| Andreas Endig |
Mit den Niners nach ganz oben
Er ist 1,97 Meter groß, 27 Jahre jung und einer der letzten Amateure der Chemnitzer Niners. Gemeint ist Andreas Endig, der als Freizeitsportler unter Profis dem BVTU Chemnitz 99, kurz gesagt den Niners, die Stange hält.
Schon seit frühester Kindheit interessierte sich Andreas intensiv für Sport. So ist es nicht verwunderlich, dass er als Jugendlicher mehrere Jahre lang aktiver Leichtathlet war und zusammen mit dem bekannten Chemnitzer Triathleten Ronnie Dietz in einer Gruppe trainierte.
Mit der Wende änderten sich auch die sportlichen Bedingungen. So wurden viele Vereine neu oder umformiert und im Zuge dessen wechselte der hochgewachsene Sportler zur hierzulande neuen Schwung bekommenden Disziplin Basketball. Noch während seiner Schulzeit also begann Andreas beim ESV Lok Chemnitz
zu spielen. Das war 1993, und er durchwanderte alle Stufen, angefangen von der C-, B-, A-Jugend über die Landesliga, in die Oberliga bis hin zur Regionalliga. Andreas ist der einzige aus den ursprünglichen Amateurmannschaften verbliebene Spieler. Die Niners bestehen momentan aus 13 Spielern, zwölf
davon sind jeweils im Spiel.
1999 vereinigte sich der ESV Lok Chemnitz mit der damaligen BG Chemnitz zum jetzt in der 2. Bundesliga spielenden BVTU Chemnitz 99, den Niners. Seither trainiert Andreas meist vier, fünf Tage in der Woche, und an den Wochenenden gab es die Wettkämpfe. In den letzten Jahren hat sich der
Trainingsturnus auf zwei, drei Trainingseinheiten an so gut wie jedem Tag ausgeweitet, den Ansprüchen der Mannschaft entsprechend. Im Übrigen währt Andreas Endigs Zeit im Basketball fast auf den Tag genau so lang wie die des derzeitigen Trainer der Niners, Torsten Loibl.
Parallel zum Leistungssport schloss Andreas eine Ausbildung zum Industriemechaniker und staatlich geprüften Techniker im Maschinenbau bei Volkswagen ab. In besagtem Automobilkonzern geht er auch derzeit seiner täglichen Arbeit nach.
Gefragt nach einer eventuellen Profi-Laufbahn erzählt er, dass er sich damals mit 16 Jahren gegen eine noch aktivere sportliche Karriere zugunsten einer soliden Ausbildung entschieden habe. "Ich bin heute noch froh über diese Entscheidung, dass ich den Beruf und mein leistungsbezogenes Hobby - den
Sport - so gut unter einen Hut bekommen habe. In der heutigen schnelllebigen Zeit ist mir das sehr wichtig. Auf der einen Seite habe ich eine gewisse ökonomische Sicherheit durch die fundierte Berufsausbildung, und auf der anderen Seite schaffe ich es trotzdem recht gut, meiner sportlichen Vorliebe
mit viel Enthusiasmus im Verein nachzukommen", so Andreas.
Das Engagement des Basketballers geht aber noch einen Schritt weiter. Gemeinsam mit seinem Freund Sven Böttger betreibt er seit 2003 eine eigenständige Sportmarketing GbR. Diese kümmert sich ausschließlich um den Verkauf von vereinseigenen Fanartikeln (www.niners-shop.de).
Momentan spielt Endigs Mannschaft um den dritten Tabellenplatz und erfreut sich bei Heimspielen größter Beliebtheit. Mit meist um die 2.000 Zuschauern pro Spiel treiben sie manchem Fußballfan die Tränen in die Augen. Da verwundert es auch nicht, dass die Niners, wie Andreas erklärt, sich in diesem
Jahr erstmalig das Ziel gesteckt haben, spätestens 2008 den Aufstieg in die 1. Bundesliga zu schaffen.
Auch sein persönliches Ziel sieht nicht viel anders aus. Andreas: "Ich habe mich mit dem Verein über die gesamte Zeit immer sehr eng verbunden gefühlt, und das ist auch heute noch so. Die Frage, den Niners den Rücken zu kehren oder nach anderen Angeboten zu schauen, stand für mich zu keiner Zeit!
Mein großes Ziel wäre es auch, möglichst gemeinsam mit dem ganzen Team den Aufstieg in die 1. Bundesliga noch aktiv erleben zu können."
www.chemnitz99.de
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| Wort und Bild: Karsten Spehr |
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