Jungunternehmer in Leipzig

Nicole Bergmann, Ingmar Hlubek, Manja Schade, Jörg Weyh und Marlies Höpfner (v. l.)Unternehmer und Studenten
Potenzial halten, Gründungen forcieren

Leipzig hat Studenten und braucht Unternehmer. Leipzig hat Absolventen und braucht Arbeits-plätze. Leipzig hat Potenzial und will es nutzen. Mittendrin ist da das Unternehmensgründerbüro ugb. Das führt zusammen, was zusammengehört: Theorie und Praxis, Studenten und Unter-nehmer, Wissenschaftler und Förderer. Und das gemeinsam mit den Hochschulen der Stadt.
Wir stellen fünf Projekte vor.


Universität I
Bereits seit 1999 arbeitet das ugb mit Prof. Dr. Helge Löbler vom Lehrstuhl Marketing der Universität Leipzig zusammen. Semester für Semester werden so Theorie und Praxis miteinander verbunden. Studenten lernen die Wirtschaft kennen, angehende Unternehmer erfahren studentische Unterstützung bei der Erstellung ihrer Businesspläne. Und das läuft so: Gründungswillige stellen sich ausgewählten BWL-Studenten in der Marschnerstraße vor. Die Studenten entscheiden, welche Unternehmer sie unterstützen können. Es folgt ein Semester gemeinsamen Schaffens, an dessen Ende die Vorstellung der Businesspläne und deren Verteidigung stehen. Für die Studenten gibt es einen Schein und die Gründer müssen für den Businessplan nichts zahlen. Bis zu fünf Unternehmen werden unterstützt, branchenunabhängig. Vier bis fünf Studenten bilden jeweils eine Beratergruppe (und unterschreiben eine Verschwiegenheitserklärung).
Die Termine stehen fest: Am 16. März stellen sich interessierte zukünftige Unternehmer zunächst im ugb vor, den Studenten dann am 4. April. Die fertigen Businesspläne schließlich werden am 26. Juni besprochen und verteidigt.
Kontakt: Marlies Höpfner  (im Bild rechts unten)
marlies.hoepfner@ugb-leipzig.de


Universität II
Ebenfalls an der Uni findet das Projekt General Management statt. Partner hierbei ist Prof. Dr. Jürgen Singer vom Lehrstuhl Bankwesen. Zehn Gründer und 15 Studenten finden sich zusammen, bilden fünf gemischte Gruppen und spielen gegeneinander. Jede Gruppe hat die selbe Ausgangsposition, das selbe fiktive Unternehmen und muss versuchen, über acht Spieljahre hinweg den höchsten Unternehmenswert zu erzielen. Am Anfang des computergestützten Planspiels steht eine Hauptversammlung, auf der die Ziele formuliert werden. Nach jedem Wirtschaftsjahr wird das Geschehen mit der Spielleitung ausgewertet, und am Ende des achten Jahres wird erneut zur Hauptversammlung geladen, werden die Ergebnisse präsentiert und kritische Fragen gestellt. Die Studenten bekommen einen Schein dafür; die "acht Jahre" dauern in Wirklichkeit drei Tage. Termin: Anfang Juni.
Kontakt: Ingmar Hlubek (im Bild links oben)
ingmar.hlubek@ugb-leipzig.de


Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur
An der HTWK läuft ein ugb-Projekt im Rahmen des Studiums generale. Prof. Dr. Hans-Ulrich Niemitz zeichnet verantwortlich, angesprochen sind das 4., 5. und 6. Semester. Die Viertagesveranstaltung heißt "Existenzgründung: Vom Hochschulabsolventen zum Unternehmer" und versammelt vom 8. bis 11. Mai maximal 18 Studenten unterschiedlicher Studienrichtungen. Interessenten tragen sich auf der Homepage der HTWK für dieses Existenzgründerseminar ein und bekommen nach erfolgreicher Teilnahme einen Schein. Zuvor erfahren sie Wichtiges über Fördermittel, Finanzierungen, Versicherungen, Markteintrittsstrategien, Marketing, untersetzt jeweils mit praktischen Beispielen. "Wir versuchen, auf alle einzugehen", sagt Nicole Bergmann vom ugb.
Kontakt: Nicole Bergmann (im Bild links unten)
nicole.bergmann@ugb-leipzig.de


Hochschule für Grafik und Buchkunst
In Kooperation mit dem Beraternetz Freie Berufe gibt es einmal im Semester ein Zweitagesseminar für Studenten, die am Ende ihres Studiums und vor der Selbstständigkeit stehen. Es geht u. a. um den Businessplan, um Finanzierungen, Steuern und Recht. Circa 15 Teilnehmer werden zugelassen. Zusätzlich sind individuelle Beratertage vorgesehen. Die Termine werden in der HGB publik gemacht.
Kontakt: Jörg Weyh  (im Bild rechts oben)
joerg.weyh@ugb-leipzig.de


Handelshochschule
Das gemeinsame Projekt mit der HHL ist ein "sehr junges", wie Manja Schade vom ugb sagt. Der Kontakt besteht seit Dezember 2005 und zwar mit Prof. Dr. Kathrin Möslein vom Lehrstuhl für Entrepreneurship (dt.: Unternehmertum).
"Die HHL bringt sehr gute Führungspersönlichkeiten hervor", zeigt sich Manja Schade begeistert, "die sind wie die Schwämme, saugen alles auf, sind offen und interessiert, top ausgebildet und haben Erfahrungen aus Auslandssemestern." Solche Studenten möchte das ugb verständlicherweise in der Stadt halten. Manja Schade: "Wir wollen Gründungen forcieren." Das von HHL-Absolventen betriebene Erfolgsunternehmen Spreadshirt gilt als Vorzeigebeispiel, die TU München als Vorbild. An der werden ein Semester lang Studenten - als betriebswirtschaftliche - und Praktiker - als technische Experten - zusammengeführt und entwickeln gemeinsam Ideen. Im besten Falle entstehen daraus Unternehmen. Das ugb kooperiert mit den Münchnern. Kalkül: Leipziger halten, Münchner herziehen. "Wir legen den Studenten Leipzig als attraktiven Platz zum Leben, Arbeiten und Unternehmen ans Herz", argumentiert Manja Schade. Am 12. April stellt sich auch darum das mit dem ugb kooperierende Business Innovation Centre BIC in der Handelshochschule vor. Außerdem wird ein Stammtisch mit den Absolventen etabliert, an dem u. a. über Fördermittel und Netzwerke informiert werden soll.
Kontakt: Manja Schade (im Bild mitte unten)
manja.schade@ugb-leipzig.de

 
Wort und Bild: Ernie Le Coq