Jürgen Stegmann
Komödiant mit Tiefgang
Die große Bühne ist nicht mehr seine Welt. Jürgen Stegmann geht jetzt eigene Wege. Er liebt die Vielfalt des Theaterlebens.
Jürgen Stegmann ist Schauspieler, Regisseur, Kabarettist und Theaterpädagoge, hat aber ebenso den Clown und Geschichtenerzähler in sich. Das Spielen und Verwandeln faszinierten ihn, der 1964 in Dresden das Licht der Welt erblickte, schon früh. Auch wenn er als Kind eher schüchtern gewesen sei. Mit neun Jahren begann er mit dem Theaterspiel im damaligen Pionierpalast (Schloss Albrechtsberg) unter Leitung der bekannten Dresdner Schauspielerin Ursula Geyer-Hopfe. Später ging er zu einem weiteren Amateurtheater, bewarb sich fürs Schauspielstudium, und es klappte auch gleich an der Theaterhochschule in Leipzig. Sein Studium absolvierte er von 1985 bis 1989.
"Eine aufregende Zeit. Aufbruchsstimmung. Im Theater konnten gesellschaftliche Erscheinungen verhandelt werden, besser und poetischer als anderswo", so Stegmann. "Und wir wollten mit dem Theater die Welt und den Menschen bessern." Viel sei von diesem Anspruch seit der Wende nicht übrig geblieben, bedauert der Schauspieler. "Der Zauber ist raus. Cindy aus Marzahn oder Krimi-Dinner sind heute die Renner ..." Stegmann selbst hat eine Vorliebe für komische Rollen. Er spielte bereits den Truffaldino in Goldonis "Diener zweier Herren", Don Quijote und Szenen von Loriot, aber auch ernste Typen wie den Tybalt in "Romeo und Julia" und Spiegelberg in "Die Räuber". Nach seinem Weggang von den Landesbühnen Sachsen arbeitet er seit Herbst 2011 freischaffend und tourt mit eigenen Theaterprojekten, Lesungen und Kabarett-Gastspielen durch die Lande. Er inszeniert zudem mit Jugendtheatergruppen in Radebeul, Coswig und Dresden.
Die jüngste Aufführung "Prinzessin Zartfuß" ist eine humorvolle märchenhafte Komödie von Albert Wendt und wird voraussichtlich während der "Kasperiade" im Juni im neuen Kulturbahnhof Radebeul-Ost wieder gespielt. Dort trifft sich immer mittwochs (16.30 Uhr) unter Stegmanns Regie das Amateurtheater Radebeuler Theaterkiste. Neue Spielfreudige sind gern gesehen. Als Komödiant mit Witz und Tiefgang ist Jürgen Stegmann wieder als gewitzt kommentierender Zuschauer in der Pantomime-Oper "Die Zauberflöte" im Mimenstudio Dresden zu erleben (26. Mai), außerdem im Theater "Starker August" im Rathaus Pieschen mit einem Balladenprogramm auf (23. Mai) und zum Richard-Wagner-Jahr mit der Lesung "Die Sagen der Opern" in der Stadtbibliothek Radebeul-West (29. Mai).

