| Romantiker |
Neuer Start für Letzte Instanz
Sie sind wieder da! Lange Zeit war es ruhig geworden um die Letzte Instanz, Dresdens eigenwillige und doch sehr erfolgreiche Rock-Band mit Hang zu düsterer Romantik. Jetzt sind sie zurück mit neuem Sänger, neuem Album und einer Tournee. Viele hatten nicht mehr daran geglaubt, dass sich die Band
nach dem Ausstieg des Sängers Robin 2003 noch einmal zusammenraufen würde. Doch sie entstiegen wie Phönix aus der Asche und präsentieren mit "Ins Licht" ein überaus überzeugendes Album, das für einen kompletten Neuanfang steht.
Im Interview mit Gitarrist Holly D. wollte BLITZ!-Musikredakteur Peter Matzke zunächst einmal wissen, was sich in der Zwischenzeit so ereignet hat.
Holly D.: Es hatte schon während der Aufnahmen und der Tournee zu "Götter auf Abruf" einige Spannungen gegeben. Nach der Tour hat uns Robin dann per Mail mitgeteilt, dass er die Band verlassen will. Sein neues Projekt heißt Sand, das geht in eine ganz
andere Richtung. Von unserem Basser haben wir uns sehr freundlich und in gegenseitigem Einvernehmen getrennt. Wir haben einfach nicht zueinander gepasst.
BLITZ!: Es schien, als wäre das Kapitel Instanz zu Ende.
Holly D.: Wir hatten uns musikalisch in eine Sackgasse hineinmanövriert, haben alle irgendwie eine Auszeit gebraucht. Wir waren acht Leute auf der Bühne, zwei laute E-Gitarren haben die Streicher immer mehr weggedrückt. Unsere Fanbase kommt ja zum nicht
geringen Teil aus der schwarzen Szene. Die konnten mit unseren hiphoppigen Ausflügen wenig anfangen. Zu allem Unglück ist auch noch unsere Plattenfirma pleite gegangen. Wir haben seit drei Jahren keine Kohle mehr gesehen. Ich führe seit Monaten pausenlos Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter ...
Eigentlich war die Band komplett gestrandet. Ich selbst habe die Zeit genutzt und zwei Himalaya-Expeditionen mitgemacht. Das waren unglaubliche Erfahrungen. Letztlich steckte in all dem Dilemma aber auch die Chance für einen kompletten Neuanfang.
BLITZ!: Im Sommer 2004 habt Ihr dann nach einem Sänger gesucht ...
Holly D.: Lange Zeit erfolglos, es war zum Verzweifeln. Schließlich kriegten wir von dem Produzenten Bernd Wendlandt einen Tipp. Und plötzlich gab es Holly - der nicht identisch oder verwandt mit mir ist! Uns war von an Anfang an klar, dass er ideal in die
Band passte. Es war wie Liebe auf den ersten Blick. Im Dezember haben wir uns zum ersten Mal getroffen. Er singt einfach fantastisch, hat eine ungeheure Bühnenpräsenz und schreibt sehr schöne Texte. Ein Glücksfall für uns.
BLITZ!: Ebenso wie das Label, oder?
Holly D.: Mit Drakkar haben wir ohne langes Klinkenputzen auch eine Plattenfirma gefunden und mit Siggi Bemm, der schon mit Tiamat, Moonspell oder The Gathering gearbeitet hat, auch einen richtig erfahrenen Produzenten, der uns ganz schön rangenommen hat.
Es war eine extreme Erfahrung, aber wir hatten das Gefühl, dass sich endlich mal wieder was bewegt ... Wir sind sehr zufrieden mit dem Album. Es ist sehr melodisch ausgefallen, reifer, in sich kompakt. Vielleicht ein bissel folkig, auf jeden Fall haben wir die HipHop-Elemente und den Nu Metal
komplett eliminiert. Überhaupt haben wir die krassen Experimente zurückgefahren, die Streicher stehen jetzt wieder vorne.
BLITZ!: Ein wenig mittelalterlich vielleicht?
Holly D.: Nein, wir sind keineswegs mittelalterlich geworden, eher romantisch. Unsere Harmonien kommen eben nicht aus dem Mittelalter, sondern aus der Romantik.
BLITZ!: Für das Lied "Das Stimmlein" habt Ihr Euch prominente Unterstützung geholt. Da stehen Eric Fish von Subway To Sally, Sven Friedrich von Zeraphine und Thomas Lindner von Schandmaul mit am Mikro.
Holly D.: Ja, das Stück ist total schön geworden. Und wir hatten richtig viel Spaß mit den Herren im Studio. Die Wahl war keineswegs zufällig, wir schätzen die Bands, für die diese Leute stehen, sehr. Das ist einfach gut gemachte deutsche Rockmusik. Wir
haben alle unser Problem, in den elektronischen Medien wahrgenommen zu werden. Dieser Song ist auch ein Statement - wir stehen zusammen.
Besetzung 2006
M. Stolz, Violine
Benni Cellini, Celli
Holly, Gesang
Michael Ende, Bass
Oli, Gitarre
Holly D., Akustik-Gitarre
Specke T.D., Schlagzeug
Termine
04.03. Leipzig, Werk II
18.03. Jena, F-Haus
25.03. Dresden, Schlachthof
30.04. Erfurt, Centrum
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| Wort: PM / Bild: P.D. |
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