Ulrike Stapke und Doreen Löbel
Nicht ohne Schleifchen
Ulrike Stapke und Doreen Löbel schneidern auf Omas Nähmaschine ihre eigene Trendmode: "Alles, was das Mädchenherz begehrt."
Punkte und Schleifchen machen die beiden Mädels glücklich. Und sie wiederum machen andere Mädels mit ihrer Mode glücklich. "Man sieht uns nie ohne Schleife", schwört die 29jährige Ulrike. Vor rund einem Jahr gründete sie zusammen mit ihrer 32jährigen Freundin Doreen ihr eigenes Modelabel: Ulli-Kat. Ulli weil Ulrike die Nähmaschine bedient und Kat mit Verweis auf Unikat - jedes individuell kreierte Kleidungsstück ist anders.
Die Idee mit dem Label kam den beiden bei einem Bastelabend mit Freundinnen. Dort bastelten sie Anstecker, sogenannte Schmunzelorden. Alle Mädels fanden's cool, wollten welche haben. Warum also nicht auch andere Sachen verschönern? Gesagt, getan. Tücher (auch für Hunde), Taschen, Handytaschen, Gürtel, Haarbänder, Ohrstecker, Schmunzelorden - aus Ulrike und Doreen sprudeln die Ideen nur so heraus. "Wir ergänzen uns super, haben einen ähnlichen Geschmack", sagt Doreen.
Alles wird mit Punkten und Schleifchen verschönert. Auf Taschen aus Großbritannien kommen eigene Aufbügler, Ohrstecker werden zusammengeklebt, Tücher mit Bommeln aufgepimpt - eine niedlich verspielte Mode. Als Motive verwenden sie Eulen, Rehe, Marienkäfer, Pilze, Kirschen, Erdbeeren, Dinosaurier, gelbe Enten und vieles mehr. "Uns fallen aber auch immer wieder neue Sachen ein." Stoffe beziehen die Mädels zum Beispiel aus Hamburg oder Berlin - meist übers Internet. "Wir verarbeiten ganz viele verschiedene Stoffe, experimentieren auch gerne mit neuen Sachen herum."
Wichtigstes Arbeitsgerät ist eine alte Nähmaschine. "Wir haben in den ersten Monaten sieben verschiedene ausprobiert", erinnert sich Ulli. Doch gerade die neueren Geräte machten schnell schlapp. "Entweder hat sich der Motor festgefahren, die Elektronik ging kaputt oder wir waren mit der Qualität unzufrieden." Am Ende etablierte sich vor allem eine Maschine, die den beiden aus dem Besitz einer verstorbenen älteren Dame geschenkt wurde. Auf der Rückseite ist noch das Herstellungsdatum zu erkennen: 1968. "Wir dachten erst, die funktioniert gar nicht richtig, weil sie schon ewig rumstand." Pustekuchen! Die 68er Nähmaschine läuft wie 'ne Eins. "Hoffentlich noch sehr lange."
Ihre Zielgruppe sind im Prinzip alle Mädels ab fünf bis Ultimo. Sogar die Kleinsten sind begeistert: "Bei mir im Kindergarten herrscht mittlerweile Schleifchen-Pflicht", freut sich Ulli, die hauptberuflich als Erzieherin arbeitet. Betriebswirtin Doreen betreibt ein Sonnenstudio in der Hartensteiner Straße in Lichtenstein, in dem es - parallel zur Bestellmöglichkeit übers Internet oder Telefon - die meisten Sachen zu kaufen gibt. Doch mittlerweile läuft's so gut, dass die Beiden auch Klamotten-Regale in Chemnitz (Tattoostudio Heaven of Colours), Leipzig (Friseur Hairforce), Oelsnitz im Erzgebirge (Kosmetikstudio Ivonne Hunold) und Zwickau (Pro Optik in den Zwickauer Arcaden) aufgestellt haben.
Sogar bei einem Ägypten-Urlaub wurden sie schon auf ihre Schleifchen-Mode angesprochen. "Das war toll. Eine Frau hat mich gefragt, ob ich die lustige Ulli aus Sachsen bin." Besonders angesagt sind zur Zeit schicke Wintertücher. "Die sind auf einer Seite aus Vlies und halten dadurch schön warm." Männer-Mode mit Schleifchen gibt's nur auf Anfrage. Hauptaufgabe der Jungs: Holt Euren Freundinnen die Sachen! Die meisten werden begeistert sein ...

