Kai Schmitz

Kai SchmitzVom Rhein an die Saale, auch wegen der Mädchen

Kai Schmitz ist der Youngster auf halleschem Eis. Seit dieser Saison spielt und trainiert der 20jährige mit den Saale Bulls beim ESC 04 und hat sofort die Herzen vor allem der weiblichen Fans erobert. Grund genug, diesen Mann einmal aufzusuchen. Also fuhren wir nach Halle-Neustadt und klingelten bei Schmitz.


Es ist dreiviertel elf oder wie Kai sagt Viertel vor zwölf. Anders verstehen es die Kölner nicht, und damit wissen wir auch gleich, wo Kai herkommt. Der geborene Jeck kam mit drei Jahren - aus Familientradition - zum Eishockey. Seine Cousine schlitterte damals in der deutschen Nationalmannschaft dem Puck hinterher und war damit das große Vorbild. Mit fünf spielte Kai schon bei den Kölner Haien. Das sollte sich auch die nächsten 13 Jahre nicht ändern. Selbst seine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann absolvierte er "intern" bei einem Sponsor der Haie. Er hätte die Ausbildung auch beendet, wenn nicht die Bayreuth Tigers angerufen hätten, um ihn zum ESV in die Oberliga zu locken. Doch der machte zwei Jahre später pleite, was selbstverständlich nicht an Schmitz lag. Das Telefon klingelte erneut und Saale-Bulle Daniel Mischner, zweiter Vorstandsvorsitzender des ESC Halle 04, war am anderen Ende der Leitung. "Komm nach Halle, wir brauchen einen Verteidiger", sagte er und Kai kam.
"Die ersten Eindrücke von der Stadt auf dem Weg zum Eissporthalle waren erschreckend", meint Kai und so fuhr er, mit einem Vertragsangebot in der Tasche, zunächst nicht sonderlich begeistert wieder nach Hause. Daniel Mischner rief erneut an und überzeugte Kai Schmitz, dass Halle an der Saale sehr locker ist, die Mädels hier die schönsten und die Saale Bulls 'ne astreine Mannschaft sind. Möglicherweise lockte auch das Geld, denn der hallesche Regionalligist ist einer der wenigen Vereine, die ihre Spieler als Hauptberufler rekrutieren.
Kai SchmitzHeute fühlt Kai sich hier pudelwohl, obwohl er in der elfgeschossigen Platte wohnt. "Hier bin ich nur zum Schlafen", rechtfertigt er sich. Diesen Schlaf beendet der Wecker täglich gegen halb acht. Frühstück ist Pflicht, auch für Schmitz' Katze, die Schulz heißt. Anschließend geht's zum Eishockey-Kollegen Jay Jay Kaspercyk zwei Blocks weiter; der nimmt Kai mit zum Training. Die nächsten Stunden lässt sich der Ex-Kölner zum Morgentraining aufs Glatteis führen. Und obwohl er eine Frostbeule ist, genießt er das Eis unter den Füßen. Danach geht's unter die Dusche und wieder nach Hause ins gemütliche Bett, Schlaf nachholen. Der nächste Wecker ist der Hunger, der pünktlich zum Mittag den Schlaf stört. Lieblingsessen ist Pizza mit Salami - außer vorm Spiel, da gibt es ausschließlich Nudeln. Nach dem Mittagessen geht's mit den Sportsfreunden auf einen Kaffee in die Stadt. Gegen 18 Uhr steht die nächste Trainingsstunde auf dem Plan, und der Feierabend gehört den Clubs in Halle. Wollt Ihr Tim privat treffen, dann sucht im Flower Power, im Sunset Beach oder zur Havana Club Lounge in der Palette.
"Halle hat wirklich die schärfsten Mädels", hat Kai übrigens recht schnell festgestellt. Erst recht im Big Apple, jenem Strip-Club im K&K. "Wenn freitags oder sonntags Spiele sind, wird die Nacht zuvor zeitig ins Bett gegangen", müssen wir zumindest glauben. Traumspiel ist stets das Derby gegen Leipzig, denn man mag sich wohl aus Tradition nicht besonders. "Ähnlich wie Köln gegen Hassgegner Düsseldorf", grinst Kai. Von April bis August ist Sommerpause und er quasi arbeitslos. Das soll den begnadeten Windsurfer nicht stören und so fährt er, wenn das Eis taut, in Richtung Wellen. Ende August kommt Kai auf jeden Fall wieder zurück an die Saale, den Vertrag hat er gerade verlängert. Und außerdem ist er seit Anfang des Jahres wieder Single und auf der Suche. Wo es doch in Halle die schönsten Frauen gibt ...
 
Wort und Bild: Oskar Steinhäuser