird.
Mit Produktionen aus Frankreich, Belgien und den USA, mit Zeichnern aus Japan, Finnland, Australien, Spanien und der Schweiz, einem Konzertprogramm mit den Puppetmastaz, Wollita und der Pfadfinderei, Werkstätten, mit Ausstellungen und Jugendwettbewerben präsentiert das Festival ein bestechendes Programm. Die Kunst rebelliert und es entsteht neue Kreativität und Inspiration.
www.comicmeetstheater.de
 
Wort: Thomas Leibe / Bild: P.D.