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Dresdner Gastlichkeit

Monat für Monat essen und trinken wir uns durch die Lokale der Stadt, machen uns Notizen, ein paar Fotos und geben Euch anschließend gastronomische Ausgehtipps.



Bonnies Ranch

Dresdens ohnehin bunte Feierlandschaft ist um eine weitere Attraktion reicher - und diese hat es wirklich in sich. Im ehemaligen "Peaches" am Neustädter Bahnhof, in der Antonstraße 29, hat nach einer umfangreichen Renovierungsphase seit dem 12. Oktober "Bonnies Ranch" ihre Pforten geöffnet. Wer aber meint, sich nach dem Betreten in einer Wild-West-Szenerie wieder zu finden, ist buchstäblich schief gewickelt.
"Bonnies Ranch" spielt natürlich auf die Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik an und zieht dieses Konzept gnadenlos durch. Tatsächlich ist man fast geneigt, den eigenen Verstand in Frage zu stellen, wenn man sich vorbei an spiegelverkehrten Möbeln und Röntgenbildern den Weg zur Bar bahnt. Und auch dort geht es mehr als kurios zu: Der Schnaps kommt hier aus Blutkonserven, Getränke bekommt man nicht nur im altbekannten Kristallglas, sondern auch aus Spritzen oder Infusionsbeuteln serviert.
Und der Wahnsinn geht weiter, hat er doch auf ganzen zwei Etagen der urigen Location Einzug gehalten! Gummizelle, Intensivstation, Psychiatrie, Überwachungsstation, Labor, Therapiestation oder Ausnüchterungszelle - der Name ist hier keine heiße Luft, sondern tatsächlich Programm! Jeder Gast/Patient wird hier individuell betreut und vom ebenfalls leicht irre wirkenden Fachpersonal verarztet und mit allerlei Flüssigmedikation auf den Weg der Heilung geschickt. Ruhig gestellt werden soll hier aber natürlich keiner. Und weil Schwitzen ja bekanntlich den Gesundungsprozess beschleunigt, kann sich der feierwütige Langeweile-Phobiker hier gleich auf zwei Dancefloors bei Queerbeet-Musik auf Station 1 und House, Uptempo-Black und R&B auf Station 2 die verbliebene Seele aus dem Leib tanzen. Hierbei kann man sich von prominenten Pflegefällen beobachten lassen, die von großen Wandporträts entrückt auf die tanzende Meute herablächeln und ob ihrer vertauschten Namensschilder für zusätzliche Ver(w)irrung sorgen.
Mit viel Fantasie, kreativen Ideen und Liebe zum Detail ist hier eine erfrischend schräge Erlebnis-Location entstanden, die nicht nur Spaß verspricht, sondern auch das aufmerksame Entdeckerauge zu erfreuen weiß. Und weil eine Klinik niemals schließt und der Wahnsinn ohnehin kein Wochenende kennt, kann hier an sieben Tagen in der Woche mit wechselnden Specials gefeiert werden - bei wärmeren Temperaturen dann auch auf der großen Außenterasse.
Wer dem irren Treiben des Alltags mal für eine Nacht entfliehen möchte, kann sich guten Gewissens in "Bonnies Ranch" einweisen lassen und sich in die Hände der geschulten Pflegekräfte begeben, sei aber gewarnt: Der Besuch dieser wirklich und wahrhaftig abgefahrenen Location wird sich nachhaltig ins Gedächtnis einbrennen und dort auch noch ein wenig weiter herumspuken.


Zu finden in:

Dresden, Antonstraße 29
Tel.: (03 51) 215 27 79 99
www.bonnies-ranch.de


Wort: Kaddi Cutz / Bild: Tobias Kade





Fährhaus

Im Jahr 1706 schenkte August der Starke seiner Mätresse Gräfin Cosel das Schloss Pillnitz, später wurde es dann als Lustschloss genutzt. Dadurch entstand ein reger Fährverkehr, und 1860 wurde ein Haus für die Fährleute errichtet. In diesem gibt es seit Jahren auch ein Restaurant, kürzlich übernahm dies der Dresdner Gastronom David Förster. Mit einer neuen Innenaustattung und einem jungen Team zog kulinarisch frischer Wind ins Fährhaus ein. Man bekennt sich zu junger deutscher Küche mit einem mediterranen Touch, aber auch Sächsisch-Deftiges ist auf der Karte zu finden. Alles gibt es frisch und in reicher Auswahl, eine saisonale Wochenkarte bringt noch mehr Abwechslung. Dabei bewegt sich das Preisniveau angemessen zwischen 7,90 (Bauernfrühstück) und 13,90 Euro (halbe Ente) für ein Hauptgericht. Der wunderschöne Blick auf das Schloss ist unbezahlbar und inklusive. Und natürlich kann man auch einfach nur Kaffee trinken. Das Restaurant ist täglich geöffnet, 75 hungrige Menschen finden darin Platz, es gibt einen kleinen Gesellschaftsraum für private Feiern und im Sommer lockt ein großer, sonniger Biergarten. Aber auch in den Wintermonaten soll ein Grill vorbeischlendernde Touristen mit Thüringer Bratwürsten versorgen. Der Spagat zwischen schnell und deftig und anspruchsvoller Küche gelingt und so kommen auch die Dresdner gern in die freundlichen Räume, eine Radtour oder ein Spaziergang an der Elbe finden hier ein lohnendes Ziel. Seit dem Martinstag gibt es ein Gänse-Spezial, eine Gänselieselsuppe und Gänsebraten mit Apfelrotkohl und Kartoffelklößen werden u.a. angeboten. Wer mag, kann auch eine ganze Gans bestellen und mit Freunden oder Familie genüsslich schlemmen.


Zu finden in:

Dresden, Berthold-Haupt-Straße 130
Tel: (03 51) 25 38 68 53
www.faehrhaus-kleinzschachwitz.de


Wort: Anne Jung / Bild: TK





Kochloft Süd

Seit 26. Oktober darf im Kochloft Süd nicht nur fabelhaft geschlemmt, sondern auch selbst der Kochlöffel geschwungen werden! Auf 700 Quadratmetern im Drei-Brücken-Haus veranstalten Betreiber Sebastian Teichert und Ute Jenichen täglich Kochkurse und Küchen-Events, nach dem Motto "Learning By Cooking". Wie am bisherigen Standort Kochloft Nord im Industriegebiet finden auch hier regelmäßig Gourmetkurse mit den Sterneköchen Mario Pattis und Olaf Kranz, praktische Einführungen in die Molekularküche sowie Koch- und Ernährungskurse für die "Küchen-zwerge" statt - hier lernen schon die Kleinsten spielerisch alles über frische und gesunde Lebensmittel und deren richtige Verarbeitung sowie die Benimmregeln für den anschließenden Verzehr ihrer Kreationen bei Tisch. Insgesamt sorgt ein Pool von rund 30 freiberuflichen Köchen und Servicekräften für zauberhafte Stunden in der neuen Wirkungsstätte, in der bis zu 200 Personen Platz finden. Im charmant-stylishen Ambiente - das Auge isst mit - lässt die Vielzahl professioneller Küchengeräte und Utensilien keine Wünsche offen. Ob man nun selber am Herd stehen und aus einem umfangreichen Kursangebot wählen oder sich von Profis bei einer Küchenparty mit Show-Cooking verwöhnen lassen will - hier ist für jeden was dabei. Als spritziges Extra kann ein Cocktailkurs dazu gebucht werden. Wer seinen Geschmacksnerven neue kulinarische Erfahrungen eröffnen möchte und Appetit auf kreatives Erlebniskochen verspürt, sollte einen Besuch im Kochloft weit oben auf seiner To-Do-Liste vermerken!


Zu finden in:

Dresden, Nossener Brücke 8
Tel.: (0172) 305 55 31
www.kochloft.de


Wort: Kaddi Cutz / Bild: Tobias Kade





Wirtshaus Marieneck

Es ist eine interessante Ecke, die nördliche Seite des Pirnaer Marktplatzes. Es ist die Gebäudeecke, an der uns die fast 500jährige Maria mit dem Kind entgegenblickt. Es ist die Ecke, an der das erste Wirtshaus in der Geschichte Pirnas entstand. Es ist die Ecke, an der einst Napoleon Bonaparte seine Nachtruhe hielt - ein historischer Ort. Jeder Besucher Pirnas ist eingeladen, diese Ecke genau unter die Lupe zu nehmen und vor allem zu genießen, was dieser Ort zu bieten hat. Und das ist so Einiges. Im Winter bietet der Gastraum mit der wohl ältesten Holzbalkendecke der Stadt, das romantische Kaminzimmer sowie der Münzkeller, in dem man frisch gezapftes Bier erhält, viel wärmende Gemütlichkeit. Das Napoleon-Gewölbe im hinteren Teil des Objekts ist ein geeigneter Platz, um in schönem Ambiente rauschende Feste zu feiern oder Tagungen abzuhalten. Die Homepage des Hauses bietet für Feste ausgefeilte Menü- und Buffetvorschläge sowie Getränkepauschalen an. Auch für Tagungen lohnt ein Blick ins Internet, wo Genaueres über die technischen und räumlichen Kapazitäten zu finden ist. Das kreative Küchen-Team verwöhnt die Gäste mit hausgemachten sächsischen und internationalen Spezialitäten. Es werden nur absolut frische, vorwiegend regionale Zutaten verarbeitet. Aktuell gibt es z.B. feine Rehkeule und Gänsebraten. Weihnachten naht. Alle Weihnachtsgeschenkesucher sind mit einem Gutschein für den Sonntags-Brunch oder das Candle-Light-Dinner des Wirtshauses Marieneck in Pirna sehr gut beraten.


Zu finden in:

Pirna, Am Markt 20
Telefon: (035 01) 468 26 20
www.marieneck-pirna.de


Wort: Gina Lisa Krause / Bild: TK





Rosenschänke

Rosige Zeiten verspricht Familie Walther, Betreiber der Rosenschänke, ihren Gästen. Nun erwartet man im ländlichen Kreischa wohl eher eine rustikale Küche. Stattdessen empfängt einen ein freundliches Slow-Food-Restaurant mit einer überraschenden Speisekarte, bei deren Lesen einem schon das Wasser im Munde zusammenläuft. Im Fokus der Küche stehen Kreationen mit Rosen und Wildkräutern aus dem eigenen Garten, was nicht nur wunderbar aussieht, sondern auch so schmeckt. Der junge Küchenchef Sebastian Probst kocht ausschließlich mit erlesenen und frischen Zutaten und legt Wert auf saisonale Gerichte, im Moment also Wild und Pilze. Daneben finden sich auf der Karte auch sächsische Gerichte. Anbindung an die Region ist nicht nur für die frischen Zutaten ein Thema, man bezieht Wein von dem jungen Meißner Winzer Tim Strasser und den Kaffee aus der Dresdner Kaffeerösterei. Dass Probst auch eine Ausbildung zum Pâtissier hat, zeigt sich bei den Desserts: "Crème Brûlée von der schwarzen Johannisbeere mit Steinpilz-Vanilleeis" klingt ebenso ungewöhnlich wie lecker. Qualität hat natürlich auch ihren Preis, aber keinen übertriebenen, die Hauptgerichte sind ab 9,80 und alle unter 20 Euro zu haben, ein Menü kostet 32,50 Euro. Für größere Festlichkeiten gibt es neben dem Restaurant einen zusätzlichen Raum, bis zu hundert Gäste können fürstlich bewirtet werden. Hier werden in der Vorweihnachtszeit auch die Comedy-Dinner-Shows "Schneewittchen" und "Herr Muse" angeboten. Konzipiert von Jens-Uwe Carl vom Duo Grimms Erben laden sie zu heiteren Abenden ein.


Zu finden in:

Kreischa, Baumschulenstraße 17
Tel.: (03 52 06) 218 70
www.landhotel-rosenschaenke.de


Wort: Anne Jung / Bild: TK





Sterne im Advent

BLITZ!-Mixbar!


Willkommen an der BLITZ!-Mixbar! Gemeinsam mit Peter Henkel, langjähriger Vorsitzender der deutschen Barkeeper-Union, weihen wir Euch in ein paar Basics des Barmixens ein, natürlich mit praktischen Ideen zu wirklich pfiffigen Drinks. Schon bald werdet Ihr Familie und Freunde an der Hausbar mit einer Reihe fantastischer Cocktails bewirten können!

Zum Auftakt des zweiten Teils unserer BLITZ!-Reise in die Zauberwelt der Cocktails klären wir kurz, wo der Begriff "Bar" herkommt: Nämlich wie der "Cocktail" auch aus dem amerikanischen Westen. Er ist schlicht die Abkürzung für Barriere. Hinter einer solchen nämlich stand der Betreiber des meist einzigen Ladens der Farmersiedlung einigermaßen in Sicherheit, wenn die Kundschaft mal wieder rabiat wurde.
Die hier vorgestellten Drinks erhalten ihre besondere Frische durch ihren kohlensäurehaltigen VITA-Bestandteil. An sich darf das Wort "Limonade" nur für auf Zitronen basierende Produkte verwendet werden, es beruht ja auf dem italienischen Wort Limone für Zitrone. Heute sieht man das nicht mehr so streng und darf auch Orangen-Limonade sagen. Der gute Barkeeper bereitet seine sprudelnden Basics aus frischen Früchten und Mineralwasser oft selbst zu (Prickelgetränke, die auf künstlichen Aromen basieren, heißen Brause und sind an der Bar verboten). Hat man hochwertige Produkte zur Hand, dürfen auch fertige Limonaden aus der Flasche verwendet werden. Und für den Schlaumeier, der an dieser Stelle mit der alten Frage "Geschüttelt, oder gerührt?" nervt, gibt's für diese Art Drinks nur eine Antwort: "Weder noch!". Wer unbedingt den Cocktail auf die Sachen der Gäste verteilen will, darf die frische Cola gerne in den Shaker gießen und kräftig losmixen. Was danach übrig bleibt, ist auch bloß ungenießbar, weil prickelfrei. Merke: Die Ingredienzien von Drinks mit kohlensäurehaltigen Bestandteilen werden erst im Glas gemischt und ganz am Schluss vorsichtig mit Limonade oder Cola aufgefüllt.
An dieser Stelle vielleicht eine kräftige Lynchburg Limonade: Benannt nach dem kleinen Ort in Tennessee, in dem 1866 ein Herr namens Jack Daniel begann, Whiskey zu brennen. Whiskey wohlgemerkt, denn der kommt aus den USA und ist in der Regel ein Bourbon (also aus Mais). Whisky ohne "e" dagegen kommt aus Schottland oder Irland und basiert meist auf gemälzter Gerste (Malt). Für die Lynchburg Limonade geben wir Curacao weiß, Zitronensaft und Jack Daniel's in ein Cocktailglas, wer mag, Limetten-Achtel dazugeben, füllen das Ganze mit VITA Zitrone auf und dekorieren mit Zitrone. Ein frischer Drink von schöner Farbe.
Als alkoholfreie Alternative zaubern wir eine Cuba Limonade: Ganz unten Grenadinesirup (wer's etwas herber mag, nimmt Granatapfel), darauf vorsichtig VITA Orange geben, darauf VITA Cola Pur setzen. Die Schichten bleiben erhalten. Das sieht wirklich cool aus und schmeckt auch so! Und noch eine Klassikervariation zum Schluss: 4 cl Grenadinesirup und 4 cl Tequila mit VITA Orange auffüllen, ein wenig garnieren (Beispiele nebenan) und fertig ist der VITA Sunrise. Sie werden Euch lieben dafür!


BLITZ!-Drinks des Monats

Cuba Limonade

4 cl Monin Grenadine
8 cl VITA Orange
6 cl VITA COLA Pur
mit Früchten dekorieren

VITA Sunrise

4 cl Monin Grenadine
4 cl Tequila
mit VITA Orange auffüllen
mit Erdbeere und Orangenscheibe dekorieren

Lynchburg Limonade

2 cl Jack Daniel's
2 cl Monin Curacao weiß
1 cl Zitronensaft
einen Eiswürfel hinzugeben, je nach Geschmack etwas Limette und mit VITA Zitrone auffüllen, mit Zitronenscheibe dekorieren


Wort: F.W. / Bild: Torsten Reineck