Chemnitzer Label Ventilator Tonträger

Die Jungs von Ventilator TonträgerPssst! Gestatten: Pavel Cholinski

Die Jungs von Ventilator Tonträger machen es wirklich spannend. Sie verraten nichts. Zumindest fast nichts. Nur so viel: "Es wird ein absoluter Hit." Glaubt man Martin Schleinitz gab es so etwas noch nie. Die Vier vom Label Ventilator Tonträger machen aus ihrem neuesten Projekt ein Riesen-geheimnis. Neugierig? Keine Angst, einiges konnten wir den Jungs entlocken ...


Schon in der Vergangenheit haben Ventilator Tonträger frischen Wind in die Szene gebracht, der Name spricht für sich. Gegründet wurde das Label von Martin Schleinitz aus der gleichnamigen Booking-Agentur heraus. Freund, Kollege und f.a.u.s.t.-Sänger Aris Bibudis überzeugte ihn, ein Label zu gründen. Lange dauerte es nicht, bis sie eine Band unter Vertrag hatten. The Claim aus Oederan war erste, große Herausforderung im Geschäft.
"Schon Ende 2003 konnten wir die Platte rausbringen, unsere erste Veröffentlichung überhaupt", erinnert sich der 29jährige Martin. Und sie gaben der Rockband neue Impulse. Sie überzeugten The Claim bei den gemeinsamen Studioaufnahmen, auch elektronische Beats einfließen zu lassen. Denn das ist nur eine der musikalischen Nischen, die sie mit ihrer Arbeit füllen wollen. Das ist die Musik, die sie lieben. Vor allem Tamás Novák alias Geroyche, der seit über zehn Jahren experimentelle, elektronische Musik produziert.
"1998 veröffentlichte ich meine erste Platte, legte seither jeden Sonntag im VOXXX und auf Parties auf, auch international", erzählt der 26jährige Informatikstudent. Kein Wunder also, dass er gemeinsam mit Label-Kollege Steffen Friedemann alias DJ Slik die laufende Veröffentlichungsreihe der VOXXX Series A betreut. Insgesamt fünf Künstler, drei Chemnitzer, ein Kanadier und ein Amerikaner, bringen in diesem Rahmen bei Ventilator Tonträger insgesamt sechs Releases in regelmäßiger Abständen heraus.
"Auf der VOXXX Series A waren alle vereint, dann folgte mit der VOXXX Series A1 Geroyches Veröffentlichung", erzählt Martin, der sich um das Label-Management kümmert, nachdem er im Kraftwerk jahrelang Parties organisierte und Künstler buchte. Im Mai folgt die VOXXX Series A2 mit dem Amerikaner Mochipet. Den Jungs von Ventilator Tonträger ist durchaus bewusst, dass sie nicht den Massengeschmack treffen. Das wollen sie gar nicht. Mit der Erstauflage von 500 Platten wäre es auch undenkbar.
Dennoch: "Wir produzieren zu jeder Veröffentlichung ein Video, um Künstler und uns besser zu präsentieren", so Martin. Hilfreich dabei ist Aris' Filmfirma Drehbox, um nötiges Equipment zu beschaffen und Kosten im Rahmen zu halten. "Wir wollen mit der Musik Interesse wecken. Deshalb stecken wir sie nicht in einzelne Schubladen oder Richtungen", sagt Martin. Denn das könnte abschrecken, ihre experimentellen Klangwelten überhaupt wahrzunehmen. "Klar kaufen die Platten meist Enthusiasten und wirkliche Liebhaber", so Tamás. Doch genau deshalb finden die Platten auch weltweit Anklang.
Aber mit dem neuesten Projekt "treffen sie den Nerv" der Zeit, davon sind Tamás und Martin überzeugt. Und es wird auch die ansprechen, die sich für elektronische Musik wenig begeistern können. Hier wären wir wieder beim Ausgangsproblem: Die Jungs sind nicht sehr gesprächig. Immerhin erfahren wir den Namen der Neuentdeckung, der Mythos bleiben soll. Gestatten: Pavel Cholinski. So sein Pseudonym. "Diese Sache ist uns einfach so zugeflogen, erst war es nur Spaß", erzählt Martin und macht weiter neugierig. Was denn? Wie zugeflogen? Welche Musik wird da gemacht? "Bei Pavel Cholinski wird die Sprache das Instrument sein", erklärt Martin. "Im großen Sinne ist es HipHop", fügt Tamás hinzu. Aber auf alle Fälle tanzbar. Aha. Elektronische Musik trifft auf HipHop, abgerundet durch eine fiktive Sprache. Und die beiden machen es weiter spannend: "Selbst Leute, die mit Musik nichts zu tun haben, fanden es urkomisch."
Komische Musik? Ist Pavel Cholinski Comedian, Musiker? Genaues weiß man nicht. Im Atomino könnt Ihr eine CD mit einem Stück schon kaufen. "Es funktioniert auch ohne es zu sehen", verspricht Martin. Zuseher fanden es also urkomisch, Hörer auch. "Es wird eine Mischung sein, zwischen Unterhaltung und musikalischem Anspruch", erklärt Martin, "eigentlich müssten wir einen neuen Begriff erfinden". Das etwas mit größtem Erfolgs- und Superhit-Potenzial bevorsteht, haben Kenner des Geschäfts schon bestätigt, bereits jetzt ist die Resonanz riesig, das Video auf der Website von Ventilaor Tonträger wird oft runtergeladen. Im März werden wir endlich erlöst, das Geheimnis wird gelüftet. Dann erscheint die CD "A Vovonjek avom Provonjek" und Pavel Cholinski tritt aus der Anonymität heraus. Und wir werden ihn lieben. Vielleicht begegnet Ihr ihm auf der Pop-Up-Messe im Mai persönlich. Die Jungs von Ventilator Tonträger sind dort vor Ort. www.ventilatormusik.de
 
Wort und Bild: Carolin Barth