www.mobook.de
Deichkind, Befehl von ganz unten Deichkind, Befehl von ganz unten

Lutz Granert, Journalist, Jena Lutz Granert, Jena

Mein Favorit

Deichkind

Befehl von ganz unten


Ja, es gibt sie, die ironische Prollmusik. Satte Beats, treibende Rhythmen und rotzige Texte, die das Lebensgefühl einer jungen Generation aufsaugen - und mit ihm abrechnen. Die Doppeldeutigkeit der vordergründig plumpen Songs von "Deichkind" polarisiert schon seit der wohl bekanntesten Single "Remmidemmi" aus dem Jahr 2006. Doch letztes Jahr sollte die Hamburger Pop-Hip-Hop-Elektro-Punk-Kombo noch einen draufsetzen mit ihrem fünften Studioalbum "Befehl von ganz unten". Dabei lohnt ein Reinhören nicht nur in die rauf und runter gespielten Auskopplungen "Leider geil" und "Befehl von ganz unten". "Illegale Fans" strotzt vor Kritik an einer skrupellosen Kostenlos-Kultur im Netz - obwohl sich Deichkind gleichzeitig offiziell gegen von der GEMA geblockte Musik-Clips aussprechen. Und "Pferd aus Glas" rechnet schonungslos mit der egozentrischen Divenhaftigkeit einiger Musiker-Kollegen ab. Eine dynamisch-treibende Scheibe also, die auch wegen ihres Partypotenzials im Regal stehen sollte.




Lutz Granert, Journalist, Jena